Treppe fliesen

Geflieste Treppe mit beleuchteten Stufen

Wenn Sie eine Treppe fliesen möchten, egal ob im Haus oder im Außenbereich, dann lohnt es sich aus zwei Gründen, bei der Auswahl der Fliesen genau hinzusehen und beim Verlegen sorgfältig zu arbeiten: Zum einen muss eine Treppe zur Umgebung passen – die Fliesen sollten also in Farbe, Dekor, Material und Format mit dem übrigen Wohnraum oder der Umgebung des Hauses harmonieren. Zum anderen ist auf Treppen Sicherheit oberstes Gebot. Fliesen müssen hier rutschsicher sein und dürfen keine Stolperfallen bilden.

Welche Besonderheiten es außerdem noch beim Treppenfliesen gibt und wie Sie beim Verlegen vorgehen, das zeigen wir in unserer Anleitung.

Material und Werkzeug

  • Fliesen
  • Hochflexibler Fliesenkleber
  • Hochflexibler Fugenmörtel
  • Maurerschnur
  • Gummihammer
  • Holzabschnitte oder Fugenkreuze als Abstandhalter
  • Zollstock oder Bandmaß
  • Wasserwaage
  • Fliesenschneider
  • Fliesenbrechzange
  • Papageienschnabelzange
  • Fliesenhammer
  • Ggf. Fliesenlochgerät
  • Ggf. Winkelschleifer
  • Mörteleimer
  • Mörtelkelle
  • Zahnkelle
  • Fuggummi
  • Schwamm, weiches Tuch
  • Elastische Dichtmasse

Geeignete Untergründe

Sehen Sie sich zunächst den Untergrund an. Für das Fliesen eignen sich vor allem massive Treppen mit schwingungsarmen Stufen. Das sind vor allem diese Konstruktionen:

  • (Stahl-)Betontreppen
  • Steintreppen aus Werkstein (Beton, Porenbeton etc.) oder Naturstein
  • Bereits geflieste Treppen
  • Treppen mit Estrichbelag

In jedem Fall muss der Untergrund tragfähig und fest sein. Befinden sich noch alte Treppenfliesen auf den Stufen, müssen sie dort noch sicher haften und hohlraumfrei verlegt sein. Für eine gute Haftung müssen die Stufen zudem sauber und fettfrei sein.

Grundieren

Frische Beton-Untergründe saugen zu stark. Der Fliesenkleber verliert dann vorzeitig Wasser, das der enthaltene Zement zum Härten braucht. Dadurch "brennt der Mörtel auf", wie der Profi sagt, und wird nicht richtig fest. Stark saugende Untergründe streicht man deshalb mit lösemittelfreiem Tiefgrund.

Untergründe wie alte Fliesenbeläge saugen dagegen nicht genug oder gar nicht. Das behindert die Haftung der Fliesen auf der Treppe. Deshalb streicht man in solchen Fällen einen Haftgrund auf die Oberfläche.

Fliesen für Treppen auswählen

Treppenfliesen mit strukturierter Kante
In einigen Serien sind Spezialfliesen für Treppen lieferbar. Gut zu sehen ist hier das bereits in die Fliese integrierte rutschhemmende Kantenprofil.

Treppen werden sehr häufig begangen, oft auch mit nassen oder schmutzigen Straßenschuhen. Die darauf verlegten Fliesen müssen daher eine hohe Abriebfestigkeit aufweisen, damit sie lange schön und intakt bleiben.

Keramikfliesen werden in fünf Abriebgruppen eingeteilt: Gruppe 1 ist am weichesten, Gruppe 5 am beständigsten. Obwohl die Abriebgruppe 5 ursprünglich für öffentliche Gebäude und Gewerbeobjekte gedacht war, machen Sie damit auch im privaten Bereich nichts falsch. Die Auswahl an derart beständigen Bodenfliesen ist sehr groß. Mit der Abriebgruppe 4 sind Sie aber ebenfalls noch hervorragend bedient.

Neben der Abriebbeständigkeit spielt bei Treppen die Rutschsicherheit der Fliesen eine Rolle, denn ein Sturz kann hier schnell fatale Folgen haben. Diese Rutsch- oder Trittsicherheit wird in Gruppen von R9 bis R13 eingeteilt – je höher die Zahl, desto sicherer der Tritt. Meist wird die Rutschsicherheit durch eine Aufrauung oder eine chemische Behandlung der Fliesenoberfläche erreicht. Das bedeutet in der Praxis: Aufgeraute Treppenfliesen sind etwas schwerer zu reinigen und verschmutzen eher, chemisch behandelte Fliesen können nur einen geringeren Glanzgrad erreichen. Wenn Ihnen die nachgewiesene Rutschsicherheit wichtig ist, kommen Sie im Privatbereich mit der Gruppe R9 in der Regel schon gut zurecht.

Möchten Sie eine Treppe im Außenbereich fliesen, dann dürfen Sie zudem nur frostfeste Fliesen oder Natursteinplatten verarbeiten.

Schließlich gilt es bei der Auswahl der Fliesen noch einen Blick auf Spezialfliesen für Treppen zu werfen: In einigen Fliesenserien sind Exemplare mit angeformter Stufenkante erhältlich. Das wirkt gestalterisch schön und trägt zur Sicherheit bei, die Auswahl ist hier aber kleiner. Da sich die Funktion fast ebenso gut mit Kantenschienen erreichen lässt, können Sie auch mit normalen Bodenfliesen arbeiten, wenn sie gestalterisch besser passen. Kantenschienen sind für verschiedene Fliesenstärken in unterschiedlichen Metallausführungen erhältlich, teils geriffelt, teils mit Anti-Rutsch-Einlagen versehen.

Stufenschiene einmörteln
Rutschhemmende Schienen für Stufenkanten lassen sich beim Fliesen direkt mit verlegen. Ein Teil des Profils liegt unterhalb der vorderen Fliesenreihe im Mörtelbett.
Schiene an Stufe nachrüsten
Stellt sich erst später der Wunsch nach mehr Sicherheit ein, lassen sich Kantenschienen auch nachrüsten. Sie werden auf die Stufenkanten geklebt.

Fliesen schneiden

Die meisten Schnitte werden Sie mit einem normalen Fliesenschneider bewältigen können. Schwierig wird es nur bei sehr großen Formaten, Diagonalschnitten, sehr harten Fliesen oder dicken Natursteinplatten. Hier kann sich beim Schnitt ein Winkelschleifer nützlich machen, noch komfortabler und exakter arbeitet man mit einem Fliesen-Nassschneider oder einem Diamantschneider.

Dünnere Fliesen schneiden
In vielen Fällen wird man mit dem normalen Fliesenschneider auskommen.
Dicke Natursteinplatte schneiden
Für besonders dicke, harte oder große Platten gibt es spezielle Elektrowerkzeuge – hier ein Diamantschneider.

Fliesen auf der Treppe legen

Probieren Sie zunächst die Aufteilung der Fliesen aus, indem Sie einige Exemplare lose auf den Stufen auslegen. Bei etwas größeren Formaten und gleichmäßig großen und gleich geformten Stufen sieht es meist am besten aus, wenn man ganze Fliesenbreiten in der Mitte der Stufen verlegt und außen gleich große Zuschnitte. Bei gewendelten Treppen kann das schwieriger werden, deshalb probieren Sie aus, was Ihnen am besten gefällt.

Stufenmitte anzeichnen
Bei einer geraden Treppe erleichtert man sich die Verteilung der Fliesen, wenn man zunächst die Stufenmitte ausmisst und anzeichnet.
Fliesen auf der Trittstufe auslegen
Nun legen Sie entlang der Stufenkante eine Fliesenreihe aus und vermitteln sie. Zeichnen Sie notwendige Zuschnitte an den äußeren Fliesen an.

Beim Verlegen beginnt man oben an der Treppe und arbeitet sich nach unten vor. Zunächst werden die Trittstufen belegt, also die Flächen, die begangen werden. Anschließend folgen die senkrechten Setzstufen. Die Fliesen auf den Trittstufen lässt man um die Stärke der Fliesen (und des Mörtels) an der Setzstufe überstehen. Jede Fliese besitzt in der Regel mindestens eine glasierte Kante – sie gehört nach vorne an die Stufenkante!

Ziehen Sie mit der Zahnkelle Fliesenmörtel auf den Untergrund und tragen Sie außerdem mit der Mörtelkelle eine dünne Schicht Fliesenkleber auf die Fliesenrückseite auf. Damit erreichen Sie eine weitgehend hohlraumfreie Verlegung und einen sichereren Sitz der Fliesen. Bei Innentreppen empfiehlt sich diese Maßnahme, bei Außentreppen ist sie Pflicht. Legen Sie die Fliese dann ins Kleberbett und drücken sie an – ggf. mit einem Gummihammer nachhelfen. Wenn Sie Kantenschienen einlegen möchten (siehe oben), kann dies nun geschehen, denn sie werden ebenfalls ins Mörtelbett gelegt.

Die Fugen zwischen den Fliesen kann man mit Fliesenkreuzen oder mit Leistenabschnitten markieren – so werden sie gleichmäßig breit.

Fliesenkleber aufziehen und durchkämmen
Der Fliesenkleber wird auf den Untergrund aufgezogen und mit der Zahnkelle durchgekämmt.
Fliese ins Mörtelbett legen
Wird wie hier im Außenbereich verlegt, trägt man den Mörtel auch auf die Rückeite der Fliesen auf. So gelingt eine weitgehend hohlraumfreie Verlegung.
Platz auf der Stufe ausmessen
Bei den hier verwendeten Fliesen sind spezielle Exemplare für die Stufenkanten dabei. Das erleichtert das Verlegen, der verbleibende Platz bis zur senkrechten Setzstufe muss aber genau ausgemessen werden.

Fugen füllen

Fliesenverfugen
Nach dem Härten des Fliesenklebers können Sie die Fugen mit Fugenmörtel füllen.

Sind alle Tritt- und Setzstufen belegt, muss zunächst der Fliesenkleber nach Herstellervorschrift aushärten. Danach können Sie den Fugenmörtel mit einem Fuggummi diagonal in die Fugen wischen. Achtung: Solange die Fugen nicht gefüllt und ebenfalls gehärtet sind, bewegen Sie sich nur vorsichtig auf dem Fliesenbelag.

Wenn der Fugenmörtel anzieht – man erkennt das daran, dass die Mörtelreste auf den Fliesen stumpfmatt werden –, reinigen Sie die Fliesen mit einem feuchten Schwamm von den Mörtelresten und glätten zugleich vorsichtig die Fliesen. Nach dem vollständigen Aushärten werden letzte Mörtelschleier mit einem weichen Tuch wegpoliert, in hartnäckigen Fällen hilft eine Zementschleierentferner.

Zum Schluss spritzt man die Anschlussfugen zu Wänden oder Sockelfliesen dauerelastisch mit Silikon aus. Verwenden Sie dazu möglichst Silikon, das die gleiche Farbe aufweist wie der Fugenmörtel. Müssen Sie im Außenbereich Anschlussfugen ausspritzen, kommt dafür ein für außen geeigneter Dichtstoff zum Einsatz, beispielsweise auf Acrylbasis.

Die Treppe ist damit fertig gefliest und kann benutzt werden.

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