Linoleum als Bodenbelag

Linoleum gehört zu den natürlichsten Bodenbelägen. Dabei ist es sehr robust und gegen viele Umwelteinflüsse resistent. Dazu gehören Zigaretten, Öle und Fette. Ebenso ist es leicht zu reinigen, wirkt antibakteriell und ist somit eines der besten Bodenbeläge in Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen.

Die Geschichte des Linoleums reicht bis ins Jahr 1860 zurück und nach einer aufstrebenden und einem fast völligen Zusammenbruch, erkennen heute wieder viele die Vorteile dieses einzigartigen Bodenbelags.

Vor- und Nachteile von Linoleum

Vorteile:

  • Linoleum ist, sofern es nicht mit Acrylat beschichtet ist, antistatisch und resistent gegen Öl und Fett
  • Hygienisch: Bakterien, Hefe- und Schimmelpilze können sich auf Linoleum nicht halten
  • Vielseitig: Linoleum wird "von der Rolle" verlegt oder auch in Form von Platten, genauso wie Fertigparkett.

Nachteile:

  • Wird der Linoleumboden mit Wachs behandelt, gestaltet sich die Pflege aufwändiger.
  • Nicht für Feuchträume: Unter stehender Nässe quillt Linoleum auf und wellt sich.
  • Die Verarbeitung von Linoleumböden gehört in Expertenhände, denn die Fugen müssen mit einem Handschweißgerät sorgfältig gegen eindringende Feuchtigkeit verschlossen werden.

Linoleum - Aufbau und Zusammensetzung

Linoleumproduktion

Linoleum besteht aus:

  • 40% organischen Füllstoffen
  • 32% Leinöl
  • 20% anorganischen Füllstoffen
  •   8% Naturharzen

Gegenüber PVC und anderen Bodenbelägen hat Linoleum einen großen Vorteil. Es besteht zu 80% aus natürlichen Stoffen und ist biologisch abbaubar. Kaum ein Bodenbelag kann das von sich behaupten.

Den Grundstoff bilden Leinöl, Naturharze, organische Füllstoffe wie Kork- oder Holzmehl, Kalksteinpulver und Titan(IV)-oxid. Als Trägermaterial dient Jutegewebe, welches die unterste Schicht bildet.

Hergestellt wird Linoleum aus Leinöl, welches durch Einkochen mit Trockenstoffen in Leinölfirnes umgewandelt wird. Durch Trocknung und ständigem Rühren, oxidiert Leinölfirnes und wird, nach weiterer Zugabe von Harzen, zu einer zähen Masse verarbeitet. Diese nennt man Linoliumzement. Nach Zugabe von Kork- und Holzmehl, Kalksteinpulver sowie Bindemittel und Farbstoffen, kann der Linoleumzement mittels großen Walzen auf das Trägermaterial gepresst werden und das fertige Linoleum in Trockenkammern weiter reifen.

Linoleum zu verlegen ist nicht leicht. Neben Grundwissen und Geschick ist vor allem das richtige Werkzeug nötig. Dennoch ist es keine Zauberei und unter Einhaltung wichtiger Punkte, ist es auch für einen Heimwerker möglich. Linoleum verlegen

Bei richtiger Pflege und Reinigung hält Linoleum bis zu 40 Jahre, bevor es erneuert werden muss. Zur Unterhaltsreinigung reicht feuchtes Wischen mit entsprechenden Pflegemitteln. Bei sehr hartnäckigen Verschmutzungen ist jedoch eine Grundreinigung sinnvoll. Reinigung und Pflege

Wie Parkett und Laminat, gibt es auch Linoleum im Clicksystem. So kann jeder Heimwerker bei sich seinen Bodenbelag selbst verlegen und unterschiedliche Farben zu kombinieren. Wie erklären, was dabei zu beachten ist. Click-Linoleum

Geschichte des Linoleumbodens

Linoleum ist ein sehr alter, damals sehr beliebter, fast vergessener und inzwischen wiederentdeckter Bodenbelag. Bereits 1860 entwickelte Frederick Walton ein Material, welches mit Korkmehl versetzt, das spätere Linoleum bilden sollte. Eher per Zufall entdeckte er, dass oxidierendes Leinöl eine feste gummiartige Schicht bildet. Dieses neuartige Linoxin ließ er sich patentieren und nach etlichen Versuchen, gelang es ihm auch 1963 damit Jutestoff zu beschichten. Das erste Linoleum war geboren.

Aufgrund der guten Eigenschaften, wie Dämmwirkung, Elastizität, Haltbarkeit und leichter Reinigung, setze sich Linoleum schnell durch und diente hauptsächlich als Bodenbelag. 1977, als der Patentschutz auslief, konnten auch andere Firmen Linoleum herstellen und der Konkurrenzkampf begann. Der Begriff Linoleum durfte dabei von allen verwendet werden, da sich Walton ihn nie hat patentieren lassen.

Lincrusta-Tapete

Im selben Jahr entwickelte er dafür ein Verfahren um Linoxin als Tapete zu nutzen. Lincrusta bestand aus beschichtetem Papier, auf das erstmalig auch Muster gewalzt wurde. Die ersten großen Unternehmen entstanden in England Frankreich und Deutschland.

Mit der neuen Einlegetechnik Straigt-Line-Inlaid, gelang es 1890 nun auch endlich, Linoleum brauchbar farblich zu gestalten und ein Jahr später entstanden die ersten großen nahtlosen Linoleumbahnen. Damit war der Erfolg nicht mehr aufzuhalten. Linoleum verbreitete sich weltweit und auch die beiden Weltkriege wurden überstanden. Erst 1960, mit der Durchsetzung von synthetischen Bodenbelägen wie PVC, brach der Markt endgültig zusammen und Linoleum stand fast überall vor dem aus. Weltweit hielten sich nicht mal ein Hand voll Unternehmen, die weiterhin produzierten.

Erst 1980 erholte sich die Linoleumproduktion und einige Firmen konnten ihren Stand wieder festigen. Linoleum ist zu 80% ein natürlicher Stoff und daher gerade in der heutigen Zeit wieder sehr beliebt. Nach wie vor findet es gerade in öffentlichen Gebäuden seine Verwendung. Mit der Herstellung von Klick-Linoleum wird es sicher auch wieder mehr Verwendung in privaten Bereichen finden.

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