OSB-Platten (Grobspanplatten) verlegen

Die Abkürzung OSB steht für "oriented strand board", übersetzt: "Platte aus ausgerichteten Spänen". Die biegefesten Platten aus Kiefernholz finden beim Haus- und Möbelbau vielfältigen Einsatz. So kommen sie beispielsweise beim Hausbau und zur Wärme- sowie Schalldämmung zum Einsatz.

Wegen ihrer Robustheit und Strapazierfähigkeit entscheiden sich immer mehr Heimwerker, OSB-Platten als Bodenbelag zu verlegen oder mit ihnen die Wände zu verkleiden. Oft ist dabei eine Verleimung ausreichend.

Auch in der Werkstatt findet der robuste und günstige Baustoff immer öfter Verwendung. Gerade wegen seiner Biegefestigkeit eignet er sich zum Bau von Vorrichtungen und Schränken. In mehreren Lagen bildet OSB eine gute Grundlage für eine stabile Arbeitsplatte in der Werkstatt. Entsprechend gespachtelt oder geschliffen bieten OSB-Platten eine glatte und feste Oberfläche.

Qualität von OSB-Platten

Wie fast alle Baustoffe, werden auch OSB-Platten in unterschiedliche Qualitätsklassen aufgeteilt. Zu finden sind diese Zuordnungen in der Norm EN 300.

  • OSB/1: Innenausbau und Möbel im Trockenbereich
  • OSB/2: statische Verwendung im Trockenbereich
  • OSB/3: statische Verwendung im Feuchtebereich
  • OSB/4: statische Verwendung mit besonderer Belastung im Feuchtebereich

OSB-Platten als Bodenbelag verlegen

Grobspanplatten verbreiten im Raum eine angenehme Atmosphäre und lassen sich zu einem stabilen Fußboden verlegen. Dafür kann man großformatige Ausbauplatten mit Nut und Feder ebenso verwenden wie bereits versiegelte Fertigdielen.

Zuerst müssen die Platten mindestens 48 Stunden zur Akklimatisierung im jeweiligen Zimmer gelagert werden. In Folie oder Karton verpackte Dielen bleiben während dieser Zeit eingepackt. Erst danach dürfen sie zurecht geschnitten und verlegt werden. Wie bei den meisten Bodenlegearbeiten sollte auch hier die Raumtemperatur nicht unter 15 °C liegen, die relative Luftfeuchtigkeit darf höchstens 75 % betragen.

Bodenbelag aus OSB-Platten
Mit großformatigen Ausbauplatten sind auch große Räume schnell verlegt. Sie müssen später versiegelt werden.
Bode aus OSB-Fertigdielen
Zuweilen erhält man auch kleinformatige, fertig versiegelte OSB-Dielen. Vorsicht in Eingangsbereichen o.ä.: Da die Fugen nicht versiegelt sind, können sie sich nach einer Weile durch Schmutzeintrag im Belag dunkel abbilden.

Material und Werkzeug

  • OSB-Platten
  • PE-Folie oder PVC-Folie (je nach Untergrund, s. Kasten unten)
  • Schlagholz
  • Zugeisen
  • Distanzkeile
  • Hammer
  • Stichsäge, Handkreissäge, Lochsäge (für Aussparungen)
  • Schleifklotz und Schleifpapier
  • Richtschnur und Wasserwaage
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Parkett-Leim

OSB-Platten schwimmend verlegen

Mit dem Verlegen der Platten beginnt man am besten an der längsten Wand des Raumes in der linken Ecke. Um ein einheitliches Verlegebild zu erzielen, richtet man die erste Reihe an einer Richtschnur aus, bei geraden Wänden und exakten Raumecken kann man sie auch an der Wand selbst ausrichten. Verlegt werden die Platten mit der Federseite zur Wand.

Um dort eine unauffällige Dehnungsfuge schaffen zu können, schneidet man bei der ersten Reihe die Feder ab. Ist der Wandverlauf sehr unregelmäßig, dann reicht dies jedoch nicht. Hier wird die Wandkontur auf die Platten der ersten Reihe übertragen und ausgeschnitten.

Zur Wand hin hält man – etwa mit Holzkeilen, Leistenabschnitten oder speziellen Abstandhaltern – eine etwa 15 mm breite Fuge frei. Zum Verbinden gibt man Parkettleim an die obere Nutwange der nächsten zu verlegenden Platte. Die Platten werden dann an Nut und Feder ineinander geschoben und bei Bedarf mit dem Schlagholz und einem Hammer zusammengetrieben. Ausquellenden Leim sofort mit einem feuchten Tuch abwischen.

OSB-Platten verlegt man im Verband. Die nächste Reihe folgt deshalb mit versetzten Stößen. Der Versatz sollte mindestens 40 cm betragen, damit der Belag möglichst stabil wird. Da man selten eine komplette Reihe mit ganzen Platten verlegen kann, wird das letzte Stück jeweils ausgemessen und die Platte entsprechend zugeschnitten. Das Zugeisen hilft dabei, diesen Abschnitt am Ende der Reihe in die Nut-und-Feder-Verbindung zu schieben. Mit etwas Glück kann man die nächste Reihe mit dem beim Kürzen anfallenden Abschnitt beginnen und erreicht dabei den nötigen Fugenversatz. Die letzte Reihe muss häufig in der Breite zugeschnitten werden. Das gelingt am saubersten mit einer Handkreissäge. Sie wird ebenfalls mit dem Zugeisen in Position gebracht.

OSB-Platten werden im Verband verlegt, also mit versetzten Stößen zwischen den Platten einer Reihe. Das erhöht die Stabilität des Belags.
Dehnungsfuge an der Wand
Wie bei jedem schwimmend verlegten Bodenbelag muss auch bei OSB zum Rand hin eine Dehnungsfuge bleiben, die später unter der Fußleiste verschwindet. Keile oder spezielle Abstandhalter halten die gewünschte Breite frei.
Ausgebrochener Grobspan
Die Versiegelung muss sehr sorgfältig in mehreren Schichten erfolgen. Ist sie nicht stabil genug, können durch mechanische Belastungen einzelne Späne ausbrechen.

Nach dem Trocknen des Leims – das dauert meist etwa 24 Stunden – wird der Boden mit einer schützenden Versiegelung behandelt. Dazu eignen sich je nach Beanspruchung sowohl natürliche Versiegelungen, etwa auf Leinölbasis, als auch klassische Parkettlacke. Wichtig ist bei OSB ein ausreichend starker Schichtaufbau, den man durch das Streichen mehrere dünner Siegelschichten mit jeweils einem leichten Zwischenschliff erzielt. Wird der Boden beispielsweise mit Stuhlrollen belastet, können sonst bei einem unzureichend versiegelten Belag einzelne Späne herausbrechen.

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OSB-Platten auf Holzbalkendecken verschrauben

Wenn Sie die Grobspanplatten auf einer Balkenlage verlegen, werden sie mit speziellen OSB-Verlegeschrauben befestigt und zur Sicherheit zusätzlich an Nut und Feder verleimt. Der Balkenabstand sollte höchstens 60 cm betragen, damit der Boden stabil ist und nicht zu sehr federt. Bei Bedarf verlegt man die Platten zweilagig.

Auf den Balken kann man zunächst Filzstreifen oder Ähnliches fixieren, um ein späteres Knarren des Bodens zu verhindern. Zum eigentlichen Verlegen bohrt man die Schraubenlöcher im Verlauf des darunterliegenden Balkens vor und dreht die Schrauben dann so weit ein, dass sie planeben in der Platte versenkt werden.

Achtung: Berücksichtigen Sie wie beim schwimmenden Verlegen unbedingt einen Versatz der Stoßfugen! Beim Verschrauben auf Balken ist das noch wichtiger, als beim vollflächigen Aufliegen der Platten.

Dampfsperre unter dem OSB-Platten-Boden

Auf frischem Estrich muss, auf älterem Estrich kann unter den Grobspanplatten eine Dampfsperre verlegt werden. Hierzu legt man eine ca. 0,2 mm starke PE-Folie aus und überlappt sie an den Kanten um ca. 25 cm. Anschließend wird sie mit Klebeband fixiert. Diese Dampfsperre verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Boden in die Platten eindringt. Eine Dampfsperre ist auch sinnvoll, wenn der OSB-Belag auf einer dampfdurchlässigen Holzbalkendecke über einem bewohnten Raum verlegt wird, etwa als Fußboden für einen Dachraum.

In besonders kritischen Räumen, wie in nicht unterkellerten Bereichen, genügt die dünne PE-Folie nicht. Hier ist eine etwa 1,2 mm dicke PVC-Folie zweckmäßig, die überlappend ausgelegt und an den Überlappungen mit einem Klebeband wasserdicht verklebt wird. Darauf können dann eine Wärmedämmschicht und schließlich der Bodenbelag folgen.

Wandverkleidung mit OSB-Platten
Wandverkleidung mit OSB-Platten

OSB-Platten als Wandverkleidung

Ebenso lassen sich mit OSB-Platten die Wände verkleiden. Hierzu bringen Sie zuerst eine Unterkonstruktion aus Dachlatten an. Sollen die Grobspanplatten vertikal verlegt werden, ist eine horizontale Konterlattung erforderlich. Dann die OSB-Platten für die erste Reihe auf die richtigen Maße zuschneiden und mit OSB-Verlege- oder Holzschrauben und Dübeln befestigen. Beim Verlegen der Wandverkleidung ist eine Dehnungsfuge von circa 10 bis 15 mm zur Wand einzuhalten.

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Redaktion Heimwerker.de , d. 24-04-17 08:42:

Hallo Michi,

rein vom Bauchgefühl sind 90 cm Balkenabstand sicher zu viel. Genau sagen lässt sich das jedoch nur mit den Herstellerangaben. Du solltest also versuchen, an das entsprechende Datenblatt zu kommen. Hier findest Du fast immer Angaben zu Belastungen und empfohlene Auflageflächen.

Viele Grüße,
Dein Team von heimwerker.de

Hami80 , d. 21-04-17 22:05:

Moin,

Bin gerade dabei meinen Fußboden auf der Holzbalkendecke raus zu reißen. Die 40 Jahre alten Spanplatten hängen gut durch...
Ist: 90 cm Balkenabstand, 25mm Verlegespanplatte
soll: 25mm OSB/4 Platte
Nun meine Frage, ist das genug oder muss ich mehr tun?

Lg Michi

Redaktion Heimwerker.de , d. 16-01-17 11:41:

Hallo Christian,

prinzipiell sollten auch Nägel zur Befestigung möglich sein. Allerdings besitzen Nägel einen sehr kleinen Kopf und es könnte passieren, dass sie zu wenig Gegenhalt bieten. Das solltest Du an einem Probestück testen.
Werden anschließend die Gipskartonplatten angeschraubt, empfiehlt es sich natürlich am Gerüst längere Schrauben zu verwenden und so beide Schichten zu sichern.

Viele Grüße,
Dein Team von Heimwerker.de

Christian , d. 12-01-17 15:54:

Hallo.
Habe da mal eine Frage. Wir ziehen in unserem Dachgeschoss Wände in Holzrahmenbauweise ein. Das "Gerippe" aus 6x4 Hölzern steht. Darauf sollen jetzt 15mm OSB befestigt werden und anschließend werden diese mit Rigips verdeckt. Können wir die OSB Platten mit Riffelnägel anschießen oder muss geschraubt werden?
Mit freundlichen Grüßen Christian

Redaktion - heimwerker.de , d. 08-08-16 07:36:

Hallo Sic,

eine Dehnungsfuge ist immer sinnvoll, da sich jedes Material bei Temperaturschwankungen ausdehnt und zusammenzieht. Die Verschraubung mit dem Dielenboden ändert nichts daran, beeinflusst jedoch das Dehnungsverhalten. Feste Dielen halten die OSB-Platten und können die Ausdehnung in eine bestimmte Richtung vorgeben. Ebenso können sich Spannungen durch unterschiedliche Ausdehnungen zwischen Dielen und OSB ergeben. Sicherer ist daher die schwimmende Verlegung und Verleimung der Platten untereinander. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sich Probleme in dieser Variante ergeben.
Eigene Erfahrungen haben ergeben, dass die meist angegebenen Dehnungsfugen von 10 bis 15 mm dem Maximum entsprechen und selten wirklich benötigt werden. Ist die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum relativ konstant, kannst Du die Dehnungsfuge durchaus geringer halten, nur ganz darauf verzichten solltest Du nicht. Notfalls lassen sich zu geringe Dehnungsfugen auch mit einem Oszillationswerkzeug nachträglich bearbeiten und vergrößern.

Wir wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung.
Dein Team von heimwerker.de

Sic , d. 05-08-16 16:55:

Hallo liebes Team von heimwerker.de,

sehr guter Artikel, vielen Dank dafür. Muss ich auch eine Dehnungsfuge lassen, wenn ich OSB Platten direkt auf einen alten Dielenboden verlegen und fest verschrauben möchte?

Redaktion - heimwerker.de , d. 08-06-16 06:40:

Hallo Sasch,

hierfür wären genauere Angaben und Berechnungen nötig. Aus eigener Erfahrung halten wir eine Plattenstärke von 12 mm jedoch generell für etwas dünn. Empfehlenswert wäre eine doppelte Verlegung mit einer Plattenstärke von 8 mm.

Viele Grüße,
Dein Team von heimwerker.de

Sasch , d. 06-06-16 05:04:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte einen neuen Boden in mein Schlafzimmer einbringen, dazu will ich OSB - Platten verwenden worauf dann Laminat aufgebracht wird. Holzbalken liegen in einem Abstand von 40 - 50 cm.
Wie dick sollte die OSB - Platte mindestens sein?
Ich hätte eine höhe von ca. 21 mm zur Verfügung. Laminat mit Trittschaldämmung ca. 9mm.
Würde eine Platte von einer Stärke von 12 mm ausreichen?

Kurt Müller , d. 11-05-16 14:13:

Liebes heimwerker.de-Team,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Ich habe mich gleich auf die Suche gemacht und die passenden OSB Platten und die wasserabweisende Holzlasur von Auro gefunden und direkt bestellt – die Ware ist schon auf dem Weg.
Ich bin wirklich begeistert, dass ich mein ganzes Vorhaben hier online in die Wege leiten konnte. Durch Ihre umfassenden Informationen und schnelle Rückmeldung sowie die Möglichkeit, solch sperrige Produkte wie OSB Platten online zu bestellen, konnte ich bis jetzt alles von zu Hause aus regeln und musste noch nicht von A nach B fahren. Das ist sehr angenehm. So macht Heimwerken richtig Spaß! Weiter so!

Redaktion - heimwerker.de , d. 09-05-16 14:31:

Hallo Herr Müller,

es gibt bereits imprägnierte OSB-Platten (Kennzeichnung V 100), die für Feuchträume geeignet sind. Im Außenbereich sollten Sie diese jedoch wie natürliches Holz zusätzlich durch einen Lack oder Lasur schützen.

Viele Grüße,
Dein Team von heimwerker.de

Kurt Müller , d. 03-05-16 10:07:

Ein sehr interessanter Artikel zum Thema OSB Platten. Speziell die Infos zur Wandverkleidung sind für mich sehr hilfreich, da ich mein Gartenhaus um einen Geräteschuppen erweitern möchte. Wie kann ich die OSB Platten am besten vor Witterungseinflüssen schützen?

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Bildnachweis
1. "OSB Platten verlegen": Henkel Ponal /
2. "Bodenbelag aus OSB-Platten": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de
3. "Boden aus OSB-Fertigdielen": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de
4. "Verlegung im Verband": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de
5. "Dehnungsfuge an der Wand": Bessey Pressemeldung
6. "Ausgebrochener Grobspan": © Hans Altmeyer - altmeyertext.de
7. "Wandverkleidung mit OSB-Platten": © Kronopoly GmbH

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