Badezimmer-Planung

Von der Nasszelle zum Wohnbad

Badgestaltung

Vorbei sind die Zeiten, da das Badezimmer eine Nasszelle war, die mit Sanitärprodukten bestückt wurde, die rein der Funktion und nicht der Ästhetik dienten. Dieser Raum hatte allein den Zweck, Ort der notwendigen Körperreinigung zu sein. Weil lediglich die anderen Räume nach eigenem Geschmack wohnlich gestaltet wurden, blieb die Tür des Badezimmers verschämt verschlossen. Diese Badezimmer hatten wenig gemein mit der Badekultur früherer Zeiten.

Bereits um 3000 v. Chr. gab es Ritualbäder, die Ägypter und Römer waren während ihrer Blütezeiten für ihre öffentlichen Badehäuser, jedoch ebenso für die (je nach Gesellschaftsstand) schon im Haus integrierten Baderäume bekannt. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts waren Bäder in der Wohnung Luxussymbole – der Waschbottich war schon etwas Besonderes.

Dieser Artikel geht darauf ein, welchen hohen Stellenwert das Badezimmer in der heutigen Zeit wieder einnimmt – in Form des Wohnbades!

In den 70er Jahren, als zunehmend mehr Wert auf Wohndesign gelegt wurde, erlebte das Bad seinen Aufschwung.

Designer befassten sich plötzlich mit dem Thema "Bad" und entwarfen komplette Badserien, bei denen die einzelnen Produkte formal aufeinander abgestimmt wurden. Jetzt wurde das Bad auch bei der Wohnungsgestaltung gedanklich mit einbezogen. Bis zu den heutigen "Wohnbädern" war jedoch noch ein langer Weg.

Die Gründe, warum man sein Bad erneuern möchte, sind sehr vielfältig. Ein veraltetes Bad soll schöner und funktionaler werden, sich im besten Falle vergrößern oder der veränderten Familiensituation anpassen. Aus einem Single- Haushalt ist ein Mehrpersonen-Haushalt geworden. Oder aber die Lebenssituation hat sich verändert, z.B. ein veraltetes Familienbad soll zum Seniorenbad umgerüstet werden.

Sorgfältige Planung notwendig

Es kostet sicherlich etwas Mut, sich als Heimwerker an eine Komplettrenovierung seines Bades heranzuwagen. Einfacher ist hier sicherlich eine Teilrenovierung. Einige Anbieter von Sanitärkeramik im Baumarkt bieten dem Do-it-Yourselfer hier vielfältige Hilfestellungen in Form von detaillierten Montageanleitungen oder Komplettsets, die alle notwendigen Produkte und Zubehörteile enthalten. Eine attraktive Produktpräsentation und informatives Prospektmaterial sollen dem Baumarktkunden darüber hinaus "Lust aufs Bad" machen.

Am Anfang jeder Renovierung steht die detaillierte Badplanung. Entscheidend ist die optimale Ausnutzung des Raumes. Egal wie der Grundriss auch ist, es gibt für jeden Raum die optimale Gestaltung. Sie beginnt mit der Festlegung, wo welche Anschlüsse liegen und ob man zwangsweise an bestimmte Installationsorte gebunden ist.

Allerdings sollte man berücksichtigen, dass es nicht immer "entlang der Wand" gehen muss. Dank der Vorwandtechnik ist eine individuellere und optimalere Raumausnutzung möglich. Sind diese grundsätzlichen Fragen und das Budget geklärt, werden die individuellen und persönlichen Wünsche mit in die Planung einbezogen.

  1. Soll das Bad eine Dusche und/oder eine Badwanne enthalten?
  2. Wie viele Waschtische sollen in welcher Größe installiert werden
  3. Welches WC-Modell soll genommen werden?
  4. Ist der Platz für ein Bidet vorhanden – vielleicht sogar für ein Urinal?

Bei der Auswahl seiner Produkte sollte sich der Heimwerker viel Zeit nehmen. Wer sich nicht soviel Kreativität zutraut, sein Bad individuell zusammenzustellen, der sollte sich auf die Serienempfehlungen führender Hersteller verlassen, denn die Produkte einer Badserie sind formal aufeinander abgestimmt. Qualitätsprodukte, die nach DIN-Norm geprüft sind, garantieren Passgenauigkeit bei Montage an Wand und Boden und bieten zusätzlich vielfältige technische Details.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Farbgestaltung. Es muss ja nicht immer Weiß sein. Farbgenauigkeit nach festgelegten Standards der Sanitärindustrie gewährleisten farblich genau abgestimmte Produkte.

Wannen und Duschen für jeden Raum

Bei der konkreten Badplanung empfiehlt es sich, mit dem Produkt zu beginnen, das den meisten Raum benötigt – der Badewanne. Kaum jemand möchte heute noch auf sie verzichten, bietet sie von allen Badprodukten den größten Wohlfühleffekt. Selbst "Bademuffel" gönnen sich hin und wieder ein Vollbad zur Entspannung oder bei körperlichem Unwohlsein.

Eine Vielzahl der angebotenen Badewannen lassen sich heute auch als Whirlpool ausstatten. Dem Interessierten stehen hier eine Vielzahl technisch-funktioneller Varianten zur Auswahl.

Worauf sollte man beim Kauf einer Wanne nun achten?

Zunächst einmal auf das verwendete Material. Angeboten werden Badewannen aus Stahl- Emaille und Acryl. Die langjährig bewährten Emaillewannen sind robust und pflegeleicht – jedoch schlagempfindlich. Sie werden – produktionstechnisch bedingt – überwiegend in der rechteckigen Standardform angeboten.

Dagegen bietet Acryl aufgrund seiner guten Verformbarkeit vielfältige Möglichkeiten. Neben den Standardformaten, deren Außenlänge zwischen 170 und 180 cm und einer Breite von 75 cm liegen, werden ebenso individuelle Modelle angeboten, wie zum Beispiel Oval-, Sechs- und Acht-Eckwannen oder Eckwannen. Letztere bieten eine ganz neue Art der Badplanung und sorgen insbesondere in kleinen Bädern für mehr Bewegungsfreiraum.

Wer trotz begrenzter Raumgröße auf eine Badewanne nicht verzichten möchte, der sollte auf eine Raumsparwanne zurückgreifen, die trotz ihrer eingeschränkten Größe den Badekomfort nicht beeinträchtigt.

Unter ökologischen Gesichtspunkten sind Wannen empfehlenswert, die den Körperformen angepasst sind. Sie sind in der Wannen-Mitte "eingeschnürt", was das Füllvermögen verringert und damit zur Wasserersparnis beiträgt. Im günstigsten Fall verbraucht man bei einem Vollbad nur noch etwa 85 Liter. Acryl ist außerdem pflegeleicht, rutschsicher, fühlt sich angenehm warm an und hat einen optisch schönen Oberflächenglanz.

Separate Duschen gibt es erst seit ungefähr fünfzehn Jahren. Heute sind sie aus keinem Bad mehr wegzudenken und ersetzen manchmal komplett die Badewanne. Duschwannen gibt es in unterschiedlichsten Formen und Größen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Eine Dusche kommt mit wenig Platz aus und man kann sich mit wenig Zeitaufwand und vergleichsweise geringem Wasserverbrauch reinigen und erfrischen. Duschwannen werden ebenso wie Badewannen aus Emaille oder Acryl gefertigt. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Duschtrennwand passgenau ist. Es werden mittlerweile vielfältige Varianten für jeden Geldbeutel angeboten.

Expertentipp

Vor Beginn der Renovierungsarbeiten sollte man eine genaue Budget- und Badplanung machen. Die Fragen: Wo befinden sich Installationsanschlüsse? Wie hoch ist mein Budget (inklusive möglicher Kosten für externe Dienstleistungen)? Welche Anforderungen soll das Bad langfristig erfüllen? Sie bewahren den Heimwerker vor unliebsamen Überraschungen.

Waschplatz mit viel Komfort

Immer mehr Design hält in Waschplätzen im Badezimmer Einzug

Im Bad bieten sich immer mehr Möglichkeiten, seinen persönlichen Stil zu verwirklichen. Bei der Badgestaltung ist heute ein Trend hin zu mehr Funktionalität und Ästhetik zu verzeichnen. War früher der sogenannte Möbel-Waschtisch mit umbauten Möbeleinheiten (Unter- und Seitenschränke, Licht-Spiegel-Elemente, etc.) Ausdruck einer hochwertigen Badeinrichtung, so werden heute Waschplatzeinheiten mit dazu passenden Solitärmöbeln bevorzugt.

In jedem Fall gilt: Mehr Ablageflächen und mehr Individualität. Anzahl und Größe der Waschtische hängen davon ab, wie viele Personen im Haushalt leben. Besteht nur die Möglichkeit, einen Waschtisch zu installieren, so sollte dieser eine Mindestbreite von 70 cm haben. Den morgendlichen Ärger und Stress bei der Badbenutzung kann man mit zwei Einzelwaschtischen am besten verhindern. Sie werden schon in einer Breite von 50 cm angeboten. Optische und hygienische Vorteile bieten Halb- oder Standsäulen.

Im Baumarkt werden Waschtische unterschiedlichster Formen und Materialien angeboten. Keramik ist sicherlich das bewährteste Material. Es ist durch seine glatte Oberfläche besonders hygienisch, reinigungsfreundlich sowie säure- und hitzebeständig. Hierbei spielt die Produktherkunft eine wesentliche Rolle, denn nur nach eindeutigen Richtlinien und Qualitätsnormen hergestellte Produkte garantieren Unbedenklichkeit in Bezug auf Auswahl der Rohstoffe und schadstofffreier Glasuren.

Das stille Örtchen

Auf die Auswahl des WCs wird in der Regel weniger Wert gelegt. Hierbei bieten die Markenhersteller Hilfestellung durch komplette Badserien. Diese beinhalten sowohl wandhängende als auch bodenstehende WC-Modelle, Tief- und Flachspüler und die dazu passenden WC-Sitze. Alle Produkte sind im Design auf das gesamte Badprogramm abgestimmt. Qualitätsprodukte bieten zudem eine zunehmende Anzahl hygienischer Vorteile, z. B. durch verdeckte Befestigungen, abnehmbare WC-Sitze und ausglasierte Spülränder.

Ist der Platz vorhanden, sollte man bei der Einrichtung seines neuen Bades gleichzeitig über die Installation eines Bidets und/oder Urinals nachdenken. Wird das Bidet zunehmend aus dem Bad gedrängt aufgrund unseres wachsenden Hygieneanspruchs und der täglichen Dusche, so wächst hingegen die Käufergruppe für das immer beliebter werdene Urinal. War das "Pissoir" früher ausschließlich in öffentlichen Toiletten denkbar, so ist es heute eine sinnvolle Ergänzung in großzügigen Privatbädern oder Gästetoiletten. Ermöglicht wird dies durch seine bewusst zurückhaltende Gestaltung und den Urinaldeckel.

Wer lange Freude an seinem Bad haben möchte, der sollte nicht den Preis, sondern vielmehr die Produktqualität bei der Auswahl seiner Badeinrichtung in den Vordergrund stellen. Hierbei ist wichtig, sich über den Hersteller und seine Qualitätszusagen zu informieren.

Expertentipp

Beim Kauf sollte man auf Qualität der Produkte, Produktsortiment, Farbgenauigkeit nach festgelegten Standards achten und die Hilfestellung durch anwenderfreundliche Prospekte, Montageanleitungen oder sogar Komplettsets nutzen.

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Christopher , d. 21-11-14 10:47:

Eine große Erleichterung der Badplanung kann man sich verschaffen, wenn man sich beim Fachhändler eine 3D-Planung erstellen lässt. dad ruch erhält man nicht nur einen schönen räumlichen Überblick, sondern kann eventuell gewünschte Elemente wie Badewanne, Toilette, Dusche, Waschplatz und Badmöbel schon mal im optischen Zusammenspiel sehen und bei Bedarf schnell austauschen bzw. in der räumlichen Anordnung anpassen.

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Bildnachweis
1. "Badezimmerarmatur" (Originalbild): Alexandria (alexandria), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "waschplatz14"

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