Vorwandinstallation

Wie Sanitärinstallationen einfacher werden

Vorwandinstallation

Einen nackten Raum zu einem Badezimmer zu machen erfordert viel Geschick. Verstärkt werden Vorwandinstallationssysteme im Baumarkt angeboten. Der Heimwerker profitiert von dieser Vereinfachung, die für das Handwerk entwickelt wurde. Dennoch muss nach wie vor ein gutes Fachwissen und handwerkliches Geschick vorhanden sein.

Ein Badezimmer zu modernisieren stellt ein arbeitsintensives, aufwendiges und kostspieliges Heimwerkerprojekt dar. Doch es ist nicht unlösbar: Vorwandinstallationssysteme sind eine hervorragende Möglichkeit, das Bad kreativ gestalten zu können und gleichzeitig einige Arbeitsschritte zu vereinfachen.

Der Artikel soll Einstiegsinformationen zu dieser Thematik vermitteln.

Handwerker hatten oft das Problem, dass sie einerseits zahlreiche Strom- und Wasserleitungen verlegen mussten, andererseits aber die strengen Regeln der DIN1053 keine Stemm- und Schlitzarbeiten im Mauerwerk mehr zulassen. Mit Vorwandsystemen für das Bad haben Hersteller etliche Installationsarbeiten revolutioniert: Arbeitsaufwand, Lärm und Schmutzanfall verringern sich bei kürzeren Montagezeiten. Gleichzeitig bieten die Systeme aber Gestaltungsmöglichkeiten, die bisher nur mit erheblichen Zusatzarbeiten erzielt werden konnten.

Eine Vorwandinstallation kann auf unterschiedliche Art vorgenommen werden. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von Montage-Rahmen. Diese Gerüste werden an der Wand oder am Boden verschraubt; alle Leitungen, Anschlüsse und z. B. Spülkästen werden im Rahmen befestigt bzw. innerhalb des Rahmens verlegt. Verkleidet werden diese Gerüste dann mit feuchtebeständigen Gipskarton- oder Spanplatten. Auf dieser Platte werden dann die Ausstattungsobjekte wie Wasch-, Toilettenbecken, Urinal, Bidet, Dusch- und Badewanne mit den Anschlüssen verbunden.

Badplanung ist wichtig. Jede Maßnahme ist erfolgversprechender, wenn sie vorher intensiv überlegt und möglichst genau aufgezeichnet wird. Vor dem Start der Baumaßnahme sollte auf jeden Fall mindestens der Grundriss des Badezimmers mit vorhandenen Hemmnissen (z. B. Kaminvorsprünge) und den beabsichtigten Sanitärobjekten aufgezeichnet werden (alles maßstabsgetreu!).

Um nicht ständig neuzeichnen oder radieren zu müssen, können die Objekte auch als Schablonen gebastelt werden. Einige Hersteller bieten (wie Küchenhersteller) bereits vorgefertigte Bögen zur Planung (Schablonen mit den Formen der jeweiligen Serie) oder Badplanungssoftware (einfache CAD-Programme mit virtueller Ansicht des optischen Aufbaus) an.

Einen Schritt weiter sind Installationsbausteine, die bereits ab Werk alle im Badezimmer benötigten Ver- und Entsorgungsleitungen, Befestigungen und Anschlüsse vorkonfektioniert enthalten. Teilweise werden die Sanitärgegenstände direkt mitgeliefert. Der Baustein braucht nur noch mit den Zu- und Abwasserleitungen verbunden werden.

Die von der Technik einfachste Variante ist die Befestigung von Leitungen, Armaturen und Halterungen direkt auf der Wand. Davor wird eine zweite Wand befestigt, aus der dann wiederum nur die Anschlüsse hervorschauen. Diese Variante verzichtet auf einen Gerüstaufbau, was zwar unter Umständen die Maßnahme verbilligt, aber eventuell mehr Unwegbarkeiten mit sich bringt (Genauigkeit, Flexibilität).

Einfache Verkleidung

Wenn alle Einzelmodule (oder ein Komplettmodul) an Ort und Stelle ausgerichtet, befestigt und angeschlossen sind, beginnt die Verkleidung. Dies kann normalerweise mit Gipskarton- oder Spanplatten erfolgen. Wichtig ist hier jedoch, dass es sich entweder bereits um Feuchtraumplatten handelt oder aber dass die Platten sorgfältig und nach Vorgabe der Hersteller der Abdichtprodukte behandelt werden. Fehler werden hier im Nachhinein äußerst unangenehm: Wände ziehen Feuchtigkeit und gehen auf, angebrachte Fliesen platzen ab, Schimmelpilze entstehen und so manche Überraschung mehr.

Toilette und Dusche sind auf einem Vorwandgerüst montiert.
Eine andere Möglichkeit der Vorwandinstallation ist die feste Verbindung direkt mit der Wand.

Da je nach Sanitärobjekt und Wandbelag die Platte eine gewisse Stabilität aufweisen sollte, sollte eine Platte mindestens 12,5 cm stark sein. Einige Hersteller geben in ihren Anleitungen hierzu eine Empfehlung ab. Besonders effektiv ist die Verwendung von Platten, die der Hersteller des Vorwandsystems ab Werk mitliefern kann. Sie sind genau auf die Module abgestimmt und haben bereits alle Ausschnitte, die benötigt werden. Hier muss der Heimwerker für sich die Entscheidung treffen, ob er Arbeitsersparnis und Fehlerminderung mit einem Mehrpreis zur konventionellen Platte bezahlen will.

Sind die Arbeiten soweit fortgeschritten, fehlt nur noch (vor der Anbringung z.B. von Wasch- und Toilettenbecken) die Anbringung des geeigneten Wandbelages. Hier können natürlich zahlreiche Oberflächen zum Einsatz kommen: Fliesen, Dekorputze, Tapeten oder auch geeignete Holzverkleidungen (Hinterlüftungen beachten!).

Echtes Universaltalent

Ein Graus für jeden Heimwerker: Schiefe Böden und Wände! Vorwandinstallationssysteme bieten hier den hervorragenden Pluspunkt, dass sie variable Füße besitzen. Sollte der Boden also nicht ganz eben sein, kann mittels Wasserwaage jedes einzelne Modul richtig ausgerichtet werden.

Besonders reizvoll an Vorwandinstallationssystemen sind die gestalterischen Möglichkeiten. Die Gerüste können nicht nur an der Wand angebracht werden, sondern auch mitten in einem Raum. Denn die Unabhängigkeit von bestehenden Anschlüssen erhöht die kreative Flexibilität. Durch ein solches System wird es mit einem vertretbaren Aufwand möglich, eine Badewanne einmal von allen Seiten begehbar zu machen – wenn der entsprechende Platz vorhanden ist. Ebenso können platzsparende Ecklösungen und diverse Winkellösungen (statt rechter Winkel mal schräg im Raum) realisiert werden. Ein System, das gleichzeitig eine Raumtrennungsfunktion hat, kann von beiden Seiten mit einer Installation versehen werden (z. B. Waschbecken und Toilettenbecken).

Auch die praktische Seite solcher Vorwandsysteme überzeugt. So verschwinden dankenswerterweise wenig attraktive Schmutzfänger im "Untergrund". Wer putzt schon gerne Spülkästen und Abflußrohre, die zum Reinigen schwer zugänglich sind und darüber hinaus meistens noch viele Ecken und Kanten besitzen. Der entstehende Mauervorsprung hingegen ist eine willkommene Ablagefläche, die eben und pflegeleicht ist.

Vorteile von Vorwandinstallationssystemen

  1. Erhebliche Schmutz- und Lärmminderung
  2. Kürzere Montagezeiten und weniger Arbeitsaufwand
  3. Korrekte, gerade Ausrichtung der Elemente durch variable Füße
  4. Komfortabler und einfacher Anschluss von Sanitärobjekten
  5. Objektplatzierung fast überall in gewünschter Höhe im Raum möglich
  6. Alle Zu- und Ableitungen sind verdeckt installiert
  7. Reinigungsaufwand geringer, da weniger »Schmutzecken«
  8. Keine Beeinträchtigung der Mauerwerkstatik
  9. Erhöhung des Schallschutzes nach außen

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die Verbesserung der Schallschutzeigenschaften des Badezimmers. Werden Objekte direkt an einer Wand montiert, übertragen sich z.B. Wassereinlauf und -ablaufgeräusche auf das gesamte Gebäude. Fast jedem ist die akustische Begleitung einer Toilettenspülung in anderen Räumen bekannt. Vorwandinstallationssysteme verhindern diese Geräuschübertragung nicht, aber sie verringern sie unter Umständen erheblich. Denn die vor der Wand liegende Installation vermindert die Wandkontakte und der mit Dämmstoffen versehene Zwischenraum wirkt als Schall- und Wärme-Isolierung.

Einen Schritt weiter sind Installationsbausteine, die bereits ab Werk alle im Badezimmer benötigten Ver- und Entsorgungsleitungen, Befestigungen und Anschlüsse vorkonfektioniert enthalten. Teilweise werden die Sanitärgegenstände direkt mitgeliefert. Der Baustein braucht nur noch mit den Zu- und Abwasserleitungen verbunden werden.

Die von der Technik einfachste Variante ist die Befestigung von Leitungen, Armaturen und Halterungen direkt auf der Wand. Davor wird eine zweite Wand befestigt, aus der dann wiederum nur die Anschlüsse hervorschauen. Diese Variante verzichtet auf einen Gerüstaufbau, was zwar unter Umständen die Maßnahme verbilligt, aber eventuell mehr Unwegbarkeiten mit sich bringt (Genauigkeit, Flexibilität).

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Bildnachweis
1. "Badezimmer" (Our bathroom at the Circus Hotel, Berlin) von Heather Cowper (heatheronhertravels), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "bad21"
3. "boiler21"
4. "duschkabine21"

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