Urinal und Pissoir

Alles rund ums Urinal für Männer und Frauen

Herrentoilette

Das Urinal (auch Pissoir oder Pinkelbecken) ist ein wandhängendes Toilettenbecken, das nur (wie der Name schon nahelegt) zur Aufnahme und Entsorgung von Urin geeignet ist. Urinale sind für das stehende Urinieren konzipiert und daher zumeist zur Benutzung von Männern vorgesehen. Es gibt auch Urinale für Frauen, die bisher aber kaum Verbreitung gefunden haben.

Ursprünglich aus der Urinalrinne entstanden sind Urinale ein normales Erscheinungsbild in Toiletten von Büros oder gastronomischer Betriebe und in öffentlichen Bedürfnisanstalten. Die großen Vorteile dort sind die platzsparende Anordnung und die zusätzliche Hygiene des Nutzers durch Vermeidung von Körperkontakt mit der Sanitärkeramik.

Erfahren Sie alles über unterschiedliche Urinal-Modelle für Herren als auch Damen.

Urinale für Zuhause

Zunehmend findet das Urinalbecken allerdings auch Verwendung in privaten Haushalten. Relativ wenig Platz einnehmend ist ein Pissoir, ähnlich wie ein Bidet, recht gut in ein durchschnittlich großes Badezimmer zu integrieren.

Ein angenehmer Aspekt vom Urinal im eigenen Familienbad, dass sich das leidige Thema "sitzen oder stehen" erübrigt und sich der Reinigungsaufwand im Badezimmer verringert.

Der Hauptvorteil des Urinals ist jedoch vor allem die Einsparungen im Wasserverbrauch. Der Wasserverbrauch eines gebräuchlichen WCs ist relativ hoch und liegt bei 9 bis 14 Litern pro Spülung! Bei einem Urinal hingegen werden nur 2 bis 3 Liter  verbraucht, ganz sparsame Varianten kommen sogar mit 1 Liter aus.

Ein noch höheres Einsparpotential bieten die wasserlosen Urinale, die mit speziellen Siphons ausgestattet sind, die den Urin abfließen lassen.

Quelle: www.pixelio.de <br>(Rainer Sturm)
Quelle: www.pixelio.de <br>(Stefan Klaasen)
Quelle: www.sxc.hu <br>(tome213)

Wasserlose Urinale

Eine weitere Steigerung des (Wasser-) Einsparpotentials bietet das wasserlose Urinal und rentiert sich daher vor allem in öffentlichen Toiletten mit reger Benutzung.

Ökonomisch und Ökologisch von großem Vorteil: Die Kosten für Einbau und die Installation amortisieren sich meist innerhalb weniger Jahre, der Umweltschutz ist sofort gegeben.

Durch speziell konstruierte Siphons muss der Urin nicht mit Wasser weggespült werden. Diese Siphons gibt es in unterschiedlichen Funktionsweisen.

Sperrflüssigkeit

Im Siphon befindet sich eine (biologisch unbedenkliche) Sperrflüssigkeit, die leichter ist als Urin und daher als flüssiger Verschluss dient. Der Urin sinkt durch die Flüssigkeit hindurch, die Flüssigkeit liegt wie ein Deckel auf und Geruchsbildung durch Urin oder vom Kanal her wird verhindert.

Schwimmertechnik

Ein weitere Version ist das wasserlose Urinal, das mit einem Schwimmer (hydrostatischem Auftriebskörper) funktioniert (z. B. von Urimat). Der Urin drückt den Schwimmer nach unten und kann abfließen. Kommt keine Flüssigkeit mehr, schließt der Schwimmer den Siphon dicht und geruchsfrei ab.

Membrantechnik

Statt mit Sperrflüssigkeit zu arbeiten, gibt es auch Trockenurinale (z. B. von Ökonal), die anhand einer Membrantechnik funktionieren: Eine Klappen-Silikonmembran lässt den Urin ohne Rückstau abfließen, hält aber die aufsteigenden unangenehmen Gerüche zurück.

Untenstehend ist die Funktionalität anhand einer Zeichnung ersichtlich.

Allen Arten von Trockenurinalen sind folgende Vorteile gemein

Quelle: www.oekonal.de
  • Schutz von Ressourcen durch Einsparung von Wasser, dieses wird nur zur Reinigung bzw. Wartung benötigt
  • die Unterdrückung von Geruchsbildung durch sofortige Entsorgung des Urins
  • die Verhinderung von Urinstein (dieser entsteht durch die chemische Reaktion von kalkhaltigem Spülwasser mit Urin) und daher keine Ablagerungen (Inkrustination) im Urinal oder den Abflüssen.
  • die leichte Reinigung des Pissoirs, da die schwer zugängliche Spülrinnen wegfallen
  • Zusätzliche Hygiene für den Benutzer: kein Kontakt zum Urinal durch Betätigung des Spülmechanismus und es ist keine Reinigung einer Spülarmatur von Nöten.

Reinigung und Pflege wasserloser Urinale

Das Urinal selbst kann zusätzlich mit einer Hygienebeschichtung versehen werden, die im Urin befindliche Bakterien abbaut und dadurch eine Geruchsbildung durch Bakterienzersetzung an der Luft verhindert.

Ganz ohne Reinigung und Pflege kommen natürlich auch die wasserlosen Trockenurinale nicht aus.

Eine regelmäßige Reinigung, die Erneuerung der Hygienebeschichtung durch mikrobiologische Reiniger, ein eventuell nötiges Nachfüllen der Sperrflüssigkeit und den Austausch der Flüssigkeit, der Silikonmembran oder des Schwimmersiphons in bestimmten Abständen (je nach Frequentierung) bleiben noch zu tun.

Damenurinale und Frauenurinale

Frauenurinale sind bisher wenig verbreitet. Die Vorteile der Platzeinsparung, die leichtere Reinigung als die einer Toilette und die bessere Hygiene durch Körperkontaktvermeidung sind auch bei Urinalbecken für Frauen gegeben.

Urinale für Frauen sind der weiblichen Anatomie angepasst, uriniert wird in einer Hockposition, der sogenannten "Skifahrerhaltung". Allerdings verhindert das Schamgefühl eine flächendeckende Verbreitung von Damenurinalen, da trotz Trennwänden zwischen den Urinalen mehr Intimsphäre preisgegeben werden muss.

Mehr Akzeptanz hatten Frauenurinale Anfang des letzten Jahrhunderts, als durch die Rockmode ein größerer Sichtschutz beim Urinieren gegeben war.

"Pinkeln im Stehen" – auch für Frauen

Inzwischen wurden kleine Hilfen entwickelt, die Frauen das Urinieren im Stehen und so das Benutzen von Herrenurinalen erlauben. Diese Hilfsmittel sind kleine Trichter, die unter den Harnausgang gehalten werden und so ein genaues Urinieren ermöglichen, ohne dass die Kleidung entfernt werden muss.

Ausführungen gibt es unterschiedliche, so zum Wegwerfen nach einmaliger Benutzung ("Urinella", "P-mate") oder auch zum mehrmaligen Gebrauch ("Freshetta", "Whiz", "Pibella", "Pisstazia", "GoGirl").

Lustiges Video zum Frauenurinal

Öffentliche Toiletten

Ein großes Problem von Städten gerade in Kneipengegenden sind die Mengen an Urin, die an Hauswände, Bäume und Mauern abgegeben werden. Neben der Schädigung des Materials ist auch die Geruchsbelästigung nicht zu unterschätzen (zusätzlich zum nicht unbedingt angenehmen Anblick von urinierenden Männern).

Alte Toilettenhäuschen / Pissoirs

Versenkbare Urinale – Pop Up Loos

Um dieses Urinieren in der Öffentlichkeit in Innenstädten mit belebtem Nachtleben zu verhindern, wurden versenkbare Straßentoiletten entwickelt ("Urilift").

In England, Dänemark und den Niederlanden kommen sie bereits zum Einsatz. An diesen versenkbaren Urinalen können sich drei Männer gleichzeitig ohne Sichtkontakt "erleichtern".

Versenkt aussehend wie ein großer Gullydeckel fahren diese Toiletten dank Hydraulik nach oben und nach Benutzung wieder in die Erde. Anhand Sensoren wird ein Einfahren oder Ausfahren im falschen Moment verhindert.

Die WCs können nach Bedürfnis ausgefahren werden oder sie werden zu bestimmten Zeiten am Wochenende in der Nacht sichtbar und am frühen Morgen wieder versenkt.

Pop Up Loo in Betrieb

Mobile Urinale

Neben den bekannten blauen Toilettenhäuschen für Veranstaltungen wurden auch mobile Urinalstände entworfen. Sie können von vier Männern zur gleichen Zeit benutzt werden und benötigen nicht mehr Stellplatz als eine Toilettekabine.

Es handelt sich um wasserlose Urinale, die mit speziellen Geruchsverschlüssen ausgestattet sind, so dass auch bei regem und längerem Gebrauch unangenehme Gerüche verhindert werden.

Diese Toiletten können auch an das öffentliche Kanalsystem angeschlossen werden.

Urinalbecken: Arten, Ausführungen, Material und Urinalsieb

Neben ihren unterschiedlichen Funktionsweisen gibt es Pissoirbecken in verschiedenen Formen, Materialien, Ausführungen und Farben. Für den privaten Bereich werden Urinalbecken zumeist in Sanitärkeramik in Weiß angeboten, zum Teil mit Deckel aus Plastik. Zusätzlich gibt es auch Modelle aus Edelstahl, Kunststoff und anderem, die einen versteckten Blickfang bieten.

"Kisses" in Brighton
Eimer in London
Fässer in einer neuseeländischen Brauerei
Pinkelrinne in Melbourne

Einige Urinale haben eine gewisse (nicht ganz unumstrittene) "Berühmtheit" erlangt, so z. B. das Exponat von Duchams "la Fontaine" im San Francisco Museum of Modern Art oder die als frauenfeindlich und sexistisch empfundenen "Kisses" der niederländischen Designerin Meike van Schijndel.

Auf öffentlichen Toiletten sind Urinale aus Gründen der Hygiene oft mit einer Sensor- Spülvorrichtung ausgestattet, so dass ein Kontakt mit der Armatur nicht nötig ist. Andere Pissoirs haben (zusätzlich) eine automatische Spülung, die regelmäßigen Abständen das Urinal mit Wasser säubert.

Um ein gewisses Maß an Intimsphäre zu erreichen, können zwischen nebeneinander hängenden Urinalen an der Wand Trennwände (sogenannte Schamwände) montiert werden.

Um die erzwungene Blickrichtung des Urinierenden auszunutzen, wird in öffentlichen Toiletten auf Augenhöhe oft Werbung mit Plakaten angebracht.

Unterhaltsamer ist der Einbau von kleinen Spielen im Urinal, die neben der Belustigung die "Zielsicherheit" erhöhen sollen.

Das bekannteste dieser Art des Vergnügens ist der sogenannte "Pinkelkicker" (auch "Klokicker"): ein Einsatz mit einem grünen Plastikfeld (der Rasen) und kleinem Tor und einem Ball, der anhand des Urinstrahls ins Tor gelenkt werden soll oder der bei Urinkontakt seine Farbe verändert. 

Erhältlich ist solch ein Piss-Goal-Urinal Einsatz zum Beispiel bei amazon.

Auch beliebt sind Aufkleber, die auf Wärme reagieren, so zum Beispiel der "Pissball" oder die "Pinkelfliege".

Bei allen "Zielhilfen" ist zu bedenken, dass Bakterien und Ablagerungen hier leichten Nährboden finden. So sollte das "Fußballfeld" gründlich gereinigt werden und die Aufkleber nach ein bis zwei Tagen ausgetauscht werden.

Lustige und interessante Urinale und WCs in aller Welt

Urinal mit Deckel

Ein Urinal mit Deckel ist ideal für den privaten Haushalt, da es Komfort, Design und Hygiene miteinander verbindet. Wir geben ihnen eine Kaufberatung für verschiedene Urinals mit Deckel.

Selbstverständlich gibt es verschiedensten Designs für Pissoits mit Deckel. Die drei futuristischen und unserer Meinung nach Formschönsten haben wir Ihnen hier einmal von Alessi, Durivat und Villeroy&Boch abgebildet.

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Bildnachweis
1. "Urinale" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "sieben urinale" © Rainer Sturm / Pixelio.de
3. "drei urinale" © Stefan Klaasen / Pixelio.de
4. "sechs urinale" FreeImages.com/tome213
5. "keramag presse": © Keramag (Pressemeldung)
6. "siph-ani": © Oekonal
7. "unisex urinale"
8. "altes-toilettenhaus"
9. "altes-toilettenhaus 01"
10. "altes-toilettenhaus 02"
11. "urilift presse"
12. "mobiles urinal"
13. "urinal mouths" (Open wide) von Elsie (Les Chatfield), Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten
14. "urinal buckets" (Fire-bucket urinals) von Jake Setlak (pylbug), Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten
15. "urinal keg-shaped" (Keg shaped urinals) von Grew Hewgill (ghewgill), Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten
16. "urinal melbourne" (Federation Pee) von Paul Downey, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten

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