Funktion und Vorteile eines Wärmepumpentrockners

Funktion und Vorteile eines Wärmepumpentrockners

Der Trommeltrockner ist das gängigste Trockner-Modell in deutschen Haushalten. Die Wäsche wird in der rotierenden Trommel umgewälzt, während warme Luft hindurchströmt und die Feuchtigkeit aufnimmt. Abluft-, Kondens- und Wärmepumpentrockner funktionieren nach diesem Prinzip.

Die Anschaffungskosten für einen Wärmepumpentrockner mit der Energieeffizienzklasse A+++ sind im Schnitt 40 – 50 % höher als für einen Kondenstrockner. Preisgünstige Modelle mit der Energieeffizienzklasse A+, erhalten Sie bereits ab etwa 450 Euro von bekannten Herstellern wie Siemens, Bosch oder AEG.

Vergleicht man die Gesamtkosten bei einer Nutzungsdauer von etwa 10 Jahren und durchschnittlichem Gebrauch, ist der Wärmepumpentrockner aufgrund der einbezogenen Stromkosten weitaus günstiger als ein herkömmlicher Kondenstrockner. Welche Technik hinter den verschiedenen Modellen steckt und wie die Wärmepumpe den Energiebedarf so drastisch senkt, erklären wir nachfolgend.

Am einfachsten kann die Funktionsweise eines Wärmepumpentrockners erklärt werden, wenn wir einen Blick auf seine Vorgänger werfen.

Während der Ablufttrockner zu den Auslaufmodellen gehört, erfreut sich der Kondensationstrockner noch großer Beliebtheit. Doch der Wärmepumpentrockner befindet sich auf dem Vormarsch, denn durch den niedrigen Energiebedarf amortisieren sich die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten schnell.

Der Ablufttrockner – Vorreitermodell der Trommeltrockner

Am Ablufttrockner kann das grundlegende Prinzip eines Trockners am einfachsten dargestellt werden.

Raumluft wird erwärmt, durch die Wäsche geblasen und nach außen abgeführt. Die erzeugte Wärme geht verloren.
Raumluft wird erwärmt, durch die Wäsche geblasen und nach außen abgeführt. Die erzeugte Wärme geht verloren.
  1. Der Ablufttrockner bezieht die Luft zum Trocknen der Wäsche, aus dem Aufstellungsraum.
  2. Die Raumluft wird durch ein Heizregister im Trockner erwärmt und weiter in die Wäschetrommel geblasen.
  3. Dort nimmt sie die Feuchtigkeit auf und verlässt dann den Trockner durch einen Abluftschlauch ins Freie.

Der Abluftschlauch sollte einen Durchmesser von 10 cm nicht unterschreiten um den Staudruck nicht zu erhöhen. Zum Abführen der Abluft nach draußen, benötigt der Schlauch entweder einen separaten Abzug durch die Wand oder ein offenes Fenster.

Nachteil des Ablufttrockners:

Durch das Ansaugen der Zimmerluft entsteht in geschlossenen Räumen ein leichter Unterdruck. Dies kann dazu führen, dass Abgase von Feuerstätten, wie Gasthermen oder Öfen, nicht abziehen und Vergiftungsgefahr besteht. Ablufttrockner sollten daher nur in gut belüfteten Räumen genutzt werden.

Durch das Lüften werden der Aufstellungsraum ausgekühlt und die Heizkosten erhöht. Für Wohnungen ohne separaten Waschkeller sind Ablufttrockner daher eher ungeeignet.

Der Kondensationstrockner

Der Kondenstrockner unterscheidet sich vom Ablufttrockner darin, dass der Luftstrom zum Trocknen der Wäsche in einem weitgehend geschlossenen Kreislauf zirkuliert. Es handelt sich dabei um die sogenannte Prozessluft.

Die erzeugte Wärme geht nicht verloren, benötigt jedoch mehr Zeit, um die Wäsche zu trocknen.
Die erzeugte Wärme geht nicht verloren, benötigt jedoch mehr Zeit, um die Wäsche zu trocknen.

Die warme, feuchte Luft aus der Trommel passiert zunächst ein Flusensieb. Anschließend kühlt sie der Kondensator ab, so dass sich der Wasserdampf verflüssigt. Das Kondenswasser wird in einem Behälter aufgefangen. Die abgekühlte Prozessluft wird erneut im Heizregister erwärmt und durch die Trommel geblasen. Durch diesen geschlossenen Prozessluftkreislauf benötigt der Kondenstrockner keinen Abluftschlauch und ist daher für Wohnungen besser geeignet.

Der Kondensator bezieht zur Kühlung die Luft aus dem Aufstellungsraum. Die dabei gewonnene Wärme wird wieder ins Zimmer abgegeben.

Nachteil des Kondenstrockners:

Im Winter kann die Erwärmung der Umgebung durch den Trockner recht angenehm sein. Im Sommer ist sie jedoch eher störend. Vor allem auch, weil der Kondensationstrockner in aufgewärmten Räumen mehr Energie benötigt.

Durch den geschlossenen Kreislauf kann die Prozessluft im Vergleich zum Ablufttrockner weniger Feuchtigkeit abgeben und wieder aufnehmen. Dadurch wird insgesamt mehr Luft zur Trocknung eingesetzt. Der Kondensationstrockner benötigt daher, vor allem in warmer Umgebung, mehr Strom als der Ablufttrockner.

Der Wärmepumpentrockner

Die Technik des Wärmepumpentrockners soll die Nachteile seiner Vorgänger ausgleichen.

In der Wärmepumpe befindet sich ein Kältemittelkreislauf der die Prozessluft kühlt und wieder erwärmt. Man unterscheidet also den Kältemittelkreislauf und den Prozessluftkreislauf.

Die zur Kondensation benötigte kalte und warme Luft wird zeitgleich von der sparsamen Wärmepumpe erzeugt und nicht durch den Wohnraum beeinflusst.
Die zur Kondensation benötigte kalte und warme Luft wird zeitgleich von der sparsamen Wärmepumpe erzeugt und nicht durch den Wohnraum beeinflusst.

Im Kältemittelkreislauf wird ein Kältemittel fortwährend ausgedehnt und komprimiert und kann dadurch Wärme aufnehmen oder abgeben. Nachdem die Prozessluft Feuchtigkeit von der Wäsche aufgenommen hat, strömt sie durch ein Flusensieb. Anschließend kühlt die sogenannte „kalte Seite“ der Wärmepumpe die Luft knapp unter den Taupunkt ab. Der Wasserdampf kondensiert. Die Feuchtigkeit wird in einer Wanne aufgefangen und in den Kondenswasserbehälter gepumpt. Die Prozessluft wird weiter in die „warme Seite“ der Wärmepumpe geleitet. Dort befindet sich der Kondensator mit dem verdichteten Kältemittel. Die Prozessluft wird erwärmt und der Kreislauf beginnt von neuem.

Die Wärmepumpe selbst, wird mit einem kleinen Elektromotor angetrieben. Die Energieersparnis resultiert daraus, dass der Stromverbrauch des Motors geringer als die erzeugte Wärmeleistung ist. Zudem geht keine Energie verloren. Dadurch benötigt der Wärmepumpentrockner im Vergleich zu einem herkömmlichen Kondensationstrockner etwa 50 % weniger Strom.

Doch einen kleinen Nachteil hat der Wärmepumpentrockner, die Trocknungszeit ist länger als beim Kondensationstrockner.

Nutzen Sie den Trockner eher selten, ist der Energiespareffekt geringer. Prüfen Sie in diesem Fall erst, ob sich die hohen Anschaffungskosten rechnen.

Tipps zur Bedienung und Instandhaltung des Trockners

Nicht Trockner geeignet
Nicht Trockner geeignet
Bei niedriger Temperatur trocknen
Bei niedriger Temperatur
Bei normaler Temperatur trocknen
Bei normaler Temperatur
Trocknen bis 95 °C
Trocknen bis 95 °C
Allgemein Trockner geeignet
Allgemein geeignet

Kondensationstrockner und Wärmepumpentrockner verfügen über einen Flusensieb und einen Kondenswasserbehälter. Der Trockner kann nur effizient arbeiten, wenn beides regelmäßig geleert und gereinigt wird. Bei den gängigen Trocknern befindet sich der Kondenswasserbehälter in einer herausziehbaren Schublade links oben am Trockner. Der Flusensieb kann bei geöffneter Tür am unteren Trommelrand heraus gezogen werden.

Des Weiteren sind nicht alle Wäschestücke für das Trocknen im Wäschetrockner geeignet. Bestimmte Stoffe, wie Synthetik, Wolle und Seide können einlaufen. Moderne Geräte verfügen über extra Programme für empfindliche Textilien. Der Waschzettel an Kleidung enthält Angaben, ob das Wäschestück in den Trockner gegeben werden darf. Andernfalls bleibt Ihnen immer noch der ökologischste Wäschetrockner, die Lufttrocknung auf der Wäscheleine.

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