Induktionskochfeld und Induktionsherd

Bräter auf Induktionskochfeld

Einzelne Induktionskochplatten oder eingebaute Induktionskochfelder und freistehende Induktionsherde trifft man mittlerweile häufig in Küchen mit gehobener Ausstattung an. Kein Wunder: Sie vereinen zahlreiche Vorteile der verschiedenen herkömmlichen Herdkonstruktionen wie klassischer Elektroherd mit Gusskochplatten, Gasherd und elektrisch beheiztes Cerankochfeld. Die Besonderheit beim Induktionsherd: Hier werden Töpfe und Pfannen direkt erhitzt – die Hitze entsteht unmittelbar im Boden des Kochgeschirrs.

Wie funktioniert ein Induktionskochfeld?

Blick auf geöffnetes Induktionsfeld
Ein Blick unter die Glaskeramik-Platte: In der flachen Spule aus Kupferdraht wird ein hochfrequentes Magnetfeld erzeugt. Im Vordergrund sieht man Steuerelektronik, LED-Anzeigen und Sensortasten.

Auf den ersten Blick sehen Induktionskochfelder häufig aus wie übliche Ceranfelder. Anders als dort befindet sich beim Induktionsherd jedoch keine elektrische Heizspirale unter der Glaskeramik, sondern eine flache Spule aus einem dicken Kupferleiter.

Durch diese Spule fließt ein elektrischer Wechselstrom. Dabei entsteht ein magnetisches Wechselfeld, dessen Feldlinien ein kleines Stück über die Glaskeramikplatte hinausreichen. Setzt man auf die Platte nun einen Topf oder eine Pfanne, deren Boden genug ferromagnetisches Metall mit einem ausreichend hohen elektrischen Widerstand enthält, wird der Boden durch das Wechselfeld angeregt und darin ebenfalls ein Feld erzeugt – diesen Vorgang nennt man Induktion.

Das Feld im Topfboden nennt man wegen der Form seiner Feldlinien Wirbelstrom. Dieser Wirbelstrom heizt den Topfboden auf, da sich zum einen elektrische Verluste durch den Widerstand des Materials ergeben, zum anderen verluste durch die rasch veränderte Magnetisierung des Metalls. Diese Verluste werden als Wärme an den Boden und von dort an den Inhalt des Topfes abgegeben.

Geeignetes Kochgeschirr

Für Induktionsherde und Induktionskochfelder eignet sich Kochgeschirr, bei dem zumindest der Boden aus ferromagnetischen Legierungen mit einem hohen spezifischen elektrischen Widerstand besteht. Das sind in der Regel Eisenlegierungen.

Kauft man Töpfe und Pfannen neu, erkennt man ihre Eignung in der Regel an einem Symbol auf der Verpackung und eingeprägt am Boden. Älteres Kochgeschirr, das nicht entsprechend gekennzeichnet ist, kann man aber ebenfalls leicht aufs eine Eignung prüfen: Haftet ein normaler Dauermagnet am Boden, dann taugen Topf oder Pfanne für die Induktionstechnik.

Ausgeschlossen davon ist Kochgeschirr aus Aluminium oder nichtmagnetischem Edelstahl ebenso wie aus Glas oder Keramik. Hier findet das Magnetfeld keinen ausreichenden elektrischen Widerstand vor.

Logo Induktionseignung
Mit einem Logo wie diesem oder einer entsprechenden Anmerkung sagt der Hersteller die Eignung für Induktionsherde und -kochfelder zu.
Zwei Kochtöpfe auf einem Kochfeld
Ob Töpfe für Induktion geeignet sind, sieht man ihnen nicht immer an. Im Zweifel hält man einen Permanentmagneten an den Boden – haftet er, dann lässt sich der Topf nutzen.

Abhelfen lässt sich im Einzelfall mit Adapterplatten aus ferromagnetischem Stahl, die auf das Kochfeld gelegt werden und auf die man dann das Kochgeschirr stellt. So kann man teure, selten genutzte Töpfe wie etwa einen übergroßen Suppentopf weiter verwenden. Die Vorteile eines Induktionsherdes gehen dabei allerdings verloren: Da wie bei der klassischen Kochplatte zuerst die Adapterplatte erwärmt wird und dann ihre Hitze über den physischen Kontakt an das Kochgeschirr weitergibt, erwärmt es sich langsamer und es gibt Wärmeverluste. Das ist also wirklich nur eine Behelfslösung, die aber von Fall zu Fall teure Neuanschaffungen ersparen kann.

Vorteile von Induktionskochfeldern

Kochen auf dem Induktionsfeld
Auf einem Induktionsfeld kocht man schnell und präzise. Ambitionierte Hobbyköche wissen das ebenso zu schätzen wie Profis.

Kochen mit Induktion ist nicht umsonst sehr beliebt. Hier die wichtigsten Vorteile:

Induktionskochfelder sind sehr energieeffizient. Das liegt zum einen daran, dass Töpfe und Pfannen direkt erwärmt werden. Es gibt also keine Verluste dadurch, dass die Wärme erst von einer zuvor erhitzten Platte auf den Topf übertragen werden muss. Zum anderen sind Induktionsherde sehr schnell, da Wartezeiten für das Aufheizen der Platte entfallen.

Die Hitze lässt sich wie beim Gasherd sehr präzise steuern, der Herd reagiert sofort auf Veränderungen. Deshalb schätzen vor allem Profis und ambitionierte Hobbyköche diese Technik.

Die Kochfläche selbst bleibt kühl. Sie wird lediglich dadurch etas erwärmt, dass Hitze vom Kochgeschirr zurückstrahlt. Die dabei entstehenden Temperaturen reichen nicht aus, um Speisereste einzubrennen. Deshalb sind Induktionsfelder auch leicht zu reinigen. Das kann übrigens durchaus anders aussehen, wenn man eine der erwähnten Adapterplatten verwendet!

Eine vergessene eingeschaltete Kochstelle? Mit Induktion kein Problem, denn das Induktionsfeld schaltet sich automatisch ab, wenn kein Topf darauf steht. Selbst wenn Kinder unbeobachtet am Kochfeld herumspielen, ist die Gefahr bei weitem kleiner als beim klassischen Herd.

Nachteile von Induktionskochfeldern

Alte Aluminium-Töpfe
Das ist im Grunde schon der einzige Nachteil, der sich im Alltag bemerkbar macht: Kochgeschirr aus nicht ferromagnetischen Materialien funktionieren mit Induktion nicht. Der geerbete Satz Aluminium-Töpfe etwa muss aufs Altenteil.

Den Komfort, das Tempo und die Präzision der Induktionstechnik muss man mit einigen wenigen Nachteilen erkaufen:

Der gewichtigste besteht wie schon erwähnt darin, dass man nur geeignetes Kochgeschirr verwenden kann. Aluminium-, Edelstahl-, Glas- oder Keramikgefäße kann man also nicht mehr ohne weiteres zum Kochen verwenden.

Gewarnt wird zuweilen auch vor den entstehenden elektromagnetischen Feldern. Sorgen deswegen sind allerdings weitgehend unbegründet. Das Wechselfeld einer Induktionskochstelle schwingt mit 20 bis 100 kHz. Das reicht bei weitem nicht aus, um Wasser und damit auch menschliches Gewebe zu erwärmen. Zum Vergleich: Mikrowellenherde arbeiten mit Wellen von knapp 2,5 GHz, also etwa der hunderttausendfachen Frequenz. Die theoretisch tatsächlich betroffenen Herzschrittmacher sind normalerweise zu weit vom Kochfeld entfernt, um beeinflusst zu werden, hier sollte man trotzdem vorsichtshalber entsprechende Warnhinweise der Hersteller beherzigen und in jedem Fall einen ausreichenden Abstand halten.

Preis: 19,99 EUR

eKomi Bewertung: 5 Sterne


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