Fertighaus – der schnelle Weg zum Eigenheim

Fertighaus – der schnelle Weg zum Eigenheim

„Ein Mann muss drei Dinge im Leben tun: Ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und einen Sohn zeugen.“ Woher dieser Ausspruch stammt, ist leider nicht zweifelsfrei geklärt. Symbolisch steht er jedoch dafür, einen gemeinsamen Hausstand zu schaffen (Baum = Symbol des Anfangs) und eine Familie zu gründen, was bis heute seine Gültigkeit behalten hat.

Auch, wenn das Haus nur symbolisch für ein Heim – egal ob Mietwohnung oder eigener Besitz – steht, bietet ein Eigenheim viele Vorteile. Für viele steht sicherlich die Freiheit und die eigene Schaffenskraft im Vordergrund. Doch ein Eigenheim ist auch eine gute Altersvorsorge. Niemand weiß, wie teuer die Mietpreise in dreißig Jahren sein werden oder was die zukünftige Rente noch wert ist. Eines ist jedoch gewiss – keine Miete zahlen zu müssen, entlastet das Einkommen beziehungsweise die Rente und sichert den Lebensstandard.

Mietwohnung, Eigentumswohnung oder Eigenheim

Ob man in einer Mietwohnung, einer Eigentumswohnung oder in einem eigenen Haus leben möchte, ist eine Frage des Geldes und unterliegt den persönlichen Vorlieben. Bei der Wahl sollten jedoch grundlegende Fakten einbezogen werden:

Mietwohnung:

Wer zur Miete wohnt, muss monatlich Miete zahlen und ist vom Vermieter abhängig. Das fängt schon bei speziellen Gestaltungswünschen des Wohnraums an. Wer beispielsweise einen Fliesenboden verlegen möchte oder andere Änderungen in der Wohnung vornehmen will, die in die Bausubstanz eingreifen, muss die Erlaubnis des Vermieters einholen. Der Vorteil ist jedoch, dass man sich um fast nichts kümmern muss. Fallen Reparaturarbeiten an oder müssen Fenster erneuert werden, ist der Vermieter hierfür zuständig.

Eigentumswohnung:

Geht die Wohnung durch einen Sofort- oder Mietkauf in Eigentum über, entfällt die Abhängigkeit von Mietzahlungen. Dennoch darf der Eigentümer nicht immer eigenmächtig handeln. Sind neue Fenster geplant, muss er sich mit anderen Wohnungseigentümern des Hauses oder gegebenenfalls mit dem Eigentümer des gesamten Hauses absprechen. Auch eine nachträgliche Fassadendämmung ist nicht ohne vorherige Absprachen und Einigungen mehrerer Parteien möglich. Mit einer Eigentumswohnung kann man also nicht machen, was man gerne möchte. Es besteht nach wie vor eine gewisse Abhängigkeit.

Eigenheim:

Solange keine Vorlagen der Gemeinde zur Stadtansicht bestehen oder das Haus unter Denkmalschutz steht, darf ein Eigentümer mit seinem Haus tun und lassen, was er möchte. Lediglich Eigentümer von Reihenhäusern müssen sich bei äußeren Umbauarbeiten mit angrenzenden Nachbarn absprechen und in Sachen Lärm Rücksicht nehmen. Wer ein eigenes Haus hat, muss sich allerdings um ausstehende Reparatur- oder Sanierungsarbeiten ebenso kümmern, wie um die Grundstückspflege und um Auflagen der Gemeinde zur Straßen- und Grünpflege am Grundstück. Mit der Freiheit gehen also auch Verpflichtungen einher.

Hauskauf oder ein Haus selber bauen?

Ein Hauskauf bietet gegenüber dem Hausbau viele Vorteile: Es ist kein Bauantrag nötig, bei einem guten Zustand des Hauses hat man nur einen geringen Arbeitsaufwand, außerdem kann man das fertige Haus vor dem Kauf „begehen“. Begehen bedeutet, dass die Interessenten jeden Raum in seiner Größe und Form betrachten können. So können sie die Räume gedanklich einrichten und abwägen, ob das Haus ihren Vorstellungen entspricht. Perfektion ist allerdings selten zu finden. Oft müssen Abstriche bei Raumaufteilung, Zimmergröße, Grundstücksgröße oder in anderen Bereichen gemacht werden. Selten treffen Haus und Grundstück exakt die eigenen Vorstellungen. Nicht zu vergessen sei der regionale Aspekt: Es ist schwer, das perfekte Haus zu finden. Noch schwieriger ist es, ein perfektes Haus genau an dem Standort zu finden, wo man gerne leben möchte.

Ein Hausbau ist häufig mit viel Arbeit verbunden
Ein Hausbau ist häufig mit viel Arbeit verbunden

Einen besonderen Vorteil bietet der Hauskauf bei der finanziellen Planung. Entspricht das geplante Objekt einem modernen Haus und stehen nur wenige Reparaturen oder Umbauarbeiten an, lassen sich die anfallenden Kosten relativ gut und exakt berechnen. Mit jeder Umbauarbeit steigt jedoch das Risiko versteckter und unbedachter Kosten. Auch die Zeit, die man bis zum Einzug benötigt, verlängert sich oft mit großen Umbauarbeiten.

Egal ob Massivhaus oder Fertighaus – ein neues Haus zu bauen, bedeutet zwar mehr Aufwand, doch man hat eine größere Gestaltungsfreiheit. Das betrifft vor allem die Auswahl des Grundstücks, die Art, wie man bauen möchte und natürlich die Raumaufteilung. Wer sein Haus selbst gestalten möchte, muss auch die Verantwortung dafür tragen und steht vor einer großen Planungsaufgabe. Dabei helfen jedoch Planungshilfen wie Hauskataloge zum Stöbern. Diese bieten viele Anregungen. Darüber hinaus können sich Bauherren in Hausbau-Foren über Erfahrungen mit unterschiedlichen Baufirmen austauschen. Wer mit dem Hausbau in Eigenregie überfordert ist, kann sich jederzeit Hilfe holen und den gesamten Hausbau in geübte Hände legen. Auch mit dem Bauträger läuft nichts ohne die Zustimmung des Bauherrn ab, denn dieser bestimmt letztendlich über sein Eigenheim.

Massivhaus oder Fertighaus, worin liegen die Unterschiede?

Die Bezeichnung Fertighaus bedeutet, dass das neue Ein- oder Mehrfamilienhaus in Komponenten – meist Wandelementen – geliefert und auf der Baustelle zusammengesetzt wird. Ob es sich hierbei um ein Massivhaus, um die Ständerbauweise oder um ein Block- beziehungsweise Schwedenhaus handelt, wird mit der Bezeichnung nicht festgelegt.

Ein Fertighaus kann ein Massivhaus sein.
Ein Fertighaus kann ein Massivhaus sein.
Ein Fertigdach beschleunigt den Bauvorgang.
Ein Fertigdach beschleunigt den Bauvorgang.

Die meisten Fertighäuser bestehen jedoch aus Holzelementen, da sich diese Bauweise besonders anbietet. Aus diesem Grund setzen viele Menschen ein Fertighaus mit der Holz-Ständerbauweise gleich. Dennoch können die gelieferten Wandelemente ebenso aus Beton, Poroton oder aus einem anderen Material bestehen. Es gibt also durchaus Fertighäuser in Massivbauweise.

„Zeit ist Geld“ – dieses Sprichwort betrifft auch den Hausbau. Wer während des Hausbaus in einer Mietwohnung lebt, trägt eine doppelte finanzielle Belastung, denn es werden sowohl Miet- als auch Baukosten fällig. Daher ist es sinnvoll, die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten. Mit einem Fertighaus ist das kein Problem. Nach der Erstellung der Bodenplatte oder des Kellers können die Wandelemente angeliefert und aufgestellt werden, was zumeist nur wenige Tage in Anspruch nimmt. Ein wetterbedingter Stillstand auf der Baustelle wird so zu einem seltenen Problem. Auch die Folgearbeiten können zügig ausgeführt werden. Da die Bauelemente bereits fertig angeliefert werden, entfallen Maurer- und Putzarbeiten auf der Baustelle. Das heißt auch, dass die Bauelemente bereits bei der Anlieferung getrocknet sind, sodass auch kaum eine Trocknungsphase nötig ist. Je nach Art und Umfang der Fertigbauweise können Teile der Installation sogar bereits in den Wandelementen enthalten sein.

Wer ein Fertighaus baut, sollte sich jedoch bewusst sein, dass spontane Änderungswünsche während der Bauphase oder spätere Umbauarbeiten nur schwer umzusetzen sind. Ein Haus nach Fertigbauweise sollte daher gut geplant sein.

Vor- und Nachteile der Fertigbauweise im Überblick

Vorteile der Fertigbauweise

Der Vorteil der Fertigbauweise wurde bereits bei "Plattenbauten" genutzt.
Der Vorteil der Fertigbauweise wurde bereits bei "Plattenbauten" genutzt.
  • Alle Bauelemente werden vorgefertigt geliefert und müssen nur zusammengesetzt werden. Dies ermöglicht eine enorme Zeiteinsparung. So lassen sich große Ausfälle durch schlechtes Wetter vermeiden.
  • Die Fertigung im Werk ermöglicht einen relativ trockenen Hausbau auf der Baustelle. Lange Trocknungszeiten sind selten nötig.
  • Massives Bauen ist auch in Fertigbauweise möglich. Fertigmassivhäuser haben dieselben Vorteile wie klassische Massivhäuser. Zu diesen zählen unter anderem eine gute Schalldämmung und Wärmespeicherung im Mauerwerk.

Nachteile der Fertigbauweise

  • Individuelle Grundrisse sind beschränkt. Zwar ist es möglich, eigene Grundrisse umzusetzen, jedoch ist das zumeist mit höheren Kosten verbunden.
  • Nachfolgende Umbauarbeiten sind nur schwer umzusetzen, da alle Wandelemente untereinander verbunden sind und jeder Eingriff eine Änderung der Statik beinhaltet.
  • Schnelle Änderungen wie das Versetzen einer Tür sind auf der Baustelle nicht mehr möglich.
  • Zum Aufstellen der Wandelemente wird auf der Baustelle ein Kran benötigt, dessen Zufahrt und Standplatz gewährleistet sein muss.

Welche Ausbaustufen gibt es bei Fertighäusern?

Der Begriff „Fertighaus“ bezieht sich lediglich auf die Bauweise und sagt wenig über das genutzte Bausystem oder die Ausstattung der Immobilie aus. Entscheidend sind die Vereinbarungen zwischen Bauherr und Hausbaufirma. Hierzu seien ein paar Begrifflichkeiten erklärt:

Selbstbauhaus

Das Selbstbauhaus ist ein dehnbarer Begriff. Einerseits bedeutet er, dass das Haus komplett selbst gebaut wird, andererseits wird die Bezeichnung Selbstbauhaus auch verwendet, um dem Käufer zu vermitteln, dass er gerne unterstützend selbst Hand anlegen kann. Genaue Absprachen sind hier enorm wichtig. Als Fertighaus steht ein Selbstbauhaus zumeist nur für den eigenen Innenausbau beziehungsweise der Hilfe des Bauherren. Es macht wenig Sinn, fertige Wandelemente auf der Baustelle zu fertigen und diese anschließend aufzustellen. Der Zeitvorteil eines Fertighauses wäre in diesem Fall nicht mehr gegeben.

Beim Selbstbauhaus darf der Bauherr selbst Hand anlegen.
Beim Selbstbauhaus darf der Bauherr selbst Hand anlegen.

Rohbau

Ein Rohbau besteht lediglich aus den Wänden und dem Dachstuhl des Hauses. Weder der Einbau der Fenster und Türen, noch das Eindecken des Daches gehören dazu. Ob ein Keller beziehungsweise die Bodenplatte zum Rohbau gehören, ist nicht definiert. Bauherren sollten sich die Angebote der Baufirmen deshalb genau durchlesen. Wortlaute, wie beispielsweise „fertig ab Bodenplatte“ bedeuten, dass der Keller oder die Bodenplatte selbst beschaffen werden müssen. Das verursacht zusätzliche Kosten.

Ausbauhaus

Wer vieles in Eigenleistung schaffen möchte, um die Kosten zu senken, sollte ein Ausbauhaus wählen. Ein Ausbauhaus ist ein Fertighaus, dessen Innenausbau noch bevorsteht. Für den Innenausbau ist hier der Bauherr zuständig. Bei Ausbauhäusern gibt es keine Vorschriften, welche Leistungen der Hersteller und welche der Bauherr erbringen muss. Deshalb sind auch hier genaue Absprachen und Verträge nötig. In der Regel stellt aber der Hersteller den Rohbau inklusive Fenster, Türen, Dach, Dämmung und Außenputz bereits fertig. Fehlen sollten lediglich Installationsarbeiten, der Innenputz und Renovierungsarbeiten.

Schlüsselfertiges Haus

Der Begriff „schlüsselfertig“ ist rechtlich nicht definiert. Baufirmen haben also einen sehr großen Interpretationsspielraum. Aus diesem Grund sollten sich Bauherren die Baubeschreibung ihres künftigen Eigenheims genau durchlesen. Nur so wissen sie wirklich, ob mit schlüsselfertig tatsächlich bezugsfertig gemeint ist oder ob ihnen noch der gesamte Innenausbau bevorsteht.

Fazit zum Fertighaus

Auch, wenn die Fertigbauweise das Wort „fertig“ beinhaltet, ist damit nicht ein fertiges Haus gemeint. Ebenso ist damit kein bestimmter Baustil gemeint. Ob Bungalow, Einfamilienhaus, Mehrfamilien- oder Architektenhaus mit maßgeschneiderter Planung – Bauherren haben die Wahl. Durch vorgefertigte Wandelemente ist der Fertigbau in kürzester Zeit umsetzbar.

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