Offenes, naturnahes Ziegelwohnhaus

Foto: UNIPOR, München

In Hösbach-Rottenberg nahe Aschaffenburg steht ein Wohnhaus, welches nicht nur durch Design, sondern auch durch Funktionalität besticht. Das Ziel der Architektin Sabine Englert, war es die Sonne zu jeder Tageszeit im Haus spürbar zu machen. Es verfügt über großflächige Fenster, die nicht nur eine hohe Lichtdurchflutung garantieren, sondern auch in Verbindung mit dem Ziegelmauerwerk passive Sonnenenergie-Gewinne erzielen und so den Heizbedarf senken.

Der bei Außen- und Innenwänden eingesetzte S-Klasse-Ziegel von Unipor bildet durch seine massive Beschaffenheit einen hervorragenden Wärmespeicher. Zudem schützt er die Innenräume durch temporäre Zwischenspeicherung von Sonnenwärme vor sommerlicher Überhitzung. In Kombination mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) wird auf diese Weise ein ganzjährig energiesparender Klimaschutz sichergestellt.

Fällt auf jeden Fall auf!

Das Haus fällt insbesondere durch seine ungewöhnliche Grundrissform und den praktisch nahtlosen Übergang der Fassaden in die Dachflächen auf. Der aus drei Gebäudeflügeln bestehende Baukörper mit einem schräg nach außen abknickenden Flügel umschließt auf drei Seiten einen dadurch trapezähnlich geformten Innenhof. Er öffnet sich auf der freien Seite zur umgebenden Landschaft und stellt gleichzeitig als genutzte Terrasse den gewünschten fließenden Übergang zwischen Wohn- und Landschaftsraum her.

Aerodynamische Dacharchitektur

Das Dach ist durch gering geneigte Dachflächen und fehlende Dachüberstände bewusst als optisch und funktional integrierter Teil des Hauses konzipiert. Auf Einbauten in die Zinkblechdeckung, wie zum Beispiel Dachfenster, wird angesichts der geringen Dachneigung unter anderem aus Gründen des Feuchte- und Klimaschutzes verzichtet. Der ausschlaggebende Grund für die gewählte aerodynamische Kombination aus Pult- und Walmdachflächen ist ihre gleichzeitig öffnende wie abschirmende Funktion: Die Abneigungen der Dachflächen zum Innenhof erlauben eine möglichst unbehinderte Sonneneinstrahlung der Terrasse. Zudem schützen sie als Aufneigung durch die ansteigende Nordwestseite des Bauwerks vor Windeinflüssen.

Raum zum Wohnen und Wohlfühlen

Foto: UNIPOR, München

Die Küche ist als zentraler Kommunikationspunkt ohne trennende Wände direkt mit dem Ess- und Wohnbereich im abknickenden Gebäudeflügel verbunden. Der angrenzende Vorratsraum wird quasi als Verlängerung der Küche genutzt.

Das Kinderzimmer im Nordwestflügel verfügt über ein eigenes Bad und ein raumhohes Fenster zur Terrasse. Dieses ermöglicht durch eine über Eck verlaufende Verglasung einen Panorama-Ausblick in das an das Grundstück angrenzende Naturschutzgebiet.

Das Obergeschoss wird durch die lichtdurchflutete Galerie geprägt. Neben ihrer Funktion als Verbindungsweg zwischen den Gebäudeflügeln soll sie ein Ort der Ruhe und der Entspannung sein. Im Zugang zum Elternschlafzimmer öffnet sich die Galerie über die ganze Breite des Flügels und bietet so ausreichend Fläche für die Nutzung als Lese- und Fitnessbereich. Das angrenzende Schlafzimmer mit angegliedertem Ankleidezimmer sowie der Büro- und Atelierraum im gegenüberliegenden Nordwest-Flügel verfügen durch die Dachschrägen über eine sehr lebendig wirkende Raumatmosphäre.

Durchgehend angenehme Raumtemperaturen

Foto: UNIPOR, München

Beim baulichen Wärmeschutz wird auf die Kombination aus einem 24 Zentimeter dicken Mauerwerk aus Block-Hochlochziegeln von Unipor und einem 12 Zentimeter dicken Wärmedämm-Verbundsystem aus Mineralfaserplatten vertraut. Damit ist mit einer die Nutzfläche optimierenden schlanken Außenwand ein Heizenergie sparender Wärmedurchgangswert von 0,26 W/m²K sichergestellt – und das zu einem sehr wirtschaftlichen Preis. Ein weiterer Vorteil des Mauerwerks ist aufgrund der für einen Unipor-Ziegel typischen massiven Beschaffenheit seine gute Wärmespeicherfähigkeit. Sie bildet wie der hohe Verglasungsanteil in der Fassade die Voraussetzung für passive Sonnenenergie-Gewinne.

Diese hohen Erträge verringern kosten- und umweltschonend den Heizenergiebedarf und sind ein wichtiger Bestandteil des Energiesparkonzeptes. Die Wärmespeicherfähigkeit kommt zudem dem sommerlichen Wärmeschutz des Wohnhauses zugute. Dank der Zwischenspeicherung von Sonnenwärme erfordert die Einhaltung der nach DIN 4108-2 zulässigen Grenzwerte für die Raumtemperatur keine aufwändigen Sonnenschutz- und Belüftungseinrichtungen. Denn im Sommer wird tagsüber gespeicherte Wärme vom Ziegelmauerwerk erst mit zeitlicher Verzögerung während der kühleren Abendstunden an die Innenräume abgegeben.

Keine Durchfeuchtung durch Tauwasser

Foto: UNIPOR, München

Bei Einsatz von Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) trägt das Ziegelmauerwerk zu einer bauphysikalisch hochwertigen Außenwandlösung bei: Sie schützt das WDVS beispielsweise sicher vor Durchfeuchtung. Denn bei einer Zusatzdämmung befindet sich der Taupunkt in der Regel innerhalb der Dämmschicht.

Entstehendes Tauwasser kann in die Dämmung eindringen und so ihren Wärmeschutz verringern. Ein Wandbaustoff mit hoher Diffusionsfähigkeit – wie der verwendete Unipor-Mauerziegel – ist in dieser Hinsicht vorteilhaft: Ziegel trocknen sehr schnell aus und durch die Diffusion wird verhindert, dass Tauwasser die Dämmschicht durchfeuchtet.

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