Solarium ohne Risiko

Solarien gesund genießen

In den Wintermonaten fühlt man sich oft nicht wohl.  Die nassen, kalten und dunklen Tage sorgen für Antriebslosigkeit und beeinträchtigen das allgemeine Wohlbefinden. Man sehnt sich nach den ersten Sonnenstrahlen und der wohltuenden Wärme im Sommer. Denn das Licht und die Sonne schaffen nicht nur eine gesunde Hautfarbe, sondern heben die Stimmung, regen Kreislauf und Stoffwechsel an und geben neue Energie. Doch nicht jeder hat die Möglichkeiten im Urlaub die fehlende Sonne zu tanken. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Menschen für die künstliche Sonne, der Bräune auf Knopfdruck. Denn wer selbst im Winter eine braune Haut hat, gilt als jugendlich, sportlich und gesund. Doch viele Menschen sind sich den gefährlichen Risiken eines Solarium nicht bewusst und erhöhen durch regelmäßige und starke Besonnung das Risiko an Hautkrebs zu erkranken.

UV-Strahlen

Der Besuch im Solarium, umgangssprachlich auch Sonnenbank genannt, gehört für viele Menschen zum Alltag. Es gibt ca. 12000 Sonnenstudios mit etwa 90000 Bräunungsgeräten. Ca. 14 Millionen Bundesbürger gehen regelmäßig unter die künstliche Sonne, somit gehören wir Deutschen europaweit zu den Spitzenreitern.

Damit ein Mensch sich wohlfühlt und gesund bleibt, brauch er die Sonne. Vitamin D3, dass für den Aufbau und Erhalt der Knochen sorgt, wird durch UV-Strahlen gebildet. Doch um die notwendige Menge von Vitamin D3 bilden zu können, bedarf es keinen täglichen Besuch eines Sonnenbades. Es reicht ein kurzer, täglicher Spaziergang an der frischen Luft um genügend UV-Strahlen zu tanken und so den Bedarf zu decken.

Bei einem Solarium werden diese UV-Strahlen künstlich erstellt. Je nach stärke dieser UV-Strahlenquelle, können unterschiedliche Bräunungsergebnisse erzielt werden. Dabei variiert das gewünschte Ergebnis je nach Art der UV-Röhren. Man unterscheidet dabei zwischen UV-A und UV-B Strahlen.

Die UV-A Strahlen erzeugen eher eine oberflächliche Wirkung, bringen jedoch sofort ein Ergebnis. Die UV-B Strahlen hingegen dringen tief in die Haut ein, bis zu den pigmentbildenden Zellen. Die Wirkung ist jedoch erst 48 Stunden nach der Besonnung sichtbar.

Zuerst wurden den intensiven UV-B Strahlen die krebsauslösende Wirkung nachgesagt, heute weiß man jedoch das beide UV-Strahlenquellen krebsauslösend sind. Somit gibt es zwar einen Unterschied zwischen der natürlichen und der künstlichen Bräune, jedoch sind bei übermäßigem Gebrauch beide gefährlich. 

Gefahren beim Sonnenbad

Es ist nicht Neues, dass häufiges Sonnen zu einem erhöhten Krebsrisiko führt. Doch nach neusten Studien wird der Besuch eines Sonnenbades zu der höchsten Kategorie der Krebsrisiken eingeordnet und steht somit auf einer Stufe mit Zigaretten und Alkohol. Bräunen im Solarium soll sogar das Hautkrebsrisiko um bis zu 75 Prozent erhöhen. Diese Zahlen schockieren zwar, doch ändern nichts an den Bräunungsgewohnheiten einzelner Personen, die ein Solarium täglich besuchen. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 140.00 Menschen an Hautkrebs und die betroffenen Personen werden immer jünger. Um diesen Zahlen jedoch entgegen zu wirken, wurde ab März 2009 eine Solariumsverbot für Minderjährige beschlossen. Ebenso darf kein Sonnenstudio unter einem therapeutischen Vorwand für das Sonnenstudio werben. Gerade Jugendliche, die ein Solarium nur zu kosmetischen Zwecken nutzen, sind sich der Risiken nicht bewusst. Da ihre Haut meisten empfindlich reagiert, sollten sie weder den Strahlungen eines Solarium, noch den natürlichen Sonnenstrahlen übermäßig ausgesetzt werden. Doch nicht nur der gefährliche Hautkrebs gehört zu den Nebeneffekten einer künstlichen Bräune. Auch eine schnelle Hautalterung, ein Sonnenbrand und unschöne Pigmentflecken können die Folge von Sonnenbädern sein. 

Wer darf kein Solarium benutzen?

Grundsätzlich sollten Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht unter ein Solarium gehen. Ihre Haut ist empfindlicher und das Krebsrisiko steigt. Zudem sind sich gerade die Jugendlichen nicht über die Spätfolgen bewusst und neigen zu einem übermäßigem Gebrauch der Geräte. Auch wer zum Hauttyp 1 (der keltische Typ) gehört, sollte auf die künstliche Sonne verzichten. Des weiteren beeinträchtigen viele Medikamente die Lichtempfindlichkeit der Haut. So kann u.a. die Einnahme von Antibiotika oder Schmerzmitteln bereits nach wenigen Minuten zu einem Sonnenbrand führen und eventuell unschöne Pigmentflecken hinterlassen. Natürlich ist es selbstverständlich, dass Menschen, die bereits unter Hautveränderungen leiden oder sogar Hautkrebs haben, unter keinen Umständen Bräunungsgeräte jeglicher Art benutzen dürfen. 

Sie könne sich auch ein Heimsolarium anschaffen. Doch bitte achten Sie bei den Geräten ebenfalls auf die richtige Handhabung und einer regelmäßigen Wartung.

Welcher Hauttyp bin ich?

Unsere Haut besitz einen natürlichen Eigenschutz, der je nach Hauttyp einzuordnen ist. Diese Eigenschutzzeit ist die Zeitdauer, die wir unseren Körper bzw. unsere Haut der Sonne aussetzten können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Mit einem Lichtschutzfaktor kann man diese Zeit variieren. Sonnencremes in jeglicher Art und Zusammensetzung sind jedoch nicht für das Solarium geeignet.

Man unterscheidet 4 verschiedene Hauttypen im europäischen Raum voneinander:

1. keltische Typ ca. 2% der deutschen Bevölkerung

  • Sehr helle Haut
  • Hell blondes bis rötliches Haar
  • Blaue, graue, manchmal grüne Augenfarbe
  • Wird nicht braun, neigt zu Sonnenbrand und bekommt nur viele Sommersprossen
  • Eigenschutz 5-10 Minuten

 

2. nordischer Typ ca. 12% der deutschen Bevölkerung

  • Helle Hautfarbe
  • Blonde bis hellbraune Haare
  • Jegliche Augenfarbe außer braun
  • Langsame Bräunung, neigt zu Sommersprossen
  • Eigenschutz 10-20 Minuten

 

3. Mischtyp ca. 78% der deutschen Bevölkerung

  • Mittlere Hautfarbe
  • Jegliche Augen- und Haarfarbe
  • Durchschnittliche Bräune
  • Selten Sommersprossen und Sonnenbrand
  • Eigenschutz 20-30 Minuten

 

4. Mediterrane Typ ca. 8% der deutschen Bevölkerung

  • Hellbraune bis braune Haut, auch ungebräunt
  • Braune Augen
  • Braune oder schwarze Haare
  • Schnelle Bräunung, selten Sonnenbrand und keine Sommersprossen
  • Eigenschutz 30-40 Minuten

Wie erkenne ich ein gutes Solarium?

Ein gutes Solarium hat geschultes Personal, ist hygienisch sauber und alle Bräunungsgeräte sind regelmäßig Gewartet. Zudem sollten Sie sich vergewissern, dass Ihr Sonnenstudio nach den Kriterien des Bundesamt für Strahlenschutz handelt.

 

Das Personal sollte Sie:

  1. über die gesundheitlichen Risiken informieren
  2. Ihren individuellen Hauttypen bestimmen
  3. sich über Hautkrankheiten oder Medikamente informieren
  4. über den richtigen Umgang mit dem Bräunungsgerät informieren (z.B. ungeschminkt)
  5. je nach Hauttyp, über das richtige Gerät und die Besonnungszeit beraten
  6. nicht ohne Schutzbrille sonnen lassen
  7. genau über die Bedienung des Gerätes informieren 

 

Die Bräunungsgeräte sollten

  1. mit einer maximalen Bestrahlungsstärke von 0,3W/m²
  2. mit einem Warnhinweis über die UV-Strahlen versehen sein
  3. unter keinen Umständen durch einen Münzeinwurf funktionieren
  4. individuell am Gesichtsbräuner oder der Luftzufuhr zu regulieren sein
  5. keine Beschädigungen an den Röhren oder ähnlichem aufweisen
  6. nach jedem Benutzer gründlich gesäubert und desinfiziert werden.

Irrtümer

Solarium als Vorbereitung auf den Urlaub

Noch immer ist es eine weit verbreitet Meinung, die Haut vor einem Urlaub vorzubräunen. Natürlich, die künstlichen UV-A Strahlen bräunen zwar Ihre Haut vor, können aber keinen Eigenschutz aufbauen. Das Ergebnis, Sie werden weder schneller braun, noch können Sie einem Sonnenbrand vorbeugen. Sie können Ihre Haut also nicht mit der künstlichen Sonne auf die natürliche Sonne vorbereiten.

Solarium als therapeutische Maßnahme

Ja, es gibt medizinische und therapeutische Anwendungen die auf Wärme, Licht und Strahlungen beruhen. Diese sollten jedoch unter ärztlicher Anweisung erfolgen und nicht auf „eigen Faust“ durchgeführt werden.

 

48 Stunden Pause zwischen den Anwendungen verringert das Krebsrisiko

Das stimmt nicht und ist sogar viel zu viel. In der Regel sollte man nicht mehr als 50 Sonnenbäder pro Jahr genießen. Dabei ist es egal, ob es sich um die künstliche oder die natürliche Sonne handelt. Im großen und ganzen darf man sich somit ca. 1mal in der Woche in die Sonne legen.

 

Gegen Winterdepressionen hilft das Solarium

Das stimmt nur bedingt. Der Körper benötigt Sonne um sich wohl zu fühlen und um den nötigen Vitamin D3 Wert zu erlangen. Jedoch müssen Sie deswegen nicht sofort bei schlechtem Wetter unter die Sonnenbank gehen. Ein kurzer Spaziergang von 10-15 Minuten täglich reicht, um Ihr Wohlbefinden zu steigern. Ein dunkler Teint zur kalten Jahreszeit sieht zudem immer unnatürlich und künstlich aus.

 

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Fabian , d. 15-04-17 07:39:

Ich kann Vitamin D3 gegen zu wenig Sonne empfehlen.

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Bildnachweis
1. "Solarium-Tipps"von manwalk (pixelio.de) Copyright: [manwalk]
2. "Melanoma"
3. "Info"

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