Heimwerken ohne Gefahren: Arbeitschutz für Heimwerker

Sicher Heimwerken mit Ohrstöpsel, Schutzbrille & Co.

Meistens soll es schnell gehen: Wohnzimmer streichen, Fliesen im Bad verlegen oder die neue Küche aufbauen. Dabei sind ausreichend Zeit, gute Planung, qualitativ hochwertiges Werkzeug und Material sowie im Zweifelsfall erfahrene Helfer die eigentlichen Erfolgsfaktoren auf dem Weg zum frisch renovierten Zuhause.  

Zeitdruck schadet nicht nur dem Material und Ergebnis, sondern im schlimmsten Fall dem Heimwerker: wenn zum Beispiel aus Unachtsamkeit oder Eile die Küchenarbeitsplatte vor dem Sägen nicht richtig fixiert wurde. Neben richtiger Vorbereitung spielt bei vielen Projekten der Arbeitsschutz eine große Rolle. Je nach Einsatz geht dieser über ein Paar Handschuhe hinaus. Die persönliche Schutzausrüstung, von Profis auch PSA genannt, setzt sich in der klassischen Variante aus Sicht-, Atem- und Gehörschutz zusammen und ist oft als fertiges Set im Baumarkt erhältlich. Hinzu kommen Arbeitshandschuhe und Sonderausstattungen für spezielle Arbeiten wie etwa das Schweißen. 


Schutzbrille

Sägen und Schleifen: Schutzbrille tragen

Augen und Hände schützen Beim Abschlagen alter Fliesen und auch beim Sägen sollte grundsätzlich eine Schutzbrille getragen werden, damit keine Keramik- oder Holzsplitter in die Augen gelangen. Wichtig: Arbeitshandschuhe sind an der Handkreissäge und an der Bohrmaschine nicht zu empfehlen, da sich das Material im rotierenden Bohraufsatz oder im Sägeblatt verfangen könnte. Bei anderen Tätigkeiten - beispielsweise beim Schleifen - schützen sie hingegen vor möglichen Verletzungen durch Splitter oder Späne. „Herkömmliche Haushaltshandschuhe sind in solchen Fällen allerdings machtlos, umfassenden Schutz bieten nur spezielle Arbeitshandschuhe“, weiß DIY Academy-Trainer Peter Nettersheim. 

Schutzbrille zum Augenschutz

Lärmbelastung vermeiden

Nicht zu unterschätzen ist zudem bei Sägearbeiten die Belastung für die Ohren. Einige Kreissägen entwickeln einen Lärmpegel von bis zu 100 Dezibel dB (A) und schaden damit dem Gehör mehr als ein Presslufthammer. Empfohlen wird ein Gehörschutz ab 85 Dezibel dB (A).

Zur Orientierung beim Kauf dient der auf der Verpackung angegebene SNR-Wert in Dezibel. Er beschreibt die allgemeine Schalldämmung. Je höher die H-, M- und L-Werte, desto besser die Schalldämmung im jeweiligen Frequenzbereich. Für den sporadischen Gebrauch bei Renovierungsarbeiten reichen in der Regel Ohrenstöpsel aus Silikon, Wachs, Schaum- oder Kunststoff aus.

Wer häufiger mit geräuschintensiven Elektrowerkzeugen arbeitet, für den lohnt sich bereits ein Kapselgehörschutz. Als hochwertige Alternative gelten vom Hörgeräteakustiker individuell angefertigte Otoplastiken. (s.a. Gehörschutz).

Atemschutzmaske

Atemschutz: die richtige Atemschutzmaske

Auch Winkelschleifer mit hoher Leistung zählen zu den eher lautstarken Geräten. Beim Entfernen von Rost am Balkongeländer verzichtet der erfahrene Heimwerker daher nicht auf Gehörschutz und trägt außerdem zum Schutz vor herumfliegenden Metallspänen oder Funken Handschuhe, Schutzbrille sowie eine Feinstaubmaske.

Einweg-Atemschutzmasken bestehen aus Filtermaterial und verfügen je nach Modell über ein Ventil zum Ausatmen. Bei der Auswahl eines geeigneten Systems helfen folgende Angaben: Die Buchstaben FFP bestimmen den Grad der Durchlässigkeit der Maske in den Klassen eins bis drei. Experten empfehlen beispielsweise für Schleifarbeiten an Holz und Metall bereits FFP2, im Umgang mit Isolier- und Dämmwolle oder bei Schimmelpilzen FFP3. Bei Arbeiten mit lösemittelhaltigen Farben und Lacken leisten Masken mit Aktivkohlefilter den besten Schutz.

Wer unsicher ist, ob der Atemschutz für seine Zwecke ausreicht, kann sich vom Fachpersonal im Baumarkt beraten lassen. 

Sicherheitskappe

Ein Blick auf die übrige Kleidung lohnt sich. Sie sollte bequem sein, aber möglichst eng anliegen und je nach Einsatz nicht entflammbar sein. Schmuck und Uhren können sich beim Heimwerken als hinderlich erweisen und gehören auf die Ablage. Als Experte in Sachen sicheres Heimwerken weist DIY Academy-Trainer Peter Nettersheim vor allem seine weiblichen Kursteilnehmer auf folgende Gefahrenquelle hin: „Lange Haare können nicht nur die Sicht behindern, sondern in laufende Maschinen geraten und sich dort aufwickeln. Besser ist es, die Haare zusammenbinden.

 Was man sonst noch beachten sollte... 

 Um Unfälle zu vermeiden, ist bei allen Tätigkeiten die genaue Kenntnis sowie ein einwandfreier Zustand des Werkzeugs wichtig. Elektrowerkzeuge und Schneidwerkzeuge sollten daher regelmäßig gewartet und überprüft werden. Werkstücke müssen ordentlich fixiert werden, Leitern einen festen Stand haben. Ergonomisch geformte Handwerkzeuge mit rutschfestem Griff tragen ebenfalls entscheidend zum sicheren Arbeiten bei. 

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.dha.de. Dort finden Sie diesen Tipp auch als Download mit Foto.

 

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