Atemschutz

Erkennen der Gefahr für die Atmung

Für Ihren augenblicklichen und späteren Gesundheitszustand ist reine, saubere Luft unabdingbar. Da es an Ihrem Arbeitsplatz durchaus zu Situationen kommen kann, die sich schädlich auf Ihre Atemwege und Ihre Gesundheit auswirken, empfiehlt sich hier das Tragen eines Atemschutzgerätes.

Diese Gefahrenherde sind oft nicht deutlich erkennbar, sodass Sie unbedingt über den richtigen Gebrauch des für Sie ausgewählten Schutzgerätes informiert sein sollten.

Staub, Rauch und Nebel

Bei diesen Schadstoffen handelt es sich um feste in der Luft schwebende Partikel. Die gefährlichsten sind dabei so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar sind. Sie können in Ihre Lunge und von dort in die Blutbahn gelangen. Dadurch werden akute oder langfristige Schädigungen verursacht. Diese Partikel sind: Staub, der z. B. durch Zerkleinern, Fräsen oder Mahlen entsteht; Nebel in Form von Sprühregen; Rauch beim Schweißen oder Arbeiten, die hohe Temperaturen erfordern.

Gase und Dämpfe

Die Auswirkungen auf Ihre Gesundheit reichen von vorübergehenden Bewußtseinsstörungen bis zu ernsten akuten bzw. dauerhaften Schäden. In zu hoher Konzentration wirken sie tödlich. Dies gilt vor allem, wenn sie den Sauerstoff verdrängen und zu Erstickungsanfälen führen. Gase verteilen sich bei Zimmertemperatur besonders gut und schnell. Oft werden Gase bei chemischen Prozessen und Arbeiten bei großer Hitze erzeugt. Dämpfe können da auftreten, wo Reinigungsarbeiten mit Lösemitteln oder Anstricharbeiten durchgeführt werden.

Sauerstoffmangel

Von Sauerstoffmangel spricht man, wenn der Sauerstoffanteil (normal: 21 %) in der Luft unter den minimalen Wert von 17 % absinkt. Er tritt in abgeschlossenen Bereichen auf, die nicht ausreichend belüftet sind, und wird durch chemische Reaktionen oder Feuer verursacht bzw. durch Gas, das den Sauerstoff verdrängt.

Extreme Temperaturen

Extrem hohe oder tiefe Temperaturen können Ihr Atmungssystem schädigen. Sie können in Hochöfen oder bei Gefrierverfrahren auftreten.

Gefahren für die Atmung

Je mehr Sie saubere frische Luft und alle Gefahren für die Atmung wissen, desto besser können Sie Ihre Atemwege bei der Arbeit schützen. Auch wenn die Luft sauber aussieht, heißt das noch nicht, dass sie auch wirklich sauber ist. Die gefärhlichen Substanzen sind allzu oft für das Auge unsichtbar. Wenn Sie sich darüber im klaren sind, können Sie sich noch besser schützen.

Staub, Rauch und Nebel

  • Staub entsteht, wenn feste Stoffe zerkleinert werden, wie zum Beispiel beim Mahlen oder Schleifen. Je kleiner die Staubpartikel sind, desto länger bleiben sie in der Luft und umso wahrscheinlicher ist es, dass Sie sie einatmen.
  • Rauch tritt auf, wenn Metall geschmolzen, verdampft und dann schnell abgekühlt wird, z.B. beim Schweißen. Dieser Vorgang erzeugt sehr feine Partikel, die in der Luft schweben.
  • Nebel besteht aus winzigen Tröpfchen, die normalerweise bei Sprühvorgängen erzeugt werden. In den Tröpfchen können giftige, feste Stoffe in gelöster Form enthalten sein.

Gase und Dämpfe

  • Gase sind Stoffe, die sich bei Raumtemperatur wie Luft verhalten. Gase können von ihrer Quelle schnell und unentdeckt lange Wege zurücklegen. Normalerweise sind sie bei Raumtemperatur in einem gasförmigen Zustand.
  • Dämpfe sind Stoffe, die von einer Flüssigkeit oder einem Feststoff verdampfen, so wie es geschieht, wenn Sie eine Obefläche mit einem Tuch und einem Reinigungsmittel abreiben. Normalerweise entstehen Dämpfe durch Verdunstung von Flüssigkeiten bei Raumtemperatur.

Saubere Luft

Gesunde saubere Luft besteht aus mehreren Bestandteilen: 21 % Sauerstoff (O2), 78 % Stickstoff (N2), und 1 % ist eine Kombination aus verschiedenen anderen Gasen. Im Ruhezustand atmen Sie etwa 10 Liter Luft pro Minute ein. Bei der Arbeit oder unter Belastung steigt der Luftbedarf auf ein Vielfaches.

  • Sauerstoffmangel tritt in abgeschlossenen Bereichen immer dann auf, wenn der prozentuale Sauerstoffanteil zu niedrig ist. Sauerstoffmangel kann durch eine chemische Reaktion oder Feuer verursacht werden, oder durch ein Gas, das Sauerstoff verdrängt.
  • Extrem heisse Luft kann eine Gefahr darstellen, die von der Temperatur und der Zeitdauer, während der Sie dieser Luft ausgesetzt sind, abhängt.
  • Extrem kalte Luft kann auch zur Gefahr werden, die von der Temperatur und der Zeitdauer, während der Sie dieser Luft ausgesetzt sind, abhängt.

Auswirkungen der Gefahren

Bei unzureichendem Schutz können Gefahrenstoffe in der Luft Ihre Atemwege und inneren Organe schädigen. Atenschutzgeräte sind vor allen Dingen dann einzusetzen, wenn die Gefahrenstoffe in Konzentrationen auftreten, sodass die natürlichen Abwehrsysteme Ihres Körpers nicht mehr in der Lage sinde, die schädigenden Auswirkungen auszugleichen.

Staub, Rauch und Nebel

Staub, Rauch und Nebel können Nase, Hals und das obere Atmungssystem reizen. Einige Partikel können je nach Größe und Art in die Lunge vordringen, wo sie das Lungengewebe schädigen und schwerwiegendere Gesundheitsschäden verursachen können.

Gase und Dämpfe

Gase und Dämpfe können auf direktem Weg in die Lunge gelangen. Dort gelangen sie in die Blutbahn und können auf diese Weise das Gehirn und innere Organe schädigen.

Sauerstoffmangel

Sauerstoffmangel kann zu Schwindel, starkem Herzklopfen und Kopfschmerzen führen. Sauerstoffmangel kann das Gehirn schädigen und nach einigen Minuten Herzstillstand verursachen.

Extreme Temperaturen

Sehr heiße oder sehr kalte Luft können Nasen-, Hals- und Lungenschleimhaut schädigen oder die normale Atmung beeinträchtigen.

Die natürliche Abwehr des Körpers

Ihr Körper hat ein fabelhaft angelegtes Atmungssystem, um Luft und Sauerstoff in die Lunge zu befördern und verbrauchte Stoffe auszuscheiden. Auch wenn Sie sich in normaler frischer Luft aufhalten, sind die natürlichen Abwehrkräfte Ihres Körpers ständig aktiv und reinigen und filtern die Luft.

  • Nasenhärchen: Die erste Schutzzone bilden die rauhen Härchen in Ihrer Nase. Sie halten größere Partikel beim Atmen fest.
  • Flimmerhärchen: Flimmerhärchen sind die winzigen Härchen in Ihrem Atmungstrakt, die sich etwa 10 bis 12 mal pro Sekunde bewegen, um Schleim und festgehaltene Partikel zurück in Ihren Hals zu befördern, damit sie geschluckt oder durch Husten ausgeschieden werden.
  • Schleimhaut: Ihr gesamter Atmungstrakt ist von einer Schleimhaut bedeckt. Partikel, die durch die Nasenhärchen hindurchschlüpfen, werden in der Schleimhaut gefangen und durch die wellenartige Bewegung der Flimmerhärchen wieder heraustransportiert.
  • Normales Atmen: Ihre Nase wärmt, kühlt und befeuchtet die Luft, die Sie einatmen. Ihr oberer Luftweg befördert Luft in die Lunge. Ihr unterer Luftweg verzweigt sich wie ein Baum und endet in winzigen Bläxhen, die Alveolen genannt werden. Von dort geht der Sauerstoff ins Blut über, während verbrauchte Luft aus dem Blut zur Lunge zurückfließt und ausgeatmet wird.
  • Hustenreflex: Husten ist ein Schutzreflex, der dafür sorgt, dass Schleim und Fremdkörper, die sich in Ihrem Atmungssystem festgesetzt haben, wieder herausbefördert werden.

Funktionsweise von Atemschutzgeräten

Wartungsfreie Halbmasken filtern die Atemluft. Diese Atemschutzgeräte bestehen aus Vliesmaterialien, welche die gefährlichen Partikel einfangen, oder enthalten zusätzliche Materialen, die wirksam Gase und Dämpfe zurückhalten.

  • Filtrierende Halbmasken: Filtrierende Halbmasken bieten Ihnen Schutz vor Partikeln und/oder Gasen und Dämpfen, bedürfen dabei aber keiner besonderen Pflege und Wartung. Wie bei allen Atenschutzgeräten ist wichtig, dass sie richtig sitzen und bei Gebrauch entsprechend getragen und behandelt werden. Nur dann sind Mund und Nase sicher vor Schadstoffen geschützt.
  • Schutzziel: In Abhängigkeit von der Bauweise schützen filtrierende Halbmasken gegen schädigende Partikel und/oder Gase und Dämpfe. Wählen Sie Ihr Atemschutzgerät entsprechend der von Ihnen durchzuführenden Arbeit aus. Wartungsfreie Halbmasken schützen nicht gegen Sauerstoffmangel. Konsultieren Sie Ihren Vorgesetzten in bezug auf besondere Schutzeinschränkungen Ihrer Atemschutzmasken.

Funktionsweise von Schutzmasken

Wenn Sie einatmen, fangen die Filtermedien in der Filterpatrone Partikel, Gase und Dämpfe auf, bevor diese in Ihre Luftwege gelangen. Damit Ihre Atemschutzmaske richtig funktioniert, ist es wichtig, dass Sie die für die jeweilige Gefahrstoffart und die betreffende Atemschutzmaske geeignete Filterpatrone benutzen.

  • Halbmasken mit auswechselbaren Filtern: Wie filtrierende Halbmasken bedecken auch diese Halbmasken Nase, Mund und Kinn. Die Reinigung der Luft erfolgt über verschiedene Filter für Partikel, Gase und Dämpfe, die nach Verbrauch ausgetauscht werden können. Sie müssen die Maske nach Gebrauch also nicht wegwerfen, da alle Teile austauschbar sind.
  • Schutzziel: Halbmasken können die spezifischen von Partikeln, Gasen oder Dämpfen ausgehenden Gefahren in Ihrem Arbeitsbereich auf ein sicheres Niveau bringen. Auf der Banderole ist angegeben, gegen welche Gefahrstoffart die Filterpatrone schützt. Vergewissern Sie sich vor Gebrauch Ihres Atemschutzgerätes, alle Gebrauchsanweisungen gelesen und verstanden zu haben. Wederverwendbare Halbmasken mit Gasfilterpatronen schützen nicht gegen Sauerstoffmangel.

Gebrauch und Pflege einer Atemschutzmaske

Metallbügel
Seitliche Bänder
Stoßartig einatmen
Ventil öffnen
Maske prüfen

Anpassung

Nur eine richtig getragene Atemschutzmaske kann Sie schützen. Beachten Sie daher genau die Gebrauchsanweisung des Herstellers. Wenn das Gerät in mehreren Grössen vorhanden ist, wählen Sie das mit dem besten Sitz aus. So können Gesichtsform, Barthaare und bestimmte Hauttypen einen guten Sitz verhindern. Daher sind vor Benutzung jeder Atemschutzmaske Anproben erforderlich.

  1. Formen Sie mit den Händen den Metallbügel so, dass er sich Ihrem Nasenrücken anpasst und einwandfrei sitzt.
  2. Stellen Sie die seitlichen Bänder Ihrer Atemschutzmaske so ein, dass ein angenehmer und sicherer Sitz gewährleistet ist.

Unterdruckprüfung

  1. Legen Sie die Hände auf den Maskenkörper und atmen Sie stoßartig ein. Dabei sollten Sie das Gefühl haben, dass die Maske sich an Ihr Gesicht schmiegt.
  2. Schließen Sie mit Ihrer Hand die Öffnung des Ausatemventils und atmen Sie leicht aus. Dabei sollten Sie einen ansteigenden Druck in der Maske spüren.

Pflege Ihres Atemschutzgerätes

Überprüfen Sie Ihr Atemschutzgerät unbedingt auf Schäden, bevor Sie einen Bereich mit Gefahrstoffen betreten. Richten Sie sich nach den Gepflogenheiten Ihrer Firma bei der Reinigung und Aufbewahrung Ihres Atemschutzgerâtes. Reinigen Sie Ihre Atemschutzmaske wie in der Gebrauchsanleitung beschrieben. Verwahren Sie sie in einem geeigneten Behälter. Da Gasfilter durch Gebrauch an Wirksamkeit verlieren, erneuern Sie sie, wenn Sie während des Gebrauchs das Eindringen von Schadstoffen bemerken. Benachrichtigen Sie Ihren Vorgesetzten, wenn die Atemschutzmaske reparaturbedürfig ist.

  • Eingerissene Bänder
  • Verformungen oder Risse
  • Defekte Ventile

Pflegeleichte Atemschutzgeräte

Filtrierende Halbmasken benötigen keine Reinigung. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Atmung hat sich erschwert, oder wenn Sie einen absonderlichen Geschmack oder Geruch wahrnehmen, sollten Sie die Maske erneuern.

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Bildnachweis
1. "Atemschutz"von Wiki-observer (wikimedia.org) Lizenz: [CC BY-SA 3.0]
2. "Metallbügel"von heimwerker.de
3. "Seitliche Bänder"von heimwerker.de
4. "Stoßartig einatmen"von heimwerker.de
5. "Ventil öffnen"von heimwerker.de
6. "Maske prüfen"von heimwerker.de

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