Sind Feuerlöscher Pflicht?

Sind Feuerlöscher Pflicht?

Was kostet Schutz und Sicherheit?

  • ein neues Auto - rund 20000 €
  • ein neues Haus - rund 200000 €
  • ein neues Leben - unbezahlbar
  • ein Feuerlöscher 20 €

Die Frage, ob Feuerlöscher Pflicht sind, sollte sich daher gar nicht stellen. Dennoch ist es gut zu wissen, wann und wo die Pflicht zu einem oder mehrere Feuerlöscher besteht. Nicht alleine nur zum eigenen Schutz, mitunter helfen sie auch  Sachschaden gering zu halten und können bei Versicherungsfragen von großer Bedeutung sein.

Spätestens, wenn die Versicherung sagt "Hier besteht eine Feuerlöscher Pflicht und mit einem Feuerlöscher hätten Sie größeren Schaden vermeiden können. Wir zahlen nicht!" kommt die Überlegung, ob es nicht doch besser gewesen wäre, in einen Feuerlöscher zu investieren.

Brandschutzverordnung und Brandschutzordnung

Wer hofft unter dem Begriff "Brandschutzverordnung" ein Gesetzt zu finden, in dem alle Punkte und Vorschriften zu Feuerlöschern, Rauchmeldern oder anderen Brandschutzmaßnahmen aufgelistet sind, muss leider enttäuscht werden. Es gibt unzählige Vorschriften, Verordnungen und Gesetze, die den Brandschutz in der Allgemeinheit und in besonderen Fällen regeln. Hinzu kommt, dass sich solche Brandschutzverordnungen regional und nach Bundesländern unterscheiden können. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Rauchmelderpflicht, die nicht einheitlich in Deutschland eingeführt wurde.

Im Wort nur minimal unterschiedlich, ist die "Brandschutzordnung". Vom Sinn beinhaltet sie aber etwas anderes. Sie regelt das Verhalten vorbeugend und auch im Brandfall in Betrieben, öffentlichen Einrichtungen und Mehrfamilienhäusern. Häufig sind die rot-weißen Tafeln "Verhalten im Brandfall" zu sehen, die einen Teil der Branschutzordnung bilden. Aber auch hier gilt, dass es zwar Regeln nach DIN gibt, jedoch keine einheitliche nationale Regelung für alle Gebäude. Es sollte sich daher stets individuell informiert werden.

Feuerlöscher Pflicht im Auto und Wohnmobil

Prinzipiell gibt es in Deutschland keine Feuerlöscher Pflicht für private PKWs oder Wohnmobile. Hier steht jeder in der eigenen Pflicht sein Hab und Gut zu schützen.

Ein Feuerlöscher im Auto hätte den Brand verhindern können.
Ein Feuerlöscher im Auto hätte den Brand verhindern können.

Es sei jedoch anzumerken, dass jährlich viele Fahrzeuge aufgrund eines Kabelbrandes restlos ausbrennen und der Besitzer nur daneben stehen und zusehen kann. Ein Kabelbrand ist keine Seltenheit und kann leicht entstehen. Aufgrund von teilweise sehr hohen Strömen, die durch die Zündanlage fließen oder auch von Musikanlagen benötigt werden, reicht hierzu schon ein schlecht verlegtes oder zu hoch abgesichertes Kabel aus. Reibt dieses an einer Blechwand, kann die Isolierung beschädigt werden und ein Kurzschluss entstehen, der die Leitung überhitzt, aber nicht die Sicherung auslöst. Ein Kabelbrand ist vorprogrammiert.

Der Kabelbrand kann auf einer Größe einer Zigarettenschachtel entstehen und steht kein geeigneter Feuerlöscher oder ein anderes Löschmittel zur Verfügung, kann man nur zusehen, wie binnen weniger Minuten das ganze Fahrzeug in Flammen steht. Ein kleiner Feuerlöscher für PKWs ist bereits für wenig Geld erhältlich und könnte den Schaden gering halten.

Gerade Wohnmobile und Caravans unterliegen einem besonderen Brandschutz. Hier wird mit Gas gekocht und integrierte Elektrogeräte können unbemerkt technische Mängel in der Elektrik aufweisen. Auch das gerade nur angebrannte Essen kann dafür sorgen, dass auf einmal das ganze Fahrzeug in Flammen steht. In einem Wohnmobil ist vieles auf engstem Raum untergebracht und Flammen können aus der Pfanne schnell auf andere Gegenstände übergreifen. Ein Feuerlöscher in Wohnmobilen wird dringend angeraten und ist in einigen Ländern sogar vorgeschrieben.

In Deutschland besteht weder für private PKWs, noch für Wohnmobile eine Feuerlöscher Pflicht. Wer jedoch mit seinem Wohnmobil ins Ausland möchte, sollte sich genau informieren. 

  • Feuerlöscher Pflicht: Baltikum, Bulgarien, Griechenland, Montenegro, Polen, Rumänien, Russland, Türkei
  • Pflicht für im Land angemeldete Wohnmobile: Belgien
  • Feuerlöscher empfohlen: Dänemark, Norwegen, Schweden, Ungarn

Feuerlöscher Pflicht im Privathaushalt

Fast schon schade ist zu sagen, dass auch für Privathaushalte keine Feuerlöcher Pflicht in Deutschland besteht. Dennoch ist es natürlich empfehlenswert, an geeigneten Plätzen, wie Küche, Werkstatt oder griffbereit im Flur, einen Feuerlöscher zu platzieren.

Nur wenige Feuerlöscher sind für einen Fettbrand geeignet.
Nur wenige Feuerlöscher sind für einen Fettbrand geeignet.

Gefährlich wird es beispielsweise in der Küche, wenn das Öl in der Pfanne Feuer fängt. Mit Wasser darf keinesfalls versucht werden den Ölbrand zu löschen. Das Wasser würde in dem heißen Öl sofort verdampfen, sich schlagartig ausdehnen (explosionsartig) und das brennende Öl weit verteilen. Haushaltsmittel zum Löschen eines Öl- oder Fettbrandes gibt es kaum.

Aber auch ein brennendes Elektrogerät kann einen Großbrand auslösen und darf nicht mit Wasser gelöscht werden. Zu groß ist Gefahr durch die Kombination von Strom und Wasser einen elektrischen Schlag zu bekommen. Sinnvoller sind hier CO2-Löscher, deren Löschmittel nicht leitend ist und vor allem keine Schäden am Umfeld verursachen. In erster Linie ist daher zu unterscheiden, welcher Feuerlöscher für welche Brandklasse geeignet ist. Nicht jeder Feuerlöscher kann bei jeden Brandfall eingesetzt werden.

Für unterschiedlichste Brände im Haushalt sind vor allem Pulverlöscher gut geeignet, die den größten Teil verschiedenster Brandklassen abdecken. Sie haben jedoch den Nachteil, dass sich ihr enthaltendes Pulver (Salzgemisch) überall verteilt und nur schwer wieder entfernen lässt. Anders sieht es bei Schaumlöschern aus. Ihr Löschmittel lässt sich leicht und rückstandslos bereinigen. Bei einem Ölbrand in der Küche dürfen Schaumlöscher jedoch nicht eingesetzt werden.

Eine Feuerlöscher Pflicht im Haus beziehungsweise Privathaushalt besteht nicht. Zum vorsorgenden Brandschutz sollte sich jedoch jeder selbst absichern und Feuerlöscher griffbereit in der Wohnung oder dem Haus anbringen. Empfohlen werden Pulver- und Schaumlöscher. Allgemein im Haushalt sind Schaumlöscher eine gute Wahl, dürfen jedoch nicht bei einem Fettbrand eingesetzt werden. Sicherer ist es, einen Fettbrand durch das Auflegen eines trockenen Deckels zu ersticken oder einen speziellen Fettbrand-Löscher zu verwenden. Auch Löschdecken sind eine gute Alternative.

Feuerlöscher Pflicht im Büro und Gewerbe

Ganz eindeutig – es besteht eine Feuerlöscher Pflicht im Büro, Gewerbe und allen Arbeitsstätten. Unterschieden wird hierbei die Klasse der Brandgefährdung und natürlich der Grundfläche der Räume beziehungsweise des Gebäudes. 

Zwar gibt es entsprechende Richtlinien, wie Betriebsräume einzuordnen und welche Anzahl an Löschmitteleinheiten nötig sind, jedoch empfiehlt es sich immer, einen Experten zu Rate zu ziehen. Wird der Bedarf an Löschmitteleinheiten falsch ermitteln, gibt es spätestens im Brandfall oder nach den Ermittlungen das böse Erwachen. Daher möchten wir unsere Informationen hier begrenzen und auf eine individuelle Beratung verweisen.

Feuerlöscher Pflicht bei Ölheizung und Gasheizung

Heizanlagen unterliegen einer besonderen Brandgefährdung, da hier erhöhte Temperaturen ebenso auftreten, wie Feuer beim Verbrennen des Heizmittels.

Zwar besteht generell im privaten Bereich keine Feuerlöscher Pflicht für Heizanlagen, man sollte jedoch sein Augenmerk auf die verschiedenen Heizmittel legen und danach den Brandschutz ausrichten.

Feuerlöscher Pflicht Heizung
Kamine und Feststoffheizungen unterliegen einer besonderen Brandgefahr – ein Feuerlöscher sollte stets in Reichweite sein.
  • Feuerlöscher Pflicht Ölheizung: Vor geraumer Zeit (2003) bestand für Ölheizungen eine Feuerlöscher Pflicht, diese wurde jedoch aufgehoben, sodass Sie nicht mehr verpflichtet sind, neben Heizöl-Tanks Feuerlöscher anzubringen. Die Entscheidung fiel mit der Einordnung von Heizöl als nicht feuergefährliche Flüssigkeit. Grund ist der relativ hohe Flammpunkt von über 55°C. Man sollte jedoch bedenken, dass ein Brand, der nicht vom Heizöl verursacht werden muss, schnell Temperaturen über dem Flammpunkt des Heizöls erreicht und dieses entfachen kann. Fängt das gelagerte Heizöl erst Feuer, ist jeder Löschversuch ohne einen Einsatz der Feuerwehr aussichtslos. Ein per Funk vernetzter Rauchmelder, der das Alarmsignal in den Wohnraum überträgt, sollte ebenso zur Grundausstattung gehören, wie ein Feuerlöscher, mit der Ausgangsbrand schnell bekämpft werden kann.
  • Feuerlöscher Pflicht Gasheizung: Es bestand und besteht keine Pflicht zum Vorhandensein eines Feuerlöschers. Es ist auch relativ sinnfrei ein Gasleck mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen. Entzündet sich ausgeströmtes Gas, ensteht in vielen Fällen eine Explosion, die ebenfalls nicht mit einem Feuerlöscher eingedämmt werden kann. Viel wichtiger ist daher ein Frühwarnsystem in Form eines Gasmelders, welches ausströmendes Gas erkennt ehe es sich entzündet. 
  • Feuerlöscher Pflicht Pelletheizung: Heiz- und Lagerräume einer Pelletheizung unterliegen je nach Heizleistung der Heizung verschiedenen Anforderungen, eine Pflicht für Feuerlöscher besteht jedoch nicht. Einen Brand im Pelletlager mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen ist auch nur erfolgversprechend, wenn er sehr frühzeitig erkannt wird. Steht das Pelletlager in Flammen, ist der Notruf hilfreicher als der eigene Versuch dem Feuer entgegenzutreten. Sinnvoller ist ein Frühwarnsystem oder die Installation einer Sprinkleranlage, die selbstständig das Feuer eindämmt.
  • Feuerlöscher Pflicht Feststoffheizung: Auch hier besteht keine Pflicht zum Feuerlöscher. Viele Festbrennstoffe sind auch schwer entzündlich oder verhalten sich, wie übliche Möbel im Haushalt. Allerdings besteht die Gefahr dass herausfallende Glut oder der sehr heiße Heizkessel das Umfeld in Brand setzt. Erhöhte Brandgefahr besteht daher bei der direkten Benutzung oder Reinigung. Hier ist ein Feuerlöscher immer anzuraten, da entstehendes Feuer frühzeitig bekämpft werden kann.

Auch wenn es kaum eine Feuerlöscher Pflicht im Privatbereich gibt, können sich die Anforderungen der Bundesländer unterscheiden. Informieren Sie sich genau, wo eine Feuerlöscher Pflicht in Ihrem Bundesland besteht und wo nicht.

Brandschutz: Feuerlöscher und ihre Vorschriften

Da es im privaten Bereich keine Pflicht für Feuerlöscher gibt, gibt es auch keine Feuerlöscher-Wartungs-Pflicht oder eine Feuerlöscher-TÜV-Pflicht. Wer jedoch in den Brandschutz investiert, möchte sicher auch, dass er sich auf seine Feuerlöscher im Bedarfsfall verlassen kann. Dazu gehört alle zwei Jahre eine Wartung und Kontrolle der Feuerlöscher durch geschultes Personal.

Die Kosten für die Wartung und Prüfung eines Feuerlöschers können je nach Art und Größe des Feuerlöschers oder Anzahl der zu prüfenden Löscher zwischen 20 und 30 € je Stück liegen. Bei welcher Größenordnung eine Wartung rentabel ist oder über ein Neukauf nachgedacht wird, hängt sicher vom Aufwand ab. Größere Feuerlöscher kosten jedoch deutlich mehr als 20 €, sodass sich hier immer eine Inspektion lohnt. Der kleine Handfeuerlöscher im Auto sollte dagegen ausgetauscht werden.

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