Was in die Hausapotheke eines Heimwerkers gehört

Die Notwendigkeit einer Hausapotheke stellen viele erst dann fest, wenn es eigentlich zu spät ist. Sicherlich kennen Sie das: Sie haben sich bei einer Arbeit im Haushalt verletzt und suchen fieberhaft nach Verbandsmaterial und Pflastern. Im schlimmsten Fall können Sie diese nicht finden, weil keine auf Vorrat sind. Warten Sie nicht auf den Notfall, bei dem Sie sich eine gut gefüllte Hausapotheke wünschen – werden Sie schon im Vorfeld aktiv. Denn die Hausapotheke stellt den zentralen Ort dar, an dem Sie diese so wichtigen Utensilien finden.

Grundausstattung der Hausapotheke

© cameraobscura / pixelio.de

Für das Fahrzeug ist er vorgeschrieben und auch im Haushalt erweist er sich als besonders nützlich: der Verbandskasten. Laut DIN 13157 Norm ist dieser Kasten mit folgenden Utensilien ausgestattet:

  • Wundschnellverbände
  • Heftpflaster
  • Kompresse
  • Fixierbinden
  • Dreieckstücher
  • Schere
  • Einmalhandschuhe
  • Folienbeutel
  • Verbandspäckchen
  • Fingerkuppenverbände

Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen das Verbrauchsdatum und besorgen Sie sich rechtzeitig Ersatz. Wenn Sie Pflaster oder Verbände aus der Hausapotheke genommen haben, ersetzen Sie diese Materialien möglichst kurzfristig. Schreiben Sie sich die benötigten Utensilien am besten auf den Einkaufszettel und füllen Sie zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Heimwerker-Apotheke wieder a

Zusätzlich zum Verbandskasten sollte eine gut ausgestattete Hausapotheke sinnvollerweise  mit Schmerzmitteln, kühlenden Salben und bereits vorgeschnittenen Pflastern unterschiedlicher Größen ausgestattet werden. Diese Pflaster haben den Vorteil, dass Sie diese nicht erst umständlich auf die passende Größe zuschneiden müssen. Zur Not können Sie sie auch mit einer Hand aus der Verpackung nehmen und sofort nutzen. Der Verbandskasten zusammen mit einigen anderen Hilfsmitteln stellt eine optimale Grundversorgung für Heimwerker dar. Beachten Sie bitte: Zwar können Sie mit den Kompressen und Pflastern leichte Blutungen stillen, bei einer schwerwiegenden Verletzung ist der Gang zum Arzt unausweichlich.

Welche Medikamente gehören in die Hausapotheke?

Medikamente gegen unterschiedliche Krankheitssymptome und Beschwerden vervollständigen die Heimwerker-Hausapotheke. Achten Sie besonders bei den Medikamenten auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und entsorgen Sie abgelaufene Arzneimittel. Zum einen ist die Wirkung des Medikaments nicht mehr sichergestellt, zum anderen können sich die Inhaltsstoffe im Lauf der Zeit so verändert haben, dass unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Entsorgen Sie Medikamente, deren Verfallsdatum erreicht ist, nicht über den Hausmüll, sondern geben Sie sie in der Apotheke ab. Der Vorteil: Hier können Sie gleich Ersatz für das entsorgte Arzneimittel besorgen. 

Lesen Sie sich stets die Packungsbeilage durch. Bestimmte Medikamente wie Augentropfen, Nasenspray, Augensalben oder spezielle Antibiotika müssen kurze Zeit nach Anbruch entsorgt werden, da sie für eine weitere Verwendung nicht mehr vorgesehen sind. Vor allem an Nasenspray und Augensalben befinden sich schon nach dem ersten Gebrauch potenzielle Krankheitserreger, die sich bei erneuter Benutzung schnell verbreiten können.

Bewahren Sie die Medikamente in der Originalverpackung auf und werfen Sie den Beipackzettel nicht weg. So haben Sie eine bessere Übersicht über die Wirkstoffe, das Verfallsdatum und mögliche Nebenwirkungen mit anderen Medikamenten. Auf dem Beipackzettel finden Sie schließlich wertvolle Hinweise zur Einnahmedauer und Dosierung.

Verbandsmaterialien in der Hausapotheke

Den Verbandmitteln kommen in der Heimwerker-Hausapotheke eine besondere Bedeutung zu. Häufig kommt es bei Säge- oder Bohrarbeiten zu Schnittverletzungen, die Sie mit einer passenden Auswahl an Verbandsmaterialien selbst versorgen können. Stellen Sie sicher, dass Sie immer genügend Mullbinden, elastische Binden und Verbandklammern vorrätig haben. Sterile Wundauflagen sorgen dafür, dass keine Keime in die Wunde kommen. Für kleinere Schnittverletzungen eignen sich auch Pflaster.

Hilfsmittel, die in keiner Hausapotheke fehlen dürfen

Dazu gehören:

  • Handschuhe
  • Desinfektionsmittel
  • Fieberthermometer
  • Pinzette
  • Wärmflasche oder Kirschkernkissen
  • Kühlkompresse
  • Wattestäbchen

Um es mit den Worten eines passionierten Heimwerkers zu sagen: Die Hilfsmittel stellen das geeignete Werkzeug für eine Erstversorgung und die Linderung von Beschwerden dar. Eine Pinzette sorgt beispielsweise dafür, Holzsplitter in der Haut zu entfernen. Bei leichten Verbrennungen und Prellungen helfen Kühlkompressen.

Bewahren Sie wichtige Informationen in der Hausapotheke auf

Eine prall gefüllte Hausapotheke nützt wenig, wenn Sie mit den Grundlagen der Erstversorgung nicht vertraut sind und bei schwerwiegenden Verletzungen wichtige Notrufnummern fehlen. Denken Sie daran: Infolge einer Verletzung kommt es häufig zu einer Schockreaktion. Mit einem umfangreichen Informationspaket sorgen Sie dafür, dass Sie schnell Hilfe leisten und auch anfordern können. Statten Sie also Ihre Hausapotheke noch mit weiterführenden Handlungsanleitungen für den Ernstfall und einer gut sichtbaren Auflistung der wichtigsten Notrufnummern aus. Neben den gängigen Nummern für die Feuerwehr und dem Notarzt gehört zu dem vollständigen Informationspaket auch eine Übersicht mit den in der Nähe befindlichen Notapotheken, Telefonnummern des Hausarztes, Spezialisten und auch die Nummer der Giftnotrufzentrale.

Schnittwunden fachgerecht versorgen

Nahezu jeder Heimwerker hat sich im Laufe seiner Tätigkeiten die eine oder andere Schnittwunde zugezogen. Vor allem scharfkantige Werkstücke und Werkzeuge mit Schneidkanten bergen einige Gefahren für diese Art der Verletzung. Schnittwunden bluten häufig stark. Dadurch werden allerdings Krankheitserreger ausgespült und es kommt seltener zu einer ernsthaften Entzündung des Gewebes. Sie können eine leichte Schnittverletzung ganz einfach mit den Mitteln Ihrer Hausapotheke in den Griff bekommen. Nehmen Sie dazu eine sterile Wundkompresse aus der Packung und drücken Sie sie solange auf die Schnittwunde, bis die Blutung stoppt. Je nach Größe der Wunde reichen danach Pflaster oder Mullverband, um die offene Wunde vor Krankheitserregern zu schützen. 

Handelt es sich dagegen um eine tiefere Schnittwunde, bei der wichtige Blutgefäße, Nerven oder Sehnen durchtrennt wurden, müssen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Sie erkennen eine derartige Wunde daran, dass die Haut weit auseinanderklafft und sich die Blutung nur durch einen Druckverband stillen lässt. Lagern Sie in diesem Fall den verletzten Körperteil leicht erhöht und verschließen Sie die Wunde mit einer Kompresse. Darüber legen Sie ein dickeres Verbandspäckchen, das Sie fest verbinden, damit es den nötigen Druck ausübt. Handelt es sich um eine verletzte Hauptschlagader, drücken Sie die Blutzufuhr ab, bevor Sie den Notarzt alarmieren.

Behandlung von Verbrennungen

Verbrennungen gehören neben Schnittwunden zu den häufigsten Verletzungen, die sich der passionierte Heimwerker zuziehen kann. Diese führen meist zu starken Hautrötungen oder zu schmerzhaften Blasenbildungen. 

Kühlen Sie die verbrannte Hautstelle ausreichend, am besten nutzen Sie dazu Wasser. Lassen Sie das Wasser solange über die betroffene Körperstelle fließen, bis der Schmerz nachlässt, Experten empfehlen eine Mindestzeit von 15 Minuten. Haben sich Brandblasen gebildet, stechen Sie diese nicht auf. Sie dienen dazu, das darunter liegende Gewebe zu schützen. Wenn Sie die Blase aufstechen, kommen Keime an das verletzte Gewebe und die Brandwunde kann sich entzünden. Eine offene Brandwunde behandeln Sie am besten mit Povidon-Iod oder Octenidin.

Wenn Sie sich mit heißem Wasser verbrüht haben, entledigen Sie sich umgehend der nassen Kleidung, damit die Haut nicht noch länger mit der Hitze in Berührung kommt. Legen Sie sterile Verbandtücher bzw. so genannte Metalline-Tücher auf die Brandwunde. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gibt auf seiner Internetpräsenz weitere wertvolle Tipps für die Erstversorgung.

Sturzverletzungen behandeln

Stürze sind bei Heimwerker-Arbeiten im Haushalt keine Seltenheit. Sei es ein Sturz von der Leiter oder über Baumaterialien – die Hausapotheke muss auch für diesen Fall gewappnet sein. In der Regel sind Stürze nicht lebensgefährlich und führen zu Prellungen oder einer Muskelzerrung. Nutzen Sie in diesem Fall ein Kühlkissen oder behandeln Sie die schmerzende Körperstelle mit einer schmerzhemmenden Salbe. Gegen Blutergüsse und Schwellungen helfen Präparate mit Heparin. 

 

 

Aufbewahrungsort der Hausapotheke

Für die Aufbewahrung bieten sich beispielsweise Abstellräume oder andere zentral gelegene Räumlichkeiten an, in denen es die meiste Zeit kühl, trocken und dunkel ist. Achten Sie darauf, dass der Zugang nicht durch Geräte und Materialien erschwert wird. Sind Kinder im Haushalt, schließen Sie die Apotheke ab oder bringen Sie sie an einer für Kinderhände schwer zu erreichenden Stelle an.

Barbara Faber, Geschäftsführerin der DasÖrtliche Service- und Marketinggesellschaft mbH, zuständig für Das Örtliche Online und Mobilanwendung, dem Telefonverzeichnis mit Apothekennotdienst-Übersicht

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