Anforderungen an Malerwerkzeuge

Eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten durch verschiedene Wandfarben, Tapeten, Bordüren und Wandtattoos erfordert auch immer speziellere Maler- und Tapezierwerkzeuge um diese Werkstoffe sauber zu verarbeiten. Zum Beispiel führt nur ein optimal auf die Farbe abgestimmter Pinsel oder Farbroller auch zu einem hochwertigen Arbeitsergebnis und empfindliche Prägetapeten sollten nicht mit harten Bürsten glattgestrichen werden.

Diesem Anspruch muss der Hersteller von Malerwerkzeugen durch die richtige Auswahl und Verarbeitung der geeigneten Rohmaterialien, wie Natur- und Synthetik- Borsten oder Natur-Synthetik-Mix gerecht werden.

Welche Werkzeuge bei Malerarbeiten eine große Arbeitserleichterung darstellen können und wann welches Werkzeug verwendet werden sollte, zeigt die folgende Aufstellung der nützlichsten Malerwerkzeuge.

Welcher Pinseltyp ist für welchen Lack oder welche Farbe geeignet? Welches Werkzeug benutze ich am besten, wenn ich große Flächen gleichmäßig streichen möchte?

Finden Sie hier eine Übersicht über die wichtigsten Maler- und Streichwerkzeuge und praktisches Zubehör. Auch Tipps zur umweltfreundlichen Reinigung und fachgerechten Aufbewahrung haben wir weiter unten auf der Seite für Sie zusammengestellt.

Pinsel

Zu der Auswahl der optimal geeigneten Rohmaterialien sind die folgenden "Aufgabenstellungen" eines Malerpinsels zu berücksichtigen:

  1. Farbaufnahme (max.)
  2. Farbe halten (das heißt tropffrei)
  3. gleichmäßige Farbabgabe/-applikation

Verschiedene Borsten

Die Verwendung der passenden Pinselsorte ist unerlässlich für ein sauberes Streichergebnis.

Ein wichtiges Qualitätsindiz beim Pinsel ist die sogenannte Topzahl. Eine "Chinaborste 90% tops" sagt aus, dass mindestens 90% der Borsten die maximale sichtbare Borstenlänge aufweist. Je höher die Prozentzahl, desto anspruchsvoller die Qualität.

Die Chinaborste ist hervorragend für die Verarbeitung von lösemittelhaltigen Farben geeignet, für wasserbasierende Acryllacke aber eher weniger. Bei der China- oder Schweineborste handelt es sich um ein reines Naturprodukt, das in seiner Charakteristik Wasser absorbiert. Dadurch verliert die Chinaborste beim Verarbeiten von wasserbasierenden Farben schnell die Form und wird zum "Struppi".

Bei der Chinaborste gibt es neben der hellen Naturborste auch noch die wesentlich kräftigere und formstabilere schwarze Schweineborste (Malerqualität). Diese Charakteristik weißt auch die graue Borste auf, die hauptsächlich als Fassadenpinsel und für Dispersionsfarbe zum Einsatz kommt. Speziell verarbeitete Synthetikborsten (bei der durch das sogenannte "Flagging" eine Aufsplissung der Borstenspitze erzielt und somit eine Optimierung der Finish Eigenschaft der Synthetikborste, nämlich ein guter Farbverlauf, erreicht wird) absorbieren kein Wasser und behalten ihre Form.

Ein synthetischer Besatz wird als pure Synthetik-Ware oder als Mischung mit Chinaborste eingesetzt und empfiehlt sich zum Einsatz von Farben auf Wasserbasis und bei dünnflüssigen Lasuren.

Pinselstärke

Unterschieden wird beim Pinsel auch die sogenannte Pinselstärke, das heißt, die "Dicke" des Pinsels im Verhältnis zur Breite. Malerqualitäten werden heute in 9. und 12. Stärke angeboten, Heimwerkerqualitäten als 6. Stärke und im Preiseinstiegsbereich wird teilweise bis zur 4. Stärke angeboten. Je größer die Stärke, desto mehr Farbe kann der Pinsel aufnehmen und somit auch ohne Wiedereintauchen in den Farbbehälter verstrichen werden. Mit Kork (Ringpinsel), Kunststoff- oder Kartoneinlagen (Flachpinsel) wird das Besteckungsmaterial optimal in Form gebracht und Farbkammern (Reservoirs) für eine möglichst hohe Farbaufnahme geschaffen.

Farbroller und Farbwalzen

Insbesondere bei den Kleinrollern im einfachen und doppeltstarken Bereich ist es aktuell zu einer Lancierung von hochwertigen, innovativen und spezialisierten Bezugsstoffen gekommen, welche die letzten Entwicklungstrends von Farben und Lacken berücksichtigen.

Der sogenannte "Lasutec", ein Bezugsstoff mit braunen Streifen und extrem dichtem Microfaserbezug hat eine hohe Aufnahmekapazität und Haltekraft für dünnflüssige Lasuren. Durch die Thermofusion und den seitlich verschweißten Bezugsstoff, ist ein zeitsparender Lasurauftrag auch an Ecken und Kanten möglich (erhältlich in 6/11 cm Breite einfachstark und 12/15 cm Breite doppeltstark). Die patentierte thermofusionierte Kleinwalze mit rot gestreiftem "Titanfibre"- Bezug ist das perfekte Werkzeug zum Flächen streichen von lösemittelhaltigen Schutzfarben und Rostschutzlacken.

Tapezierwerkzeuge

Verschiedene Tapezierwerkzeuge nach Arbeitsschritten sortiert:

Alte Tapeten ablösen

  • Malerspachtel zum Ablösen von Tapetenresten und Ausbessern von Schäden in der Wand.
  • "Tapetentiger" oder Perforations-/Igelwalze zum perforieren alter Tapeten vor dem Einweichen mit Wasser und Tapetenlöser.
  • Flächenhobel oder Stoßschaber zum Abschaben von Putz-, Farb und Tapetenresten.

Tapeten zuschneiden

  • Tapezierschere zum Zuschneiden der Tapete vor dem Verkleben.
  • Cuttermesser zum Abschneiden und EInschneiden der Tapete an schwer zugänglichen Stellen
  • Tapetenabreißer als handliche Abreißkante oder Schnittkante beim Ablängen, Längsschneiden oder beim Abschneiden von Überständen.
  • Tapetenmesser: Gutes Werkzeug in Kombination mit einer Tapetenschiene zum Zuschneiden der Tapetenbahnen auf dem Tapeziertisch.
  • Gleitfußmesser für Doppelnahtschnitte.
  • Dreieck-Beschneidekante dient zum Beschneiden der unteren Tapetenkante und verhindert ein Verschmieren von Kleister auf Sockelleisten oder Teppichböden.

Einkleistern/Hinterspritzen

  • Malerquast oder Leimroller zum Einkleistern der Tapetenbahnen, bzw. der Wand.
  • Kleisterspritze zum Hinterspritzen und Ausbessern von Blasen hinter Tapeten.

Tapete ausloten

  • Schlagschnur zur bequemen Markierung einer lotrechten Orientierungslinie für die erste Tapetenbahn.
  • Senklot zum Ausloten der ersten Bahn an der Wand.

Tapete andrücken und glattstreichen

  • Tapezierbürste/Tapezierwischer zum blasenfreien Andrücken der Tapetenbahnen. Andrückspachtel oder Andrückwalze sind hier ebenfalls hilfreich, besonders bei schweren und druckunempfindlichen Tapeten.
  • Nahtroller/Konischer Nahtroller zum Andrücken oder Nachbessern der Nahtstellen.
  • Leinenhandschuhe für die Verarbeitung besonders schmutzempfindlicher, heller Tapeten

Pinsel und Rollen richtig reinigen

Wenn die Wände bereits in neuen Farben erstrahlen, sind leider immer noch die dabei verwendeten Pinsel, Walzen und Bürsten  von Farbe verklebt und warten auf Reinigung. Als ersten einfachen Schritt zur Reinigung können die Pinsel zunächst einfach auf Zeitungspapier ausgestrichen oder beispielsweise mit einem Spachtel vorsichtig ausgedrückt werden. Bei den meisten Dispersionsfarben und bei Acryllack reicht ein sorgfältiges Ausspülen mit warmem Seifenwasser über Waschbecken und Badewanne.

Ölfarben und Lasuren sind etwas schwieriger zu reinigen. Früher griffen die Heimwerker in dem Fall gerne zu Terpentin um die Farben zu verdünnen und aus dem Pinsel zu lösen. Besonders bei Kunstmalern, die die Farben sowieso schon mit Terpentin verdünnen, bietet sich diese Methode an. Terpentinöl wird übrigens aus destilliertem Kiefernharz gewonnen.

Schwieriger wird es, wenn als Farbe Kunstharzlack und High Solid Lack verwendet wurden oder die Farben bereits eingetrocknet sind. Dann greift man am besten zu Universal-Verdünner oder Terpentinersatz mit entsprechenden Lösemitteln. Im Gegensatz zum Terpentin werden diese Verdünner aus Erdöl hergestellt. Damit lassen sich auch Farbflecken auf verunreinigten Oberflächen und dem Boden entfernen. Die Produkte sind auch als Verdünnung für Öllack und Kustharzlack, Holzlasur, Rostschutzfarbe sowie Vorstreichfarbe geeignet. Zum Spritzen von Farbe verwendet man übrigens besser den etwas schneller verdunstenden Kunstharz-Verdünner. In jedem Fall sollte man die Hinweise des Herstellers der Farben beachten. Dieser gibt auf der Verpackung meist schon Tipps, wie sich die Malwerkzeuge nach dem Streichen am besten reinigen lassen.

Malermeister-Tipp: Werden Pinsel nach der Reinigung in dünnen Kleister getaucht, spreizen sie nicht aus.

Umwelt und Gesundheit bei der Wahl des Pinselreinigers beachten

Auch wenn die Arbeit durch die angebotenen Pinselreiniger erleichtert wird sollte man wissen: Die im  Baumarkt zu kaufenden Reinigungsprodukte wie Terpentin, Terpentinersatz und Universal-Reiniger  bestehen zu einem Großteil aus organischen Lösemitteln, das heißt aus flüchtigen  Kohlenwasserstoffen. Diese belasten nicht nur die Umwelt, sondern können auch die Gesundheit  beeinträchtigen. Bei der Reinigung  sollte daher Hautkontakt mit den Lösungsmitteln vermieden werden, am besten mit Handschuhen arbeiten. Ein Umweltproblem, zu dem die aus Erdöl gewonnenen Kohlenwasserstoffe beitragen, ist die  Entstehung von bodennahem Ozon – so auch bei der Verwendung von herkömmlichen Pinselreinigern.  In die Luft abgegeben, verbinden sich die Kohlenwasserstoffe unter Sonneneinstrahlung mit den  Stickoxiden – einer Form von Gasen – zu dem auch unter der Bezeichnung Sommersmog bekannten Ozon. Zudem werden Pinselreiniger oftmals nicht richtig beseitigt. Anstatt die bei Malerarbeiten anfallenden Abfälle zu einem Entsorgungshof zu bringen, spülen Verbraucher die Flüssigkeit oftmals einfach im Waschbecken aus, und Reinigungstücher landen im Hausmüll. Dadurch werden sowohl Abwasser als  auch die Luft belastet. Und nicht nur die Umwelt wird von den organischen Lösemitteln angegriffen, auch die Gesundheit. Wer  regelmäßig die Dämpfe des Reinigers einatmet, kann eine Schädigung des zentralen Nervensystems oder von Organen wie Leber und Niere davon tragen, warnen Experten.

Um dieses Gefährdungspotenzial einzudämmen, will zum Beispiel das Forschungszentrum Jülich einen neuen, umweltfreundlichen Pinselreiniger für den Heimwerker-Bereich entwickeln, der einen um 50%  reduzierten Anteil an flüchtigen Kohlenwasserstoffen hat. Damit werden dann umwelt- und  gesundheitsgefährdenden Dämpfe verringert. Um dies zu erreichen, soll der neue Reiniger auf  Mikroemulsionen basieren. Mikroemulsionen sind Gemische, die Wasser und Öl enthalten. Trotz ihres  geringen Anteils an Öl entfalten sie eine große Reinigungskraft. Der neue Pinselreiniger wäre dann auch  erheblich weniger leicht entflammbar.

Pinsel richtig aufbewahren

Nach dem Reinigen kann man die Pinsel einfach an der Luft trocknen lassen. Zum längeren Aufbewahren werden Pinsel am besten trocken aufgehängt, zum Beispiel an einem Nagel über einem hohen Glas. Mache Maler gehen allerdings auch soweit, die Pinsel permanet im Pinselreiniger aufzubewahren.

Für eine längere Pause oder über Nacht müssen die Werkzeuge nicht gereinigt werden. Wickeln Sie einfach Pinsel und Rollen in Alufolie oder Plastiktüte ein; so trocknen sie nicht aus und können später einfach weiter verwendet werden.

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Jürgen , d. 08-09-16 08:45:

Auch das richtige Abklebematerial will gewählt sein :) Nicht immer ist einfaches Krepp die richtige Lösung, für manchen Untergrund oder manches Vorhaben wird mehr benötigt.

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Bildnachweis
1. "Pinsel" (Originalbild) von Nomadic Lass, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten
2. "Borsten" (38mm) von Mini OzzY, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten
3. "Farbrollen" (0080) von karpacious, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten

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