Der richtige Bohrer für Holz, Stahl oder Beton

Der richtige Bohrer für Holz, Stahl oder Beton

Bohren gehört zu den wichtigsten Heimwerker-Arbeiten und die Bohrmaschine zu den ersten elektrischen Werkzeugen, die in keiner Werkstatt fehlen darf. Entscheidend für gute Bohrergebnisse ist in erster Linie jedoch die Verwendung des richtigen Bohrers. Zwar können Metallbohrer für viele Materialien genutzt werden, jedoch auch sie haben ihre Grenzen. Spätestens, wenn Topfscharniere verbaut werden sollen, ist der Einsatz von Forstnerbohrern unabdingbar.

Viele Bohrer unterscheiden sich jedoch nicht nur in ihrer Bauform. Unterschiedliche Schaftformen und spezielle Legierungen entscheiden über den richtigen Einsatz.

Wir möchten in unserer Bohrerübersicht verschiedene Borhrerarten vorstellen und erklären, wofür sie eingesetzt werden. Häufig müssen nicht alle Formen in allen Größen vorhanden sein und es kann sich auch mit anderen Bohrern beholfen werden. Eine solide Grundausstattung darf jedoch in keiner Werkstatt fehlen.

Sicherheitshinweise beim Bohren

Schutzbrille

Beim Bohren wird Material in Form von feinen Spänen, langen Fließspänen oder Staub abgetragen. Das Tragen einer Schutzbrille ist daher stets empfohlen.

Gehörschutz

Je nach Material und Bohrdurchmesser arbeiten Bohrmaschinen mit einer hohen Drehzahl, die eine entsprechende Geräuschkulisse nach sich zieht. Gerade beim Schlagbohren führt die Schlagfunktion zu einer zusätzlichen Belastung. Bei Bedarf ist daher ein Gehörschutz zu tragen.

Schutzhandschuhe

Rotierende Werkzeuge können Stoffe und somit auch Handschuhe erfassen und aufwickeln. Daher gilt ein generelles Verbot von Arbeitsschutzhandschuhen an allen rotierenden Werkzeugmaschinen. Das gilt für das Arbeiten mit Handbohrmaschinen ebenso, wie für Ständer- und Säulenbohrmaschinen.

Welche Materialien können gebohrt werden?

Grundsätzlich lassen sich alle Materialien bohren, die fest genug sind, um geschnitten werden zu können. Das betrifft hartes Glas ebenso, wie weiche Butter oder gar Papier. Entscheidend ist die Verwendung eines geeigneten Bohrers. Dieser muss dem zu bearbeitenden Material angepasst sein und über die richtigen Schneiden verfügen.

Ein umfassender Bohrersatz sollte in keiner Werkstatt fehlen
Ein umfassender Bohrersatz sollte in keiner Werkstatt fehlen

Unterscheiden lässt sich der Bohrvorgang bereits in der Form des Materialabtrags. Während bei weichen Materialien Späne "abgeschnitten" werden, muss bei härteren geschabt oder gar zertrümmert werden. Hierfür ist die Form und das Material der Schneide entscheidend.

Für den Hausgebrauch sind vor allem folgende Materialien interessant, für die unterschiedliche Bohrer benötigt werden:

  • Metall – Vollmaterial, Bleche
  • Holz – kleine, große und sehr tiefe Löcher
  • Ziegelsteine
  • Beton
  • Glas und Fliesen

Daher sollen sich die vorgestellten Bohrer auf auf diese Materialien beschränken. Bereits hier gibt es zahlreiche Unterschiede, die zu unterschiedlichen Bohrergebnissen führen können.

Bohrer für die Holzbearbeitung

Holz ist das Material, welche am häufigsten in der heimischen Werkstatt gebohrt wird. So vielfältig, wie Holz eingesetzt werden kann und so verschieden die Anforderungen an Bohrungen in Holz sein können, so unterschiedlich sind auch die Formen der Holzbohrer.

Der Holzbohrer für verschiedenste Anwendungen

Holzbohrer für verschiedenste Anwendungen
Holzbohrer für verschiedenste Anwendungen

Prinzipiell kann Holz mit handelsüblichen Spiralbohrern (Metallbohrer) gebohrt werden. Der weiche Werkstoff Holz hat jedoch den Nachteil, dass er sich beim Schneiden wegdrück und daher nicht exakt geschnitten werden kann. Deutlich wird das beim Bohreraustritt an der Rückseite eines Brettes sichtbar. Hier wird das Material nicht geschnitten, sondern stattdessen die Holzfasern weggedrückt, was zu Ausplatzungen führt.

Holzbohrer müssen daher Schneiden besitzen, die das Material nicht nach außen drücken. Deutlich ist die Umsetzung am Anschliff zu erkennen. Dieser besitzt eine Zentrierung, die den Bohrer führt und zwei Außenschneiden, die sehr flach und scharf geschliffen. Diese beiden Schneiden können sogar leicht nach innen geneigt sein, damit sie das Holz erst am äußeren Durchmesser durchbrechen und dort sauber trennen. Als Rest ergibt sich eine dünne Holzscheibe mit einem Loch der Zentrierung.

Durch die "ausgestochene" Scheibe sollte es vermieden werden, mehrere Lagen Bretter gleichzeitig mit einem Holzbohrer zu bohren. Die Scheibe bleibt am Bohrer haften, dreht sich mit dem Bohrer und verhindert so, dass die nächste Schicht Holz angeschnitten werden kann. Erst ein kräftiger Druck lässt genug Reibung entstehen, unter der sich die Scheibe nicht mehr mitdreht und vom Bohrer zerschnitten werden kann.

Forstnerboher für große Bohrungen in Holz

Ähnlich, wie der einfache Holzbohrer, ist auch der Forstnerbohrer geschliffen. Auch er besitzt eine Zentrierung und seitliche Schneiden, die außen tiefer liegen als innen. Zusätzlich können äußere Schneiden ausgeprägt sein, die den Bohrdurchmesser noch sauberer ausstechen und dem Bohrer mehr Führung im Bohrloch verleihen.

Forstnerboher für große Bohrungen in Holz
Forstnerboher für große Bohrungen in Holz

Da ein Forstnerbohrer hauptsächlich für große Durchmesser gedacht ist, kann der Bohrerkopf nicht im selben Durchmesser ausgeführt sein, wie der Schaft. Der Erfinder Benjamin Forstner hat seine Bohrer daher abgesetzt und den Schaft deutlich dünner als den Bohrkopf gestaltet. 

Diese Bauform ermöglicht es, große Bohrungen herzustellen, und den Bohrer dennoch in handelsübliche Bohrfutter aufzunehmen. Gleichzeitig es es jedoch nicht möglich, die Späne mittels einer langen Spirale aus dem Bohrloch zu führen. Forstnerbohrer können daher nur für relativ kurze Sack- oder Durchgangslöcher genutzt werden. Sammeln sich zu viele Späne im Bohrloch, kann die entstehende Wärme nicht abgeführt werden und der Bohrer glüht aus.

Auch wenn sich große Forstnerbohrer in kleine Bohrmaschinen spannen lassen, darf nicht vergessen werden, dass sie ein gewisses Drehmoment benötigen. Anders, als bei einer Lochsäge, benötigen Forstnerbohrer Schneiden, die so groß, wie das Bohrloch sind. Die Schneiden greifen über ihre gesamte Größe gleichzeitig in das Material ein und heben große Späne ab.

Flachfräsbohrer, wenn es schnell gehen soll

Flachfräsbohrer, wenn es schnell gehen soll
Flachfräsbohrer, wenn es schnell gehen soll

Wie der Name bereits sagt, kombiniert der Flachfräsbohrer das Bohren mit dem Fräsen. Wie alle Holzbohrer, besitzt er eine Zentrierspitze, die ein relativ genaues Ansetzen am Holz ermöglicht. Zwei seitliche Schneiden schaben anschließend die Oberfläche ab und fräsen sich somit in das Holz. Das Schaben beziehungsweise Fräsen erfordert einen deutlich höheren Kraftaufwand, als ihn übliche Holzbohrer benötigen, da die Schneider eher senkrecht steht und nicht in Drehrichtung ausläuft. Dadurch sind Flachfräsbohrer hauptsächlich für weiche Holzarten gedacht. Richtig eingesetzt erzielen sie bei einem ausreichenden Drehmoment jedoch einen sehr schnellen Arbeitsfortschritt. Zur besseren Kraftübertragung besitzen sie statt eines Rundschaftes einen Sechskantschaft.

Die flache Bohrerform mindert die Reibung am Bohrdurchmesser und lässt viel Platz für Späne, die ohne Spiralform jedoch kaum abgeführt werden können. Die geringe Stärke des Bohrers bietet auch wenig Führung im Bohrloch, sodass Bohrungen selten genau werden. Der Flachfräsbohrer ist für schnelle Löcher mit kräftigen Maschinen gedacht.

Schlangenbohrer für tiefe Bohrlöcher in Holz

Schlangenbohrer für tiefe Bohrlöcher in Holz
Schlangenbohrer für tiefe Bohrlöcher in Holz

Typische Spiralbohrer bestehen aus einem runden Schaft, in den zwei Spiralnuten eingearbeitet sind, um die Späne abzutransportieren. Anders beim Schlangenbohrer.

Der Schlangenbohrer besitzt weniger eine Spannut, bei ihm schlängelt sich der Bohrer um den Durchmesser, woher sein Name stammt. So ergibt sich nur eine Spannut, die jedoch deutlich größer ist und auch große Späne gut aus tiefen Bohrlöchern transportiert. Damit ist der Schlangenbohrer sehr gut für extrem tiefe Bohrlöcher geeignet.

Wie alle Holzbohrer, besitzt der Schlangenbohrer eine Zentrierspitze. Was bei anderen Holzbohrern jedoch meist "Sonderausstattung" ist, ist bei einem Schlangenbohrer Standard – eine Zentrierspitze mit Gewinde. Dieses Gewinde, ähnlich einer Holzschraube, ermöglicht die Zentrierung und zieht den Bohrer sicher in das Holz.

Metallbohrer für exakte Bohrlöcher in harte Materialien

Mit einfachem Stahl in Stahl zu bohren ist kaum möglich. Daher bestehen Metallbohrer größtenteils aus HSS – HSS-Bohrer. HSS steht für High Speed Steel oder eingedeutsch Hochleistungs-Schnellarbeitsstahl. Das Basismaterial unterscheidet sich in der Qualität, vor allem aber in Bohrerherstellung und der Legierung.

Die Spiralform des Bohrers lässt sich durch rollen herstellen, was eine besonders feste und glatte Oberfläche erzeugt oder durch schleifen in sehr genauen Toleranzen. Erkennbar ist der Unterschied in der Bezeichnung HSS-R für das Rollieren und HSS-G für geschliffen. Zusätzlich lässt sich die Verschleißfestigkeit durch Beschichtungen und Legierungen positiv beeinflussen.

Metallbohrer aus HSS-Co für besondere Beanspruchungen
  • HSS – bezeichnet einfache HSS-Bohrer für mittlere Beanspruchung. Erkennbar sind HSS-Bohrer an ihrer grauen bis schwarzen Färbung.
  • HSS-TiN – eine zusätzliche aufgedampfte Beschichtung mit Titannitrid verbessert die Oberflächenhärte und verringert den Verschleiß. Bei einem Anschliff geht die Beschichtung jedoch verloren.
  • HSS-Co – die Legierung mit Cobalt verbessert die Eigenschaften von HSS, erhöht die Temperaturbeständigkeit und minimiert den Verschleiß. Bei einer Legierung wird der Bohrer nicht nur beschichtet, sondern insgesamt beeinflusst. Ein nachträglicher Anschliff beeinflusst die Eigenschaften daher nicht. Die Färbung ist dunkler als bei HSS-TiN und meist matt.
  • HSS-Co TiN – bezeichnet eine Cobaltlegierung mit zusätzlicher Titannitrid-Beschichtung.

Hartmetall-Bohrer

Hartmetall ist mit HSS nicht zu vergleichen. Es entsteht durch das Pressen (sintern) verschiedenster Grundstoffe, die ein extrem hartes, verschleißfestes und vor allem temperaturbeständiges Material schaffen. Die besondere Härte macht Hartmetallbohrer jedoch auch spröde, sodass sie eher in hochwertigen CNC-Maschinen ihren Einsatz finden. 

Unterschieden werden Hartmetallbohrer mit einem Aufsatz aus Hartmetall und Vollhartematallbohrer (VHM), die komplett aus Hartmetall bestehen.

Tipps zum Bohren von Metall und Stahl

Stahl und viele Metalle sind sehr feste Materialien. Daher erfordern sie nicht nur besondere Bohrer, sondern ebenso ein gewisses Maß an Grundkenntnissen zum Bohren von Metallen. Wir zeigen worauf zu achten ist und wie Sie auch in Stahl zum perfekten Bohrergebnis kommen. Tipps zum Bohren von Metall und Stahl

Steinbohrer mit Hartmetallbestückung

Hartmetall ermöglicht es in sprichwörtlich steinharte Materialien zu bohren. Wobei die Bezeichnung "bohren" nicht ganz richtig ist. Beim Bohren in Ziegel und Steine wird das Material zertrümmert und weniger gebohrt. Die typische Spiralbohrerform dient lediglich dem Abtransport des abgetragenen Materials.

Schnellspannfutter und SDS-Plus Futter
Schnellspannfutter und SDS-Plus Futter
Steinbohrer mit Zylinder-, SDS-Quick- und SDS-Plus-Schaft
Steinbohrer mit Zylinder-, SDS-Quick- und SDS-Plus-Schaft

Holz- und Metallbohrer schneiden sich in das Material und tragen es ab. Steinbohrer schlagen auf die Oberfläche und zerbröseln diese. Die Drehbewegung dient der Ausformung des Bohrloches und dem Entfernen des Bohrstaubs. Das aufgelötete Hartmetallplättchen ermöglicht es, in Ziegel, Stein oder Keramik zu bohren. Jedoch ermöglicht erst eine unterschiedliche Schaftform eine bessere Übertragung der Schlagenergie und damit das Bohren unterschiedlich fester Materialien. 

Steinbohrer mit Zylinderschaft

Der Zylinderschaft ermöglicht es, den Steinbohrer in jedes Zahnkranz- oder Schnellspannbohrfutter einzuspannen und damit ohne Schlagfunktion zu bohren, wie es für Fliesen nötig ist. Mit einer Schlagfunktion können Ziegelsteine, Poroton und leichter Beton gebohrt werden. Die Schlagenergie einer Schlagbohrmaschine ist jedoch begrenzt und auch handelsübliche Spannfutter sind nicht für eine höhere Schlagkraft ausgelegt.

Steinbohrer mit SDS-Schaft

Die begrenzte Übertragung der Schlagenergie wird durch ein SDS-Futter deutlich verbessert. Dieses spannt den SDS-Steinbohrer nicht, sondern hält ihn in einer Führung und ermöglicht die Bewegung in Schlagrichtung. Dadurch muss das SDS-Futter die Schlagenergie nicht aufnehmen oder übertragen. Das ermöglicht die Übertragung sehr hoher Schlagstärken.

Das SDS-Futter, übrigens eine Erfindung von Bosch, wird heute einheitlich von fast allen Herstellern verwendet, unterscheidet sich jedoch in der Größe:

  • SDS-Plus oder kurz SDS bezeichnet die Futtergröße, die in allen Heimwerker-Werkzeugen Anwendung findet. Hiermit sind Bohrungen von 4 bis über 20 mm möglich.
  • SDS-Max dient zur Übertragung größter Kräfte und wird daher in schweren Bohrhämmern verwendet.
  • SDS-Quick ist das kleinste SDS-Futter und wird aktuell nur in Bosch Akku-Bohhämmern verwendet. Das SDS-Quick Futter ermöglicht zusätzlich die Aufnahme von Bits mit langem Sechskant-Schaft.

Universalbohrer für den universellen Einsatz?

Universalbohrer sollen Holz und Stein bohren können
Universalbohrer sollen Holz und Stein bohren können

Hartmetall lässt Stein und Beton zerbröseln und kann zu sehr scharfen Schneiden für Metallbohrer geschliffen werden. Eine Kombination aus beidem, soll es ermöglichen, mit einem Bohrer Holz, Kunststoff und auch Stein zu bohren.

Mit einem aufgelöteten Hartmetallplättchen wird der Bohrer hart genug, um Stein zu bohren. Mit einem scharfen Anschliff ist er zusätzlich in der Lage Späne von Holz und anderen weichen Materialien abzutragen. Jedoch reagieren spitze und scharfe Schneiden sehr empfindlich auf Stöße härterer Materialien und stumpfe Schneiden ermöglichen keinen Abtrag von Spänen. Die Kombination aus beidem, kann also nur bedingt eine gute Lösung sein. 

Da Steinbohrer kaum eine spezielle Schneidenform benötigen, können Universalbohrer wie Steinbohrer genutzt werden. Für weiche Materialien, wie Holz oder Kunststoff sind sie jedoch weniger geeignet. Hier drücken und quetschen sie sich mehr schlecht als recht durch das Material. Von Universalbohrern oder Mehrzweckbohrern sollte daher keine besondere Qualität der Bohrlöcher in weiche Materialien erwartet werden.

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