Presslufthammer: Funktion und praktischer Einsatz

Straße aufstemmen mit dem Presslufthammer

Es ist schon eindrucksvoll, wenn im Straßenbau oder bei Abbrucharbeiten ein Presslufthammer zum Einsatz kommt: Mit einem Spitz- oder Flachmeißel ausgerüstet, arbeitet sich das schwere Gerät, das fachlich korrekt eigentlich Drucklufthammer heißt, mit dem typischen ratternden Schlaggeräusch durch Asphalt, Beton oder massive Natursteine. Den kleinen Verwandten des Presslufthammers, den pneumatischen Bohrhammer, haben viele Heimwerker schon mindestens einmal eingesetzt. Der Presslufthammer arbeitet ganz ähnlich, kann aber aufgrund seiner schieren Kraft und Größe weit anspruchsvollere Aufgaben bewältigen. Wie ein Presslufthammer aufgebaut ist und wo man ihn einsetzt, erfahren Sie hier.

So funktioniert ein Presslufthammer

Zerlegter Presslufthammer
Hier ein einfacher, älterer Presslufthammer in Einzelteilen. Gut zu erkennen sind links oben der Auslöser für die Druckluftzufuhr, in der Mitte das Schlagstück und rechts unten der Zylinder, an dessen unterem Ende das Einsatzwerkstück montiert wird.

Ein Presslufthammer besteht aus zwei Baugruppen. Zum einen ist das ein motorbetriebener Druckluft-Kompressor, der etwas abseits des Arbeitsorts platziert werden kann. Heute sind die verwendeten Kompressoren schallgedämmt, sodass ihr Geräusch erträglich bleibt. Über einen Druckluft-Schlauch ist der eigentliche Hammer mit dem Kompressor verbunden.

Öffnet man am Hammer ein Ventil, strömt Druckluft in den zentralen Zylinder des Werkzeugs. Die Druckluft beschleunigt darin einen beweglichen Kolben, der mit hoher Energie auf ein Schlagstück trifft. Dieses Schlagstück gibt die Bewegung an das vorne eingesetzte, beweglich gelagerte Werkzeug weiter. Das ist meist ein flacher oder spitzer Meißel, man kann damit in spezialisierten Drucklufthämmern aber auch einen Nietkopf antreiben.

Hat der Kolben seine Energie weitergegeben, kehrt er in seine Ausgangsposition zurück – entweder ebenfalls per Druckluft oder mit Hilfe einer Rückholfeder.

Mobiler Kompressor
Der Kompressor für Straßenbauarbeiten ist meist auf Rädern mobil. Er wird von einem geräuschgedämmten Benzinmotor angetrieben.
Kompressor mit Elektroantrieb
Für den abgasfreien Einsatz in Innenräumen gibt es auch Kompressoren, die über einen Drehstromanschluss elektrisch betrieben werden.

Im Grunde ist das der gleiche Vorgang wie beim elektropneumatischen Bohrhammer oder Abbruchhammer. Auch hier wird mit Überdruck ein frei fliegender sogenannter Döpper beschleunigt, der auf das beweglich gelagerte Einsatzwerkzeug trifft. Beim Presslufthammer kann durch den separaten, größer gebauten Kompressor und das größer dimensionierte Werkzeug jedoch erheblich mehr Druck aufgebaut und damit eine bei weitem größere Einzelschlagenergie erzeugt werden, die es erlaubt, auch große Meißel anzutreiben.

Typische Einsatzgebiete für Presslufthämmer

Am vertrautesten ist der Einsatz im Straßenbau, wenn mit dem Drucklufthammer bei Reparaturen oder vor Arbeiten im Untergrund Straßendecken aufgestemmt werden. Daneben ist jedoch auch der Einsatz im Bergbau gängig, und schließlich findet man Presslufthämmer häufig auch bei Abbrucharbeiten an Gebäuden.

Presslufthammer bei Abbrucharbeiten
Wenn Gebäude Stück für Stück abgerissen oder teilweise abgeräumt werden sollen, lässt sich das mit einem Drucklufthammer sehr gezielt erledigen.
Presslufthammer an Bagger montiert
Bei großflächigem Einsatz im Tiefbau bietet sich die Montage am Baggerarm an. Der Bagger erzeugt dann in der Regel auch gleich die benötigte Druckluft.

Neben den handgeführten Presslufthämmern existieren auch Werkzeuge mit gleicher Funktion und sehr ähnlichem Aufbau, die an Baggerarmen montiert werden. Auch sie sind im Straßenbau oder beim Abbruch von Gebäuden und Gebäudeteilen anzutreffen.

Presslufthammer in Heimwerkerhand

Druckluftmeißel beim Steinmetz
Wenn man sich die Funktionsweise genau ansieht, ist ein handlicher Druckluftmeißel im Prinzip eine Miniaturausgabe des Presslufthammers.

Abbrucharbeiten sind auch die Gelegenheiten, bei denen ein Einsatz durch Heimwerker sinnvoll sein kann. Dazu zählen weniger Durchbrüche oder das Abtragen von Material im Gebäudeinneren, denn hier können durch die hohe Schlagenergie Strukturen des Bauwerks für Laien schwer kalkulierbar geschädigt werden. An dieser Stelle sind kleinere Bohr- oder Abbruchhämmer sinnvoller einzusetzen.

Viel Arbeit sparen kann ein Drucklufthammer dagegen im Garten, etwa dann, wenn die Beton-Grundplatte einer Terrasse oder eines Gartenbauwerks beseitigt werden muss, um Platz für eine Neukonstruktion zu schaffen.

Kaufen wird ein Heimwerker einen großen Presslufthammer wohl kaum. Im Bedarfsfall ist es sinnvoller, ihn beim Baumaschinenverleih zu mieten. Beachten Sie dabei, dass je nach Verleiher Einsatzwerkzeuge wie Meißel als Verschleißteile nicht mitvermietet werden oder ihr Verschleiß separat berechnet wird.

Einen größeren Abbruchhammer zu kaufen, kann sich für Heimwerker je nach Umfang eines geplanten Projekts dagegen sehr wohl rechnen. Und wer sich kreativ mit der Steinbearbeitung auseinandersetzt, wird einen am Heimkompressor betriebenen Druckluft-Meißel zu schätzen lernen – von der Funktion her eine Miniaturausgabe des Presslufthammers.

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Bildnachweis
1. "Straße aufstemmen mit dem Presslufthammer" (Baufortschritt Theodor-Körner-Straße 21.8.2013) von holding graz, Lizenz: CC BY 2.0, beschnitten, skaliert
2. "Zerlegter Presslufthammer" (Presslufthammer.jpg) von Btr, Lizenz: CC BY-SA 2.5, skaliert, farbkorrigiert
3. "Mobiler Kompressor" (Wuppertal - Schwebebahnstation Landgericht - ab und neu 34 ies.jpg) von Frank Vincentz, Lizenz: CC BY-SA 3.0, beschnitten, skaliert
4. "Kompressor mit Elektroantrieb": Kaeser (Pressemeldung)
5. "Presslufthammer bei Abbrucharbeiten": U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Gary A. Prill, public domain
6. "Presslufthammer an Bagger montiert": Eydie Sakura, U.S. Air Force, public domain
7. "Druckluftmeißel beim Steinmetz" (Steinmetz-brunnen.jpg) von Reiner Flassig, Lizenz: CC BY-SA 2.0 DE, beschnitten, skaliert

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