Welche Werkbank ist die richtige und wie kann ich sie selber bauen?

Welche Werkbank ist die richtige?

Die Heimwerkerbereiche sind sehr vielfältig und so gibt es etwa Elektronik-Bastel-Fans, Hobby-Tischler, Autoschrauber oder generell Werkstätte, in denen allgemeine Reparaturarbeiten ausgeführt werden. So verschieden wie die anfallenden Arbeiten, sind natürlich auch die Anforderungen an den Arbeitsplatz und speziell die Werkbank.

Während in einer Reparaturwerkstatt häufig eine massive Werkbank mit Holzbohlen und ein stabiler Schraubstock ausreichend sind, setzen Hobby-Tischler auf eine Hobelbank mit Spannvorrichtungen in Form von Zangen und Bankhaken – der Elektroniker schätzt hingegen eine glatte und leicht zu reinigende Oberfläche.

Hierbei wird deutlich, dass es keine perfekte Werkbank für alle Anwendungsbereiche gibt. Wir möchten daher auf die verschiedenen Varianten eingehen und zeigen, wie Sie sich recht einfach eine individuelle Werkbank aus Kanthölzern und einer Küchenarbeitsplatte bauen können.

Welche Werkbankformen gibt es?

Wie eingangs beschrieben, unterscheiden sich Werkbänke in ihrer Verwendung und damit im Aufbau. Unterschieden werden hauptsächlich:

  1. Hobelbänke
  2. Werkbänke mit glatter Arbeitsfläche und optionalen Unterschränken
  3. mobile Werkbänke

Da Werkbänke jedoch zu den gerne selbst gebauten Werkstatteinrichtungen gehören, sind sie sehr oft den unterschiedlichen Anforderungen angepasst und unterliegen selten einem einheitlichen Aufbau.

Selbst gebaute Werkbänke unterscheiden sich hauptsächlich im Material der Arbeitsplatte. Hier finden Küchenarbeitsplatten, Echtholz, Multiplex sowie Siebdruck- oder OSB-Platten ihre Verwendung. Welche Materialien gewählt werden, richtet sich nach der späteren Verwendung, den Ansprüchen und nicht zuletzt dem zur Verfügung stehenden Budget. Ein guter Kompromiss lässt sich in Küchenarbeitsplatten finden. Diese gibt es in unterschiedlichen Längen, Stärken und Preisklassen. Hinzu kommt der Vorteil einer sehr glatten Oberfläche. Jedoch neigen Küchenarbeitsplatten dazu, sich bereits durch ihr Eigengewicht zu verbiegen und sollten daher gut abgestützt werden.

Hobelbänke bieten viele Spannmöglichkeiten

Hobelbank mit Vorder- und Hinterzange
Hobelbank mit Vorder- und Hinterzange

Beim Hobeln treten enorme Kräfte auf und auch der körperliche Einsatz spielt hier eine große Rolle. Daher ist es vor allem wichtig, dass Hobelbänke massiv und frei zugänglich gebaut sind. Ein Unterbau mit Schränken kann hierbei beispielsweise hinderlich sein. Zudem werden als Oberfläche gerne Naturhölzer verwendet, die Möbelstücke nicht beschädigen und notfalls nachgearbeitet werden können.

Zu einer stabilen Grundlage kommt ein besonderer Platzbedarf, um auch größere Möbelstücke oder Hölzer ablegen und bearbeiten zu können. Zusätzliche Aufbauten, wie ein Schraubstock, wären eher hinderlich und werden durch andere Spannmöglichkeiten ersetzt, welche häufig eine Gemeinsamkeit besitzen – sie sind flach, spannen das Werkstück seitlich und ermöglichen so die komplette Bearbeitung der Oberfläche.

Vorderzangen sind mehr oder weniger lange Hölzer, welche mit Spindeln parallel gegen die Arbeitsplatte gespannt werden. Sie funktionieren ähnlich einem Schraubstock und ermöglichen es, Werkstücke sicher und mit gleichmäßigem Druck über die gesamte Spannbacke zu spannen. Wichtig ist hierbei, dass die Spannbacke nicht höher als die Werkbank liegt und den Bewegungsraum auf der Werkbank nicht einschränkt.

Vorderzange
Vorderzange

Als Hinterzangen werden ähnliche Spannfunktionen bezeichnet, die seitlich oder hinter der Werkbank sitzen. Sie können ebenso aus einem Teil der Arbeitsfläche bestehen oder in diese eingearbeitet sein. Ihre Spannfläche ist meist kleiner, kann jedoch häufig als zusätzlicher Gegenhalt bei der Bearbeitung von großen Werkstücken behilflich sein oder den Nutzen von Bankhaken erweitern.

Ein interessantes Zubehör bilden Bankhaken. Diese können unterschiedliche Formen und Funktionen besitzen, benutzen jedoch alle eine einheitliche Besonderheit der Werkbank. Hierfür wird diese mit etlichen Löchern ausgestattet, in welche die Bankhaken eingesetzt werden können und flexibel die gesamte Werkbank als Spannhilfe nutzen. Die benötigten Löcher können rund oder eckig sein und verschiedene Größen besitzen. Wichtig ist jedoch ein einheitliches Lochsystem, wodurch Sie sich automatisch auf ein Bankhaken-System festlegen.

Hobelbänke entstehen häufig im Eigenbau, um den eigenen Vorstellungen optimal zu entsprechen. Wer sich zu diesem Schritt entschließt, sollte bereits einige Erfahrungen im Umgang mit Holz haben und genau wissen, welches Holz zu verwenden und wie dieses stabil untereinander zu verbinden ist. Ohne diese Kenntnisse sollte der Bau einer Hobelbank dem Fachmann überlassen werden.

Gekaufte Werkbänke mit Stauraum und System

Der Kauf einer Werkbank bietet durch ein einheitliches Werkbank-Schrank-System einen besonderen Reiz. Sind alle Einrichtungen im selben Design eines Herstellers, wirkt die Werkstatt sehr ordentlich und professionell. Jedoch sind gute Werkbänke und Werkstatteinrichtungen selten zum Schnäppchenpreis zu bekommen. Eine massive Arbeitsplatte benötigt eine gewisse Materialstärke und Verarbeitungsqualität, die sich nur schwer im Preis kompensieren lassen.

Gekaufte Werkbänke besitzen jedoch ebenso einen besonderen Vorteil: Gerade Metallkonstruktionen sind sehr stabil und benötigen wenig Platz. Mit einer zusätzlichen dünnen Wandauskleidung, welche kaum einen Millimeter in Anspruch nimmt, kann der Platzbedarf in Schränken unter der Werkbank optimal genutzt werden. Bei einem vergleichbar stabilen Aufbau aus Holz wird deutlich mehr Platz beansprucht und die Werkbank zusätzlich erheblich schwerer.

Nachteilig sind dagegen oft die vorgegebene Größe und der unflexible Aufbau der Werkbänke. Selten gibt es das exakt gewünschte Maß zu kaufen oder lassen sich unebene bzw. schiefe Wände ausgleichen. Hilfreich ist es hierfür Unterschränke zu kaufen, welche anschließend mit der gewünschten Arbeitsplatte belegt und dem Umfeld angepasst werden.

Mobile Werkbänke und Spanntische für den flexiblen Einsatz

Mobiler Arbeitstisch oder Spanntisch
Mobiler Arbeitstisch oder Spanntisch

Mobile Werkbänke werden von vielen verschiedenen Herstellern angeboten und bieten besondere Vorteile. Durch einen Klappmechanismus lassen sie sich platzsparend unterbringen und bieten aufgebaut eine ebene Arbeitsfläche. Oft sind mobile Werkbänke umfangreich ausgestattet, sodass sie keine zusätzlichen Spannhilfsmittel benötigen. Durch eine geteilte Arbeitsplatte, welche ähnlich der Vorderzange einer Hobelbank funktioniert, lassen sich sowohl große wie auch kleine Werkstücke spannen. Mit einem zusätzlichen Lochsystem können Bankhaken oder eigene Spannvorrichtungen eingesetzt werden. Aufgedruckte Skalen und Winkel erleichtern zusätzlich die Arbeit und erhöhen die Effektivität.

Abstriche müssen jedoch bei der Stabilität gemacht werden: Eine mobil aufgestellte Werkbank kann eine feste Werkbank sicher gut bereichern und den Wirkungskreis erhöhen – ersetzen kann sie diese jedoch nur zum Teil. Zum Hobeln, Meißeln oder Arbeiten mit einem Schraubstock wird eine stabile, feste Werkbank benötigt.

Eine einfache Werkbank aus Kanthölzer selber bauen.

Wer aus Platz- oder Preisgründen nicht auf eine gekaufte Variante zurückgreifen möchte, kann sich auf relativ einfachen Wegen seine eigene Arbeitsfläche schaffen. Dies kann auf verschiedenen Wegen erfolgen – wir stellen Ihnen eine sehr günstige Variante vor.

Maß der neuen Werkbank bestimmen

Größe der Werkbank bestimmen
Größe der Werkbank bestimmen
Füße positionieren
Füße positionieren

Um die neue Werkbank direkt dem gegebenen Platz anzupassen, sollten alle Kanthölzer in einem ersten Schritt am zukünftigen Platz der Werkbank ausgelegt werden. Im hinteren Bereich ist es sinnvoll, diese bis an die Wand zu legen – so können sie später mit der Wand verbunden werden, was für mehr Stabilität sorgt. An der Vorderkante ist ein Überstand von etwa 10 cm praktisch, um diesen Bereich als Spannfläche für Schraubzwingen zu nutzen: Somit lassen sich Werkstücke auch dann auf die Werkbank spannen, wenn der Platz darunter als Stauraum genutzt wird oder Schränke keine Spannfläche bieten.

Sind die Kanthölzer zugesägt und ausgelegt, lässt sich gleichzeitig die Position der Füße bestimmen und markieren. Bei der Höhe der Füße ist die später gewünschte Arbeitshöhe zu beachten – im Schnitt liegt diese bei etwa 90 cm, sie lässt sich aber ebenso individuell bestimmen. Stellen Sie sich dafür vor bestehende Tische, Schränke oder vorhandene Arbeitsflächen und ermitteln Sie so Ihre optimale Arbeitshöhe für ein rückenschonendes Werkeln.

Kanthölzer verschrauben

Kanthölzer verbinden
Kanthölzer verbinden
Mit Winkel ausrichten
Mit Winkel ausrichten

Anschließend kann der Rahmen der Arbeitsplatte mit Winkeln verbunden werden. Sollten Sie über Erfahrungen im Umgang mit Holzverbindungen und die benötigten Werkzeuge verfügen, können zusätzlich Dübel oder andere Verbindungstechniken verwendet werden.

Beim Anbringen der Füße ist darauf zu achten, dass diese exakt im Lot stehen. Winkel oder rechtwinklige Bretter helfen bei der Ausrichtung.

Schränke einbinden

Schränke integrieren
Schränke integrieren
Rahmen aufstellen
Rahmen aufstellen

Der große Vorteil dieser Bauweise liegt sicher in der freien Stellfläche unter dem Arbeitsbereich, es lassen sich jedoch ebenso Schränke integrieren. Hierfür können sogar ältere, nicht mehr so stabile Kommoden, Schuh- oder Nachtschränke genutzt werden.

Nach der Befestigung der Füße in den Eckpositionen werden die vorhandenen Schränke seitlich mit diesen verschraubt und der nächste Fuß direkt daneben angebracht. Somit werden genutzte Schränke fixiert, stabilisiert und erfüllen weiterhin einen guten Zweck. Anschließend kann das Grundgestell gedreht und aufgestellt werden.

Arbeitsplatte auflegen

Arbeitsplatte auflegen
Arbeitsplatte auflegen
Eine individuelle Werkbank
Eine individuelle Werkbank

Steht das Grundgerüst der Werkbank am gewünschten Platz, kann es mittels einer großen Wasserwaage ausgerichtet und – wenn gewünscht – an der Wand befestigt werden.

Tipp: Lassen Sie sich die benötigte Arbeitsplatte optional im Baumarkt zuschneiden. Ebenso können benötigte Eckverbindungen gegen Aufpreis gefräst und später zusammengefügt werden.

Befestigen Sie im Anschluss die Arbeitsplatte mit kleinen Winkeln am Rahmen der Werkbank. Nun haben Sie eine sehr günstige, aber stabile und glatte Arbeitsfläche geschaffen, die sich in jeden kleinen Keller oder jeder großen Garage einpassen lässt.

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