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Der Schweiß rinnt den Rücken hinunter, die Oberschenkel brennen, die Luft wird immer dünner, die Wasserflasche ist schon lange leer. Dennoch ringt man sich weitere Tritte ab, weil die Gipfelspitze bereits zu sehen ist. Oben angekommen, kippt man mit einem Kreislaufkollaps vom Fahrrad und nur ein Gedanke muntert auf: „Runter kann ich rollen!“
Gehören auch Sie zu den eher untrainierten Verkehrsteilnehmern, die dennoch nicht auf ihr Fahrrad verzichten wollen bzw. zu den Hobby-Tour-de-France-Nachahmern zählen, die in ihrer Freizeit mehrere Stunden auf dem Velo verbringen, werden Sie sich bestimmt über ein wenig Unterstützung beim Fahrradfahren freuen. Das Stichwort heißt: Elektrofahrrad, das mit seinem Antrieb für „elektrischen“ Rückenwind sorgt.
Diese neue Generation der Fahrräder ist bekannt als E-Bike, Pedelec bzw. Elektrofahrrad. Allerdings sollten diese Begriffe nicht synonym verwendet werden. Und nicht jedes dieser Räder bringt dieselben Vorteile. Jedes Elektrorad ist für einen anderen Fahrertyp geeignet und manche benötigen sogar einen Mofaführerschein. Doch keine Sorge: Wir treten kräftig in die Pedale, treiben den Dynamo an und bringen ein wenig Licht auf die genauen Unterscheidungen der Elektrofahrräder. Bei elektronisch betriebenen Fahrrädern denken viele vermutlich an ältere Herrschaften, die mit ohrenbetäubendem Lärm, ähnlich dem Knacken und Krachen eines Mopeds, mit kaum mehr als Schrittgeschwindigkeit auf der Straße herumschleichen.
Heutige E-Bikes und Pedelecs sind weit von diesen Vorstellungen entfernt. Das Betriebsgeräusch ist deutlich leiser, die Geschwindigkeit dafür umso höher. Verwechseln Sie die E-Bikes nur nicht mit Pedelecs, wenn Sie ein Elektrofahrrad kaufen. Schon die Funktionsweise unterscheidet sich deutlich voneinander.
Achten Sie allerdings besonders beim Onlinekauf eines Elektrofahrrads darauf, mit welchen Bezeichnungen das Fahrrad ausgestattet ist. Hier sind die Hersteller leider nicht immer kundenfreundlich und schmeißen die Begriffe selbst durcheinander bzw. verwenden einfach alle möglichen Begriffe zusammen. Schauen Sie deshalb bervorzugt auf den Antrieb. Dieser sollte Aufschluss darüber geben, ob es sich um ein Ebike oder ein Pedelec handelt. Ein E-Bike ist mit einem zusätzlichen Antrieb ausgestattet, der unabhängig davon funktioniert, ob Sie in die Pedale treten oder nicht. Gesteuert wird der Antrieb über einen Drehgriff am Lenker. Ähnlich einem Mofa müssen E-Bikes je nach Leistung und Geschwindigkeit versichert und sie dürfen nur von Leuten gefahren werden, die über einen Mofa-Führerschein verfügen. Entgegen den vielleicht entstandenen Erwartungen herrscht jedoch keine Helmpflicht beim Fahren mit einem Ebike. Das Pedelec (Pedal Electric Cycle) ist die sportliche Alternative zum Ebike. Während beim E-Bike der Antrieb auch ohne Ihr Dazutun funktioniert, müssen Sie beim Pedelec dauerhaft selbst in die Pedale treten.
Die Vortriebsenergie des Motors liegt zwischen 25 und 200 Prozent und wird durch die Trittkraft des Fahrers erzeugt. Je nach dem, aus welcher Klasse Ihr Pedelec stammt, schaltet es bei 25 km/h den Zusatzantrieb ab, weil der zulassungsfreie Bereich ansonsten überschritten wird. Allerdings gibt es auch andere Modelle, die in der „offenen“ Klasse angesiedelt werden und entsprechend mehr Leistung erzeugen. Die Pedelecs der offenen Klasse sind, ebenso wie die E-Bikes, versicherungspflichtig.  Neben den Varianten, die sofort mit dem Motor ausgestattet sind, bieten einige Fahrradhersteller ihre Standardausführungen zum Nachrüsten an. Dadurch können handelsübliche Fahrräder zu einem Pedelec umfunktioniert werden. Allerdings ist das Nachrüsten zum Ebike nicht im Handumdrehen geschehen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie ein Pedelec erwerben wollen und lieber zuerst bei der klassischen Variante bleiben möchten, erkundigen Sie sich bei Ihrem Fahrradhändler, ob das gewählte Modell später zum Ebike nachgersüstet werden kann.
Übrigens müssen Sie sich keine Sorgen darüber machen, dass Ihr neues E-Bike langweilig aussehen könnte. Sowohl E-Bikes als auch Pedelecs sind in den verschiedensten Varianten erhältlich, darunter Sportausführungen. Preislich müssen Sie für ein Elektrofahrrad ein wenig mehr veranschlagen. Während ein straßentaugliches Fahrrad für 700€ zu haben ist, sollten Sie beim Elektrofahrrad nicht unter 1.700€ kalkulieren. Der auf den ersten Blick hohe Preis ergibt sich aus den Hauptbestandteilen des Rads: Als Basis kaufen Sie immer noch ein Fahrrad, dass auch ohne den elektrischen Antrieb funktionieren würde. Des Weiteren rechtfertigen Motor und insbesondere der Akku den Preis für ein Elektrofahrrad. Eine bestimmte Frage sollten Sie im Zusammenhang mit Elektrofahrrädern gar nicht erst stellen und schnell wieder vergessen: „Wie weit kann ich mit einem Elektrofahrrad fahren?“ Zum einen gibt es keine pauschale Antwort auf diese Frage, zum anderen ist sie überhaupt nicht relevant. Natürlich hängt die Strecke, die Sie mit einem E-Bike zurücklegen können auch mit der Leistung des Akkus zusammen. Viel entscheidender ist allerdings Ihr ganz eigener Fahrstil.
Und seien wir ehrlich: Ein Elektrofahrrad wird selten dazu verwendet werden, Fahrradtouren von 80 km und mehr zu bewältigen. Im tagtäglichen Gebrauch sind eher Strecken von 2 bis 5 km zu bewältigen. Wer dabei nicht dauernd auf dem Land unterwegs ist, findet in einer Stadt genügend Möglichkeiten, den Akku wieder aufzuladen. Sinnvolles Schalten sorgt dafür, dass Ihr Akku länger hält. Je nach Fahrstil schwankt die Reichweite, die Sie mit einer Akkuladung bewältigen können, zwischen 20 und 100 km.
Das Argument des Memory Effekts bei Akkus (die Akkuleistung nimmt stetig ab) zieht dabei auch nicht mehr. Moderne Varianten wie Lithium-Mangan-Akkus büßen keinerlei Leistung mehr ein – egal wie oft Sie sie aufladen. Wenn Sie mit dem Ebike oder Pedelec durch die City sausen, vergessen Sie Ihren Führerschein nicht. Diesen benötigen Sie keineswegs, um sich bei Radarkontrollen ausweisen zu können, sondern um ein Elektrofahrrad überhaupt fahren zu dürfen. An dieser Stelle kommt wieder die Einteilung der geregelten und der offenen Klasse ins Spiel. Während die geregelte Klasse nur bis zu 25 km/h unterstützt und somit keine Genehmigung benötigt, sorgt die offene Klasse noch bei bis zu 45 km/h für „elektrischen Rückenwind“. Sie sind daher, genau wie Mofas, versicherungspflichtig, um eine Betriebserlaubnis zu erhalten. Daher müssen Sie im Besitz eines Führerscheins für Mofas und mindestens 15 Jahre alt sein. Helmpflicht besteht übrigens nicht – egal welche Klasse Sie fahren. Dennoch sollten Sie sich nie ohne Fahrradhelm in den Stadtverkehr begeben. Ein Elektrofahrrad ist wie ein neues Auto – wer seinen bisherhigen Fahrstil einfach beibehält, ohne sich ein wenig auf das Fahrzeug einzustellen, kann das maximale Potenzial seines Gefährts nicht ausschöpfen. Hängt ihr Akku deshalb mehr an der Steckdose als am Pedelec, sollten Sie darüber nachdenken, Ihren Fahrstil ein wenig zu ändern.
Insbesondere Tretgeschwindigkeit und Trittfrequenz sind entscheidend. Nur wenn die eigene Leistung und die des Motors ausbalanciert sind, nutzen Sie Ihr Pedelec richtig. Zu langsam treten ist dabei ebenso ineffizient wie zu schnelles Treten. Im ersten Fall muss der Motor mehr arbeiten, während er im zweiten Fall Energie verwendet, die eigentlich nicht gebraucht wird. Die optimale Frequenz hängt vom gewählten Elektrofahrradmodell ab, pendelt sich zumeist jedoch zwischen 60 bis 70 Pedalumdrehungen in der Minute ein.
Der entscheidende Moment beim Pedelecfahren ist der des Anfahrens. Starten Sie gerne in einem hohen/schweren Gang, muss der Motor entsprechend unterstützen, wodurch allerdings der Stromverbrauch enorm ansteigt. Deutlich sinnvoller ist das Runterschalten auf einen niedrigen Gang, um leicht losfahren zu können und anschließend alle paar Meter in einen höheren/schwereren Gang zu schalten, bis Sie beim idealen Fahrtempo angelangt sind. Auch der Gesundheit bringt es wesentlich mehr, wenn Sie locker treten und sich nicht mit den schweren Gängen abmühen.
Versuchen Sie zusätzlich Routen zu wählen, auf denen Sie nur selten halten müssen, weil häufiges Stop-and-Go dem Akku ebenso abträglich ist wie der steigende Luftwiderstand bei höheren Geschwindigkeiten. Und auch Anstiege sorgen für deutlich mehr Stromverbrauch.
Sie müssen sich aber natürlich nicht abmühen, nur um eine bestimmte Trittfrequenz zu erreichen. Wer das Pedelec gerade dann nutzen will, wenn er persönlich z.B. aufgrund seines Alters nicht mehr allzu fit ist, sollte den zusätzlichen Antrieb durch den Motor ruhig ausnutzen. Der Technik schadet es keineswegs. Nur wird die Reichweite des Akkus eingeschränkt und er muss des Öfteren aufgeladen werden. Der Akku ist das Herz des gesamten Elektrofahrrads. Er sollte entsprechend gepflegt und behandelt werden. Seine Höchstleistungen erreicht er in einem Temperaturbereich zwischen 5° und 25°. Was zugleich nicht bedeutet, der Akku würde darüber oder darunter nicht ebenso gut arbeiten. Möglich macht es die aktuelle Lithium-Ionen-Technologie, die dafür sorgt, dass der Energieverlust deutlich geringer ausfällt als noch bei älteren Akkugenerationen. Dennoch sollten Sie den Akku bei niedrigen Temperaturen immer mit in die Wohnung nehmen und ihn generell dort auch aufladen. Zwar ist das eigene Fahrrad noch gut in Schuss, doch kommt vermutlich jedem ein zusätzlicher Anschub gelegen. Warum also nicht einfach das Fahrrad schnappen, einen Nachrüstsatz kaufen, den Motor montieren und losbrausen? Weil es so einfach nicht geht und zuweilen teurer daherkommen kann, als sich sofort ein Ebike oder Pedelec zuzulegen.
Wir wollen Sie damit keineswegs vom Nachrüsten Ihres Fahrrads abhalten, aber sollten Sie ein paar Dinge beachten, bevor Sie Ihr Velo „tunen“. Ebikes und Pedelecs sind nunmal keine normalen Fahrräder und sind daher anders gebaut. Schließlich müssen sie dreimal höhere Geschwindigkeiten aushalten als normale Fahrräder. Diese besitzen wiederum häufig genug Teile, die für eine solche hohe Beanspruchung nicht ausgelegt sind, was z.B. bei Fahrrädern mit Vorderantrieb dazu führt, dass das Vorderrad mitsamt Gabeln zerstört wird. Weiterhin müssen besonders Bremsen, Rahmen und die Laufräder auf die höheren Geschwindigkeiten abgestimmt werden.
Wer daher glaubt, mit einem Motor ist es mit der Nachrüstung erledigt, der irrt. Zunächst benötigen Sie den Nachrüstsatz selbst, der vermutlich die höchsten Kosten verursacht. Hinzu kommt der Preis für einen Fachhändler, der ihr Fahrrad nachrüstet – und es sollte auch wirklich nur der Fachhändler tun – sowie weitere Kosten für neue Bremsen und viele weitere Teile an Ihrem Fahrrad. Rechnen Sie all diese Beträge zusammen, werden Sie schnell merken, dass eine Nachrüstung zuweilen sogar teurer sein kann, als sich ein neues Elektrofahrrad, Pedelec oder Ebike anzuschaffen. Sparen sollten Sie bei keinem der Teile, weil es nicht zuletzt um Ihre Sicherheit geht. Besprechen Sie eine Nachrüstung am besten mit Ihrem Fachhändler, mit dem Sie genaue Preise aushandeln können. Anschließend können Sie besser einschätzen, ob sich die Nachrüstung lohnt – oder eine Neuanschaffung deutlich sinnvoller ist. Viele Pendler nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel bzw. den Pkw gerne in Kombination mit einem handlichen Fahrrad, mit dem Sie den Rest des Weges – vom entlegenen Parkplatz oder dem Bahnhof – zur Arbeit zurücklegen. Allerdings ist der Transport eines normalen Fahrrads schon nicht sonderlich leicht. Bei einem Pedelec wird es sogar noch schwieriger, weil Sie aufgrund der Bauweise größer sind als Fahrräder, die nicht durch einen Motor angetrieben werden. Zum Glück gibt es seit einigen Jahren Klappfahrräder, die sich handlich "zusammenfalten" lassen und somit besser zu transportieren sind.
Pedelec Hersteller bedienen auch dieses Klientel, die auf die Kompaktvariante eines Fahrrads setzen möchten. Ein solches Klappfahrrad ist etwas billiger als die größere Variante und ist dabei genauso hochwertig und komfortabel ausgestattet. Besonders schön: Sie müssen auf keinerlei Motorenergie verzichten, weil die Akkus gleichwertig zu denen der großen E-Bikes sind.
 Wenn Sie Ihr Fahrrad unter dem ganzen Dreck, den Sie während der vielen Fahrten im Jahr aufsammeln, nur noch anhand der Silhouette ausmachen können, ist eine Reinigung dringend notwendig. Gleiches gilt, wenn Sie das Fahrrad eine Zeitlang nicht nutzen (z.B. im Winter) und lediglich lagern wollen. Bei E-bikes und Pedelecs sind allerdings noch ein paar zusätzliche Dinge zu beachten bzw. sogar zu unterlassen.
Viele Fahrradbesitzer wollen sich die Reinigung durch die Verwendung eines Hochdruckreinigers erleichtern. Doch besonders bei Elektrofahrrädern raten wir Ihnen davon ab, weil durch den Druck Wasser in die elektrischen Bauteile eindringen könnte. Ein Lappen, etwas Wasser und vielleicht noch ein Schwamm sind immer noch die besten Mittel ein Fahrrad, egal welcher Bauweise, zu reinigen und zugleich dessen Bauteile zu schonen. Weiterhin sollten Sie hin und wieder etwas Pflegeöl auf die Kontakte des Akkus geben und Abstand von Kontaktspray halten, weil dies zumeist zu agrressiv ist und eher schadet als nützt.
Kommt das Elektrofahrrad über einen längeren Zeitraum nicht zum Einsatz, stellen Sie es trocken ab, sodass das Fahrrad vor Schnee und Regen geschützt ist. Die Autogarage kommt dabei allerdings nicht in Frage, weil die durch das Auto ausgestoßenen Gase Korrosion verursachen können. Zudem sollten starke Temperaturschwankungen vermieden werden, weshalb auch der Heizungskeller kein geeigneter Ort für die Fahrradlagerung ist.
Die Überprüfung des Reifenprofils, des Reifendrucks, des Lichts, der Bremsen etc. sollte sowieso immer mehrmals im Jahr stattfinden und besonders dann umso genauer, wenn das Elektrofahrrad längere Zeit gestanden hat. Fahren Sie im Urlaub lieber Fahrrad als Auto, ist dies die perfekte Gelegenheit, die Vorteile eines E-Bike oder Pedelec zu testen. Es gibt bereits durchorganisierte Touren für Elektrofahrräder in Deutschland und Österreich, bei denen man sich zu Beginn der Tour ein Pedelec leihen kann, um anschließend verschiedene Punkte abzufahren, an denen Sie den Akku wechseln oder aufladen können. Diese Touren können Sie natürlich auch mit dem eigenen Elektrofahrrad abfahren und können immer sicher sein, dass Sie aufgrund der Stationen dauerhaft mobil bleiben und Ihren Urlaub mit dem Fahrrad so richtig genießen können. Die Fitness lässt im Laufe eines Lebens automatisch nach. Daher sind Ebikes und Pedelecs hervorragend geeignet, möchte man in seinem Bewegungsradius nicht eingeschränkt werden. Und durch die neue Generation Elektrofahrräder sieht man dabei auch noch besonders sportlich aus. Die Bestager-Redakteurin Gabriela Beck hat den Selbsttest gemacht und berichtet über ihre Erfahrungen mit dem E-Bike. Vielleicht interessieren Sie sich auch für:
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