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Fenster einbauen klingt nach einer teuren Arbeit für Fachleute – dies muss aber nicht zwingend richtig sein. Wer über handwerkliches Geschick und ein paar Erfahrungen im Umgang mit Mauerwerk und Holz verfügt, kann mit der richtigen Anleitung selbst Fenster einbauen. Bei einem Rohbau oder einer Sanierung spart man so ein Menge Geld.
Mit modernen Baumaterialen ist der Fenstereinbau auch ohne Spezialwerkzeug gut zu bewerkstelligen. Lediglich eine fachlich fundierte Anleitung ist nötig, damit kein Schritt auf dem Weg zu einem schönen und vor allem dichten und isolierenden Fenster vergessen wird.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Fenster fachgerecht einbauen können, geben eine kleine Marktübersicht über gängige Fenstertypen und Materialen und zeigen Ihnen anhand eines Kostenbeispiels, mit welchen Aufwendungen Sie in etwa für eine neue Verglasung Ihres Eigenheims oder Ihrer Wohnung rechnen müssen. - Schnellzement
- Fugendichtmasse
- Bauschaum
- Bauschaumpistole
- Wandacryl
- Fenster-Dichtband
Werkzeuge: - Fäustel
- Meißel
- Maurerkelle
- Schlosserhammer
- Rahmendübel
- Schlagbohrmaschine
- Bohrmaschinenquirl
- Universalbohrer, Durchmesser entsprechend der Rahmendübel
- Steinbohrer, möglichst lang, Durchmesser entsprechend der Rahmendübel
- Rahmendübel
- Tragklötze, Holz oder Kunststoff
- Cuttermesser
- Zollstock/Maßband
- Wasserwaage
- Bauschaumpistole
- Bauschaumpistolenreiniger
 - Racofix Schnellzement
 - Fäustel
Fenster gibt es in den unterschiedlichsten Varianten und Formen: Kunststofffenster, Holzfenster, Aluminiumfenster und viele mehr. Vereinzelt sind auch, insbesondere in Neubauten aus den 60er und 70er Jahren, Stahlfenster anzutreffen. Über das konventionelle, rechteckige Fenster hinaus gibt es überdies keine geometrische Flächenform die sich nicht zumindest theoretisch als Fenster realisieren lassen könnte – rund, dreieckig, oval? Kein Problem.
Der Einbau von Fenstern ist jedoch bei allen Materialtypen und Formen immer gleich: In der Regel wird das Fenster durch den Rahmen hindurch mit der Laibung, dem das Fenster umgebenden Mauerwerk, mit Dübeln verschraubt. Der Zwischenraum wird mit geeigneten Füllmaterialien, beispielsweise Bauschaum, verfüllt und anschließend mit Acryl oder Silikon abgedichtet. Im folgenden Kostenbeispiel haben wir uns des Fensterbedarfs eines konventionellen Reihenhauses bedient. Natürlich geben diese Preisdaten nur eine grobe Orientierung, je nach Material und Ausführung können die Preise enorm schwanken.
Berücksichtigt sind: Zwei große Wohnzimmerfenster, ein Küchenfenster, ein Schlafzimmerfenster, zwei Kinderzimmer mit einmal einem und einmal zwei Fenstern und ein Badfenster – alle in Holzausführung, in Standardmaßen und rechteckig. Artikel (Maße in mm) | Ungefährer Preis |
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2 Wohnzimmerfenster, Doppelflügel, 2x-Verglasung, 1800 x 2100 | 1.800 € | 1 Küchenfenster, einflügelig, 800 x 1200 | 325 € | 1 Schlafzimmerfenster, einflügelig, 900 x 1400 | 485 € | 2 Kinderzimmerfenster, einflügelig, 800 x 1200 | 650 € | 1 Badfenster, einflügelig, 800 x 600, mit Strukturglas | 400 € | 1 Gäste-WC Fenster, einflügelig, 500 x 700, mit Strukturglas | 265 € | | | übrige Baumaterialien: | rund 300 € | | | Gesamtsumme:
| ca. 4700,00 €
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Alte Fenster ausbauen ist meist kein Akt von großer Sensibilität: Sobald sämtliche Verschraubungen und Verankerungen zum Mauerwerk gelöst sind müssen in der Regel Meißel und Fäustel zum Ausbrechen des alten Fensterrahmens verwendet werden.
Das alte Fenster und die es umgebenden Dichtstoffe, dies kann bei sehr alten Fenstern auch harter Zement sein, müssen sorgfältig entfernt werden. Eventuelle Beschädigungen von Laibung und Mauerwerk lassen sich recht einfach beseitigen; dazu mehr im nächsten Abschnitt.  Elementar für ein gut funktionierendes und dichtes Fenster ist die Beschaffenheit der Maueröffnung. Insbesondere bei Renovierungsmaßnahmen müssen die alten Fenster oft mit verhältnismäßig roher Gewalt entfernt werden; jahrzehntealter Bauschaum und ebensolcher Putz sind oft zäh mit dem umgebenden Mauerwerk verbunden.
Um die Laibung anschließend wieder fit für ein neues, dichtes Fenster zu machen sollten die Schäden und Löcher im Mauerwerk ausgeglichen werden. Hier empfiehlt sich ein handelsüblicher Schnellzement. Dieser bindet schnell ab und sorgt für eine gleichmäßig glatte Oberfläche.
Vor dem Ausbessern steht allerdings das Ausmessen: Messen Sie die Fensteröffnung und den Fensterrahmen präzise aus, machen Sie anschließend Markierungen ans Mauerwerk – wenn Sie zuviel Material auftragen passt das Fenster hinterher nicht.
Streichen Sie den Schnellzement nach Abschluss der Arbeiten möglichst glatt, desto weniger Bauschaum müssen Sie verwenden. Die Bauschaumschicht stellt auch immer eine Kältebrücke dar.
Nachdem der Schnellzement in der Fensterlaibung abgebunden hat, können Sie mit der Montage des Fensterrahmens beginnen:
Nehmen Sie zunächst den oder die Fensterflügel aus dem Rahmen. Dann wird das spezielle Fensterdichtband auf den Fensterrahmen aufgeklebt, an den Ecken gefaltet und abschließend das überschüssige Material abgeschnitten.
Setzen Sie nun den Fensterrahmen in die Fensteröffnung. Nehmen Sie nun ein Sortiment an Kunststoffkeilen zum Fenstereinbau (erhältlich im Fachhandel) und die Wasserwaage zur Hand. Richten Sie mit Hilfe der Keile und der Wasserwaage nun den Fensterrahmen absolut gerade aus. Lassen Sie danach die Keile stecken! Sie werden gemeinsam mit der Fensterfüllung "eingemauert". Nachdem der Fensterrahmen fest und gerade auf den Keilen in der Laibung sitzt, müssen Sie ihn nun verschrauben. Bohren Sie dazu mit der Schlagbohrmaschine durch die dafür vorgesehenen Löcher im Fensterrahmen seitlich, oben und unten Löcher für die Rahmendübel ins Mauerwerk.
Stecken Sie anschließend den Rahmendübel hindurch und schrauben Sie ihn zunächst leicht an, ebenso die anderen Rahmendübel an den anderen Befestigungspunkten.
Schrauben Sie dann, wenn alle Rahmendübel gesetzt sind, den Fensterrahmen fest an. Nehmen Sie dabei erneut die Wasserwaage zur Hand, durch den Verschraubungsvorgang kann das Fenster verschoben werden. Ziehen Sie die Schrauben daher abwechselnd an. Vor dem Ausschäumen des Zwischenraums zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk sollten Sie die Fensterflügel probeweise einhängen: Öffnet und schließt alles korrekt? Sind die Fensterflügel leichtgängig, liegen die Dichtflächen perfekt aufeinander? Wenn alles korrekt funktioniert, kann der Zwischenraum ausgeschäumt werden, ansonsten muss nachjustiert werden. Nun können Sie den Zwischenraum zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk sorgfältig mit der Schaumpistole ausschäumen; achten Sie dabei auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung und vermeiden Sie "Schaumknubbel" an den Ecken. Später müssen diese recht mühevoll entfernt werden.
Sobald der Bauschaum sich fertig ausgedehnt hat, hierzu müssen je nach Produkt einige Stunden vergehen, kann das überschüssige Material mit einem scharfen und stabilen Cuttermesser abgeschnitten werden.
Anschließend müssen Sie die Mauerwerkfuge von innen und außen mit Acryl versiegeln; für nahezu jedes Fenster findet sich ein passender Farbton. So bleibt die Fuge dicht. Hängen Sie nun die Fensterflügel erneut ein. Prüfen Sie erneut das Öffnungs- und Schließverhalten sowie die Dichtigkeit des Fensters.
Hierfür gibt es einen recht einfachen Trick: Schließen Sie die Tür des Raumes in dem sich das Fenster befindet und halten Sie eine Feuerzeug- oder eine Kerzenflamme an die geschlossene Fensterdichtung: Wenn die Flamme flackert ist irgendetwas undicht – nachjustieren! Das gleiche gilt für hängende und klemmende Fensterflügel: Nehmen Sie sich mit der Einstellung Zeit.
Abschließend sollten Sie alle Fensterscharniere und Beschläge mit Maschinenöl schmieren.
Nun ist Ihr neues Fenster fertig – wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit dem gesparten Geld aus Ihrem Heizkostenetat!
Hier haben wir noch eine Videoanleitung zum Thema Fenstereinbau für Sie.
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