"Ziegel" ist ein Oberbegriff für eine ganze Familie von Mauersteinen. Im wesentlichen handelt es sich bei allen Formen von Ziegeln um einen Mauerstein auf Lehmbasis – heutzutage gebrannt, im Altertum oft auch ungebrannt. Der Begriff "Ziegelstein" ist somit eigentlich falsch: "Stein" weist auf ein Naturmaterial hin, Ziegel werden immer von Menschenhand hergestellt.
Backstein
ist einer der ältesten Mauersteine. In mittelalterlichen Bauten (Backsteingotik) wurde er hauptsächlich verbaut. Mechanisch sind Backsteine allerdings nicht sehr stabil, üblicherweise werden Backsteinmauern verputzt oder mit Armierungen versehen.
Klinker
ist nach dem Geräusch benannt, welches erklingt wenn zwei Klinker aufeinander schlagen. Sie werden aus blauem Ton bei 1200 °C gebrannt und sind deutlich härter als Backsteine. Die starke Versinterung lässt sie weniger Wasser aufnehmen und macht sie sehr widerstandsfähig – beispielsweise im Fassadenbau.
Blendziegel
sind eine besondere Form des Klinkers und wurden im 19. Jahrhundert an Großbauten eingesetzt, so z.B. am roten Rathaus in Berlin. Die Fugenverläufe sind sehr exakt und die Steine sehr glattflächig.
Lochziegel
sind Back- oder Klinkersteine mit einer offenporigen Lochstruktur im Inneren. Sie sind wärmedämmend und deutlich leichter als Ziegel aus Vollmaterial. Ihre Nachteile sind eine im Unterschied zum Vollziegel geringere Stabilität und eine begrenzte Schneidmöglichkeit, da in diesem Fall die Lochstruktur freigelegt wird.