Durch die "Erfindung" der vorgemischten Trockenmörtel hielt auch bei den Baustoffen die moderne Technologie Einzug. Jetzt eröffnete die industrielle Produktion ein hohes Potential für Rationalisierungen und die Möglichkeit, immer komplexere, spezialisiertere und bessere Baustoffe anzubieten. Denn durch die Massenproduktion lohnten sich Investitionen in die Entwicklung neuer und besserer Rezepturen sowie kraftsparender Misch- und Transporttechnologie.
Die Trockenmörtel werden aus drei Hauptbestandteilen gemischt: Bindemittel, Zuschlagsstoffe und Additive. Der klassische Mörtel, wie er bereits in der Antike verwendet wurde, enthält Sande und Kiese sowie als Bindemittel Kalk, Gips oder Puzzolane.
Die wirkliche Innovation bei modernen Baustoffen ist die Zugabe von chemischen Additiven (Zusätzen). Sie machen je nach Zusammensetzung aus einem "normalen" Mörtel ein vielfach einsetzbares Spezialgemisch für bestimmte Anwendungen. Herstellung, Überwachung und Lieferung sind in der DIN 18557 (Werkmörtel) geregelt. Anwendungsnormen definieren die Anforderungen an die stofflichen Eigenschaften. Die genaue Zusammensetzung um diese Vorgaben zu erfüllen, richtet sich nach den regionalen Gegebenheiten, zum Beispiel der Herkunft und den Eigenschaften des Zementes oder der Zuschlagsstoffe. Eine allgemein gültige Rezeptur für einen Mörtel gibt es nicht, sondern sie muß von jedem Anbieter individuell erstellt werden.