Die Entwicklung neuer, an die Baumaterialien angepaßte Trockenmörtel ist ohne spezialisierte Fachleute in einem Fachlabor, wie Baustoffchemiker und Anwendungstechniker, undenkbar. Zu komplex sind die Eigenschaften des neuen Materials sowie das Zusammenspiel der Ausgangsprodukte des Mörtels. Die Fachlabors, in der Regel angeschlossen an einen großen Baustoff-
anbieter, arbeiten dabei eng mit den Anbietern von bauchemischen Produkten sowie mit Verarbeitern und Architekten zusammen.
Die Marktfreigabe eines neuen bzw. optimierten Produktes unterliegt strengen werksinternen Kontroll- und Zustimmungsinstanzen. Erst nach positiver Beurteilung auf praxisnahen Probebaustellen kommt es zur Markteinführung. Der Rückgriff auf das Know-how von Fachlabors führte somit nicht nur zu einer Optimierung der herkömmlichen Baustoffe, sondern öffnet auch das Tor für neue Baustoffe, wie zum Beispiel Wärmedämm- Mörtel und Wärmedämm- Putze.
Die Baustoffchemiker in den Labors müssen sich vor allem mit den komplexen Wechselwirkungen der Additive auseinandersetzen. Sie spielen eine Schlüsselrolle für die optimalen Eigenschaften der Trockenmörtel. Chemische Additive geben ihnen die gewünschten Eigenschaften, wie beispielsweise schnelles Abbinden, die leichte Verarbeitbarkeit, Maschinengängigkeit, hohe Elastizität, gute Haftung zum Untergrund und ein hohes Wasserrückhaltevermögen. Gegenüber den klassischen Baustoffen ermöglicht erst ihr Einsatz neue Bauverfahren. Beispielsweise benötigen stark saugende Untergründe Zusätze, die den Wasserentzug aus dem Mörtel reduzieren und ihn vor dem "Verbrennen" bewahren.