Unsere Hausbesitzer hatten den idealen Zeitpunkt gewählt. Die Dacheindeckung musste dringend erneuert werden. Was lag näher, als im gleichen Zug auch die Wärmedämmung des Daches zu verbessern?
Von ihrem Dachdecker erfuhren sie, dass die "Energie- Einsparverordnung (EnEV)" dies ohnehin vorschreibt. Sie verpflichtet die Besitzer älterer Häuser, bei einer Neueindeckung auch die Wärmedämmung auf den aktuellen Stand zu bringen. Konkret fordert sie bei Altbauten einen U-Wert von 0,30 W/(m 2 K).
Das bedeutet, dass ein Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) 035 mindestens 140 mm dick zwischen den Sparren verlegt werden muss. Häufig findet man jedoch in Altbauten Sparrenhöhen unter 140 mm.
Auch beim Haus in Bedburg zeigten sich nach dem Entfernen der Dachdeckung die Holzsparren äußerst "dünn". Um trotzdem einen ausreichenden Wärmeschutz – und damit ein ausgeglichenes, angenehmes Raumklima – sicherzustellen, doppelten die Dachdecker die Balken an der Oberseite um rund ein Drittel mit imprägnierten Holzlatten auf. So schaffte man Platz, um den Dämmstoff sogar 180 mm dick verlegen zu können. Das ist deutlich mehr als die "EnEV" für Altbauten fordert.
Nach dieser "Aufbau- Arbeit" konnten die Dachdecker mit der Wärmedämmung beginnen. Sie hatten den Bauherren ein relativ neues Sanierungssystem von Isover vorgeschlagen, das sich schneller und unkomplizierter verlegen lässt als frühere Lösungen.
Bis vor einigen Jahren war eine Dämmung bei bewohnten Dachgeschossen problematisch:
Man konnte zwar prinzipiell den Platz zwischen den Sparren für eine Dämmung nutzen. Das Herstellen der Wind- Luftdichtigkeit gestaltete sich jedoch sehr zeitaufwändig. Der Dachdecker musste die Dampfbremsfolie für jedes Sparrenfeld separat zuschneiden und abdichten. Entsprechend hoch fiel die Handwerkerrechnung aus.
Würde man eine konventionelle Kunststofffolie einfach über die Dachsparren hinweg verlegen, könnte Feuchtigkeit aus der Raumluft nicht nach außen entweichen. Typische Schäden wie Schimmelbildung und Schädlingsbefall an den Dachbalken wären die unangenehmen Folgen.