Hochspannungsleitungen führen den Strom vom Kraftwerk zu Transformatorstationen, wo er auf verbrauchergerechte Spannung von 230 bzw. 400 Volt herabtransformiert wird. Danach gelangt der Strom über Erd- oder Freileitungen zu den Hausanschlusskästen. Von dort aus führt die Hauptleitung zu den Hauptsicherungen. Durch den Zählerschrank gehts weiter zum Stromverteiler. Dort befinden sich die Wohnungs- und Haussicherungen, die jeweils einen eigenen Stromkreis absichern. Jeder Stromkreis führt zu den sogenannten "ortsfesten" Verbrauchern, also Schaltern und Steckdosen.
Entsprechend bezeichnet man elektrische Geräte als "ortsveränderliche" Verbraucher. Erst nach dem Zähler, der Eigentum des jeweiligen Elektrizitätswerkes ist, darf der Elektriker Änderungen vornehmen.
Strom fließt nur, wenn Spannung vorhanden ist. Diese Größe misst man in Volt (V). Elektrische Spannung ist vergleichbar mit dem Druck in einer Wasserleitung, der Voraussetzung dafür ist, dass Wasser fließt. Elektrische Spannung von mehr als 42 V ist bei Berührung lebensgefährlich.
Die Stromstärke, die man in Ampère (A) misst, ist abhängig vom Leitungswiderstand, der in Ohm (V) gemessen wird. Ist der Widerstand groß, fließt nur wenig Strom. Er ist umso höher, je dünner der Leitungsquerschnitt und je höher der sogenannte spezifische Widerstand des Leiters ist. Steigt der Widerstand, steigt auch die Temperatur. Diesen Effekt macht man sich bei Herdplatten oder der Glühwendel einer Lampe zunutze.
Unerwünscht und gefährlich ist die widerstandbedingte Erwärmung allerdings in den Vorsorgungsleitungen zu Verbrauchern. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass die Leitungsquerschnitte der maximalen Leistungsaufnahme der anschließbaren Verbraucher entsprechen.
Mit Watt (W) bezeichnet man die schließlich die Elektrizitätsmenge, die ein Gerät oder eine Lampe verbraucht. 1000 Watt sind 1 Kilowatt (kW).
Strom, Spannung und Widerstand stehen in einer engen Beziehung zueinander. Strom kann und soll nur dann fließen, wenn die Pole einer Spannungsquelle über den Widerstand des elektrischen Verbrauchers miteinander verbunden sind. Dieser Widerstand bestimmt dann die Menge des Stroms.
Bei hohem Widerstand fließt ein kleiner, bei geringem Wiederstand ein großer Strom.

- Unser Bild zeigt die Spannung, die zwischen den verschiedenen Leitern anliegt.
Strom ist nicht gleich Strom. Man unterscheidet Wechselstrom und Gleichstrom.
Die Bezeichnung "Wechselstrom" beruht auf der Tatsache, dass er sich kurvenförmig ständig von Plus nach Minus bewegt. Die Schnelligkeit dieser Schwingung, die Frequenz, wird in Hertz (Hz) angegeben. Ein Hertz bedeutet eine Schwingung - also zwei Richtungsänderungen - pro Sekunde.
Der in deutschen Haushalten übliche 230/400-V-Wechselstrom hat eine Frequenz von 50 Hz. Der Hausanschluss wird bis zum Zähler generell als 400-V-Drehstromleitung verlegt. Diese besteht aus drei stromführenden Leitern, den sogenannten Außenleitern (Kurzzeichen: L1, L2 und L3), einem Mittelleiter (auch Neutralleiter genannt, Kurzzeichen: N) und dem Schutzleiter (Kurzzeichen: PE). Die Außenleiter führen eine zeitlich zueinander verschobene Wechselspannung. Die Rückleitung eines Stromes von den Außenleitern erfolgt über den Mittelleiter. 230-V-Wechselspannung liegt dann an, wenn nur einer der Außenleiter und der Neutralleiter benutzt werden.
Wechselstrom aus der Steckdose kann man mit einem Transformator in "Schwachstrom" umwandeln, der keine Gefahr für Leib und Leben birgt. Gleichstrom hat keine Frequenz. Plus und Minus sind immer konstant. Er dient z.B. zum gefahrlosen Betrieb von Kinderspielzeug. Hier darf die Spannung nicht mehr als 24 V betragen. Um aus Wechselspannung Gleichspannung zu erzeugen, braucht man Netzteile mit integriertem Gleichrichter.
Fließt mehr Strom durch eine Leitung als diese ohne Hitzeschaden transportieren kann, muss ein weiterer Stromfluss unterbunden werden. Das ist die Aufgabe von Sicherungen.
Es gibt zwei Typen von sogenannten Überstromschutzorganen: Schmelzsicherungen und Sicherungsautomaten. Schmelzsicherungen brennen durch, wenn Überlast entsteht. Sie müssen danach ausgewechselt werden.
Sicherungsautomaten, die heute überwiegend eingesetzt werden, öffnen bei Überlastung einen Schalter; der Stromkreis wird unterbrochen. Dadurch kann man sie nach der Beseitigung der Störung wieder einschalten.
Schmelzsicherungen können Sie durch Eindrehen einer neuen Sicherungspatrone auch selbst austauschen. Den Austausch von Sicherungsautomaten sollte der Elektriker vornehmen.
Ist ein Gerät an eine Steckdose angeschlossen, fließt Strom vom Außenleiter zum Neutralleiter. Der Schutzleiter ist über Kontaktstreifen am Stecker und über Metallzungen an der Steckdose mit elektrisch leiterenden Gehäuseteilen verbunden. Ohne den angeschlossenen Schutzleiter würde das ganze Gerätegehäuse unter Spannung stehen, wenn ein defekter Außenleiter Kontakt zu elektrisch leitenden Gehäuseteilen bekäme.
Die flachen Eurostecker allerdings haben keinen solchen Schutzkontakt.
Deshalb müssen die anschlossenen Geräte ganz besonders schutzisoliert sein.
Hier gibt es 3 Schutzklassen. Sie geben an, wie ein Gerät gegen Gehäusespannung geschützt ist. Geräte mit Eurostecker gehören zur Schutzklasse 2. Diese ist duch ein Symbol gekennzeichnet, das zwei ineinanderliegende Quadrate zeigt. Je nach Verwendungszweck müssen Geräte auch unterschiedlich stark gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt sein.
Am Gerät ist die jeweilige Schutzart mit IP und zwei Ziffern dargestellt. Was diese Ziffern im Einzelnen bedeuten, können Sie unserer Tabelle entnehmen.
| 1. Kennziffer - Fremdkörperschutz - Schutz gegen.... |
2. Kennziffer - Wasserschutz - Schutz gegen.... |
| IP 0: kein Schutz |
IP 0: kein Schutz |
| IP 1: Fremdkörperschutz > 50mm |
IP 1: senkrecht fallendes Tropfwasser |
| IP 2: Fremdkörper > 12mm |
IP 2: schräg fallendes Tropfwasser |
| IP 3: Fremdkörperschutz > 2,5mm |
IP 3: Sprühwasser |
| IP 4: Fremdkörper > 1mm |
IP 4: Spritzwasser |
| IP 5: Staubablagerung |
IP 5: Strahlwasser |
| IP 6: Eindringen von Staub |
IP 6: Überflutung |
| |
IP 7: Eintauchen bei festgelegtem Druck |
| |
IP 8: Eintauchen bei erhöhtem Druck |
Ein Gerät der Schutzart IP 45 wäre also gegen Eindringen von Fremdkörpern, die größer sind als 1 mm, und gegen das Eindringen von Strahlwasser geschützt.
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