Zur Erweiterung der Wohnfläche bieten sich unterschiedliche Ausführungsvarianten an. Viel hängt vom Zuschnitt und Zustand des Bestandsgebäudes ab. Nicht immer müssen Dächer abgetragen werden, um ein neues Geschoss aufzusetzen. Manchen Familien wäre schon mit einem höheren Kniestock (auch Drempel genannt: Wand auf der die Dachkonstruktion aufliegt, von innen ist es die Stellfläche unter der Dachschräge) geholfen, um das erwünschte Platzangebot herzustellen.
Heute gibt es technischen Möglichkeiten, das vorhandene Dach einfach anzuheben. Diese Art der "Aufstockung" lohnt sich umso mehr, wenn das Dach unter bauphysikalischen Gesichtspunkten in einem gutem Zustand ist. Dabei wird die schützende Haube vom Baukörper getrennt und mit einem Kran nach oben gezogen. Die bestehenden Wände werden aufgemauert, bevor das alte Dach wieder aufgelegt und an den Baukörper angeschlossen wird.

- Der Bungalow aus den 60er-Jahren wurde um zwei Geschosse aufgestockt, vor dem ehemaligen Eingang errichtete man einen Anbau für die Wendeltreppe in die oberen Stockwerke. Die neue aus Holzlamellen gestaltete Fassade wirkt offen.
Mit am einfachsten ist die Aufstockung eines Bungalows. Zum einen ist die Erdgeschosswohnung voll funktionsfähig und kann allein deshalb schon während der Bauarbeiten ohne große Einschränkungen weiter bewohnt werden. Zum anderen bietet sich ein Bungalow für so attraktive Lösungen an wie Wohnung mit Dachterrasse oder sogar das Haus auf dem Haus inklusive "Vorgarten".
Je nachdem, was der Bebauungsplan zulässt, muss sich im Rahmen einer Aufstockung nämlich niemand auf ein Stockwerk beschränken. Mit eineinhalb beziehungsweise zwei Vollgeschossen entsteht im Prinzip ein vollwertiger Neubau. Für einen maximalen Flächengewinn können jedoch auch vorhandene Garagen in die Überbauung mit einbezogen werden.
Das lohnt sich selbst bei knappem Budget, ist doch jede erneute Erweiterung in späteren Jahren teurer, als wenn gleich ausreichend groß geplant wird. Sparen lässt sich an anderer Stelle, indem vorhandene Installationsschächte möglichst in direkter Linie weitergenutzt werden oder indem für die Aufstockung eine günstige Baukonstruktion gewählt wird.