Wer sich für eine Ausführung in Ständerbauweise entschließt, hat entscheidende Kostenvorteile. Diese Konstruktion aus Holz oder auch Stahl ist vergleichsweise leicht. Statische Probleme der Art, dass die alten Wände die ursprünglich nicht geplante Last nicht tragen könnten, treten gar nicht oder nur in sehr geringem Umfang auf.
Das spart den Einbau teurer Verstärkungen mit Stahlträgern bis hin zu einer neuen Gründung. Kombiniert mit Innenwänden in Trockenbauweise bedarf es meist nicht einmal zusätzlicher Stützpfeiler im Erdgeschoss.
Bei dieser Bauweise ist das Haus in kurzer Zeit wieder wetterfest. Der Auszug der Bewohner während der Bauarbeiten erübrigt sich. Außer Deckendurchbrüchen für eine eventuelle Geschosstreppe und für die Haustechnik, die übrigens erst erfolgen, wenn die Außenhülle wieder intakt ist, bleibt die alte Wohnung relativ unbehelligt.

- 2,5 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser stammen aus den 50er und 60er-Jahren, einer Zeit also, in der noch ganz andere Wohnbedürfnisse das Leben bestimmten: Damals wohnten in 32 Prozent der Haushalte vier oder mehr Personen. Heute hat sich die Zahl der Häuser und Wohnungen, in denen vier oder mehr Menschen untergebracht sind, halbiert. Der Platzbedarf ist jedoch gestiegen. 1950 lag der durchschnittliche Wohnraum pro Person bei zirka 17, aktuell bei 41 Quadratmetern. (Bilder: BHW Bausparkasse)
Die kurze Aufbauzeit kann sogar noch stärker, nämlich auf ein bis zwei Tage verkürzt werden, wenn vorgefertigte Elemente in Holztafelbauweise verwendet werden. Diese Fertigwände sind bereits mit einer Installationsebene versehen sowie nach innen mit Gipskartonplatten beplankt und bieten daher ideale Startbedingungen für zusätzliche Einsparungen durch den Ausbau in Eigenregie.
Wird darauf geachtet, dass die Verbindung zwischen Erdgeschoss und Aufbau sauber ausgeführt wird – so dürfen etwa keine Wärmebrücken entstehen –, ist das Nebeneinander beziehungsweise Übereinander der beiden Baukonstruktionen völlig unproblematisch. Im Gegenteil, eine Holzkonstruktion verzeiht sogar kleine Fehler, da sie verwindungssteif und damit unanfällig gegen Rissbildung ist.

- Drei Tage ist die durchschnittliche Aufbauzeit einer normalen Dachaufstockung durch spezialisierte Fachbetrieben. Der Innenausbau, der auf Wunsch auch als Eigenleistung machbar ist (z. B. Isolierungen und Verkleidungen, Elektro, Heizung und Sanitär- Installationen), nicht mitgerechnet. Das Geheimnis: Perfekte Planung und individuelle Vorfertigung in Elementbauweise. Von der Anlieferung der Elemente bis zum eingedeckten, regendichten Dach im Handumdrehen. (Fotos: Solidwood Holzhausbau GmbH)
Wer sein massives Ziegelhaus jedoch lieber massiv aufstocken möchte, steht trotzdem nicht vor unlösbaren Problemen. Selbst eine mangelnde Tragfestigkeit lässt sich, wie oben beschrieben, auf die notwendigen Anforderungen anheben. Bei einer Aufmauerung ist wichtig, dass der gleiche Stein verwendet wird, der in den alten Mauern steckt. Sonst treten durch das unterschiedliche Ausdehnungsverhalten schnell hässliche Risse in der Fassade auf.
Auch wenn sich unter den Gesichtspunkten der Energieeinsparverordnung ein dickerer Mauerstein empfehlen würde ist es sinnvoller, am Ende den gesamten Baukörper einheitlich mit einem Wärmedämmverbundsystem zu versehen. Bei dieser Variante wird das Haus nach Abschluss der Arbeiten neu verputzt. Eine homogene Optik entsteht und Alt und Neu lassen sich nicht mehr unterscheiden, außer, der "Neuzugang" wird bewusst durch eine andere Architektur oder einen farblichen Absatz herausgestellt.