Es ist nicht leicht dem Lärm beizukommen. Er kommt von außen, von oben und von unten. Er nimmt den direkten Weg oder, so seltsam es klingt, Schleichwege - und er kennt sie alle. Zum Glück kann man ihn mit baulichen Maßnahmen auch nachträglich noch ein bisschen austricksen.
Drücken wir nicht gerade unser Ohr an die Wand zum Nachbarn, so erreicht uns in der Regel nur der Luftschall. Dummerweise kann jedoch aus Körperschall Luftschall werden und umgekehrt: So bringt laute Musik die Luft so stark zum vibrieren, dass die umliegenden Wände zum Schwingen anregt werden, was sich für den Nachbarn wiederum in Form einer Ruhestörung äußert.
Mit dem Wort "Trittschall" ist der Körperschall gemeint, der durch das Gehen oder Stühle rücken auf dem Boden verursacht wird. Er entwickelt sich im Raum darunter jedoch zu einem Luftschall und führt dadurch zu einer unangenehmen Lärmbelästigung.
Der Bauakustiker kennt keinen Lärm, sondern nur Schall und katalogisiert ihn nach der Art der Übertragung: "Luftschall" wird durch die Luft übertragen, "Körperschall" über feste Gegenstände.
Leider haben vor allem ältere Gebäude je nach Bauart gewisse Schwachstellen. Sie besitzen schlecht isolierte Wasser- und Sanitärleitungen, deren Gurgeln den Schlaf rauben, oder knarzende Holzdecken und -böden, die sich eher als Resonanzböden eignen.
Aber auch undichte Verarbeitungen bei Innen- und Außenwänden machen es dem Luftschall leicht, sich ungehindert auszubreiten: So lassen Einscheibenfenster auf der einen Seite die Wärme entweichen und auf der anderen den unerwünschten Lärm hinein.
Aber auch nachträglich eingezogene Zwischenwände fallen zuweilen zu dünn aus, da es einen Trockenbau zur Entstehungszeit vielleicht noch nicht gab.
Ziel der Gegenmaßnahmen muss es sein, Übertragungswege zu versperren. Das heißt, die Schlupflöcher für den Luftschall müssen abgedichtet werden, indem den unterschiedlichen Bauteilen die Hohlräume gestopft werden. Dadurch können Sie die Schallenergie in Wärmeenergie umwandeln und gleichzeitig den Lärm absorbieren.
Selbst massive Wände, Decken und Böden sind in gewissem Maße flexibel und je nach Grad der Flexibilität spricht der Fachmann von "biegeweich" oder "biegesteif". In bestimmten Frequenzbereichen werden sie daher abhängig von Material und Konstruktion vom Luftschall in Schwingung versetzt – d. h. sie antworten der Schallquelle–, worunter das Schalldämmvermögen leidet.
Ihre "Resonanzfrequenz" sollte möglichst nicht zwischen 100 und 2000 Hertz (Schwingungen pro Sekunde) liegen, da der Mensch auf diese Frequenzen besonders empfindlich reagiert. Unterhalb dieses kritischen Bereichs sind sie "ausreichend biegesteif", oberhalb "ausreichend biegeweich". Schalldämmung im Leichtbau wird mit biegeweichen Konstruktionen aus Platten und faserigen Dämmstoffen erreicht.