Kaufberatung: Parkett oder Laminat?
Fußböden in Altbauten sind immer gut für eine Überraschung. Oft beschäftigt man sich erst im Fall eines Wasser oder eines sonstigen Schadens genauer mit ihnen und stellt dann fest, dass sie längst ausgetauscht gehörten. Meist tut man gut daran, sich den kompletten Unterbau ebenfalls anzusehen, denn Probleme wie Trittschallübertragung, Schimmel und so weiter haben hier ihren Ursprung.
Dann ist ein Neuaufbau angesagt, Schicht für Schicht. Zuvor sollte man jedoch einen Experten hinzuziehen. Er gibt wertvolle Tipps: Vielleicht handelt es sich um Bodenbelag aus Cushin- Vinyl oder um PVC- Flexplatten, asbesthaltig und nur unter Beachtung von Vorsichtsmaßnahmen zu entfernen. Einige Parkettkleber, die Benzopyren (PAK) oder polychlorierte Biphenyle (PCB) enthalten, sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Wichtig ist die Beurteilung der Tragfähigkeit des Unterbodens, der Hölzer beziehungsweise des Betons. Trittschall- und Wärmedämmung sowie gegebenenfalls eine Fußbodenheizung erhöhen die Traglasten um ein paar Kilo pro Quadratmeter.
In vielen Altbauten wird man es mit hölzernen Zwischendecken zu tun haben. Unter dem vielleicht etwas moderneren Belag finden sich Bodenbretter, die ihrerseits auf den Bohlen aufliegen. Zwischen den Bohlen kommen manchmal Füllungen aus Heu, Stroh oder Häcksel zum Vorschein, die man gegen neues Dämm-Material austauschen sollte, zum Beispiel Mineralwolle oder Celluloseflocken. Bei Schädlingsbefall muss es nicht die chemische Keule sein, das so genannte Heißluftverfahren tut's ebenso. Anschließend sollte man einen neuen Aufbau auf die Bodenbretter bringen, vorzugsweise die trockene Variante:
eine Schüttdämmung zur Nivellierung der Unebenheiten, darauf entweder lastverteilende, druckfeste Dämmplatten und Holzspanplatten, die an Nut
und Feder verleimt werden, oder Trockenestrichelemente aus Gipsfaser oder Gipskarton. Es gibt sogar Systeme, die den Einbau einer Fußbodenheizung möglich machen.
Welches Material letztlich wo im Haus die Oberschicht bildet, hängt von der jeweiligen Beanspruchung sowie den ästhetischen Ansprüchen der Bauherren
ab. Vom Geldbeutel natürlich auch. Böden aus Massivholz, ob in Form von Parkett oder Dielen, sind äußerst dauerhaft. Sie wurden früher generell mit Lack versiegelt und lassen sich im Schadensfall ein paar mal abschleifen und neu lackieren. Will man lediglich ausbessern und ergänzen, nimmt man ein paar Muster aus dem Fachhandel mit nach Hause und vergleicht vor Ort Maserung und Farbtöne, damit ein stimmiges Bild entsteht.
Fertig- Parkett und Fertig-Dielen sind etwas günstiger und formstabiler, da sie aus Trägerplatten aus Holzwerkstoff bestehen, die mit einer dünnen Edelholz- Nutzschicht versehen werden. Einen Baustoff, der botanisch gesehen eigentlich ein Gras ist, findet man in letzter Zeit öfter in Form von Massivparkett in den Sortimenten: Bambus. Hersteller von Bambusparkett loben es als zäh, belastbar und ökologisch einwandfrei, da es im Rekordtempo wächst. Ganz gemächlich dagegen wächst die Rinde der Korkeiche nach. Wo kein federnder, dämmender Unterbau möglich ist, es dennoch elastisch und fußwarm sein soll, etwa im Kinderzimmer, kommt ein Belag aus Kork oder Korkgranulat in Frage.