Für die gröberen und mittleren Schleifgänge sowie den ersten Feinschliff kam der Walzenschleifer "Woodmaster L.D.S. 2000/62" zum Einsatz, eine Maschine mit hohem Leistungsvermögen und guter Staubabsaugung. Die schlecht zugänglichen Fußbodenränder, -nischen und -ecken wurden mit dem "Sideboy R.S.1750/30" und dem "Sideboy N.S. 1750/16" geschliffen. Ersterer ermöglichte mit seinem extrem flachen Schleifvorsatz das Arbeiten unter den besonders niedrig aufgehängten Heizkörpern. Für den letzten Feinschliff wurde auf das "Woodboy- Tellerschleifgerät" gewechselt – durch die besondere Gitterschleiftechnik erzielte man eine hervorragende Schleifglätte. Bei dem schlechten Zustand des Bodens waren immerhin neun Schleifgänge erforderlich: Viermal diagonal zur Dielenrichtung mit einer 24er Körnung, um die Unebenheiten zu entfernen. Anschließend erfolgten drei Schleifgänge in Dielenrichtung mit den Körnungen 40, 80 und 120. Dann wurden die Ränder mit dem "Sideboy" ebenfalls dreimal mit den Körnungen 24, 60 und 100 geschliffen. Den Abschluss bildete ein Feinschliff mit dem "Woodboy- Gerät" und einem 100er Schleifblatt sowie eine gründliche Reinigung des Bodens mit dem Staubsauger und dem Dry- Clean- Set.
Nun war der Boden für die "Versiegelung" vorbereitet. Weil ein historischer Dielenboden geölt und gewachst am schönsten zur Geltung kommt, hat man sich bei der Oberflächenbehandlung für eine Kombination aus Hartöl und Heißwachs aus dem "Woodboy- Programm" entschieden, die besonders widerstandsfähig und vergleichsweise wenig pflegeaufwendig ist. Wichtig war außerdem, dass das System gänzlich frei von Lösemittelnund gesundheitlich vollkommen unbedenklich ist. Um eine vollständige Sättigung der Porenzu erreichen, sind in der Regel ein bis zwei Ölaufträge erforderlich. Bei dem historischen Dielenboden des Weinheimer Anwesens reichte ein Auftrag. Das lösemittelfreie Hartöl wurde dabei sparsam (ca. 40– 50g/m²) mit einer Mohairrolle aufgebracht. Nach etwa einer halben Stunde wurde das überschüssige Öl mit dem "Woodboy- Gerät" und einem speziellen Filzpad abgenommen. Die Trockenzeit bis zum anschließenden Wachsauftrag betrug etwa sechs Stunden. Da sich die Vernetzungseigenschaften des Wachses im erwärmten Zustand verbessern, wurde das Hartwachs heiß aufgetragen.
Dazu wurde der "Woodboy- Tellerschleifer" mit einem speziellen Heißwachsbehälter sowie mit einem weißen Pad zum Einpolieren des Wachses ausgestattet. Weil ein Zuviel an Wachs einen bleibenden Schmierfilm auf dem Boden bildet, galt hierbei die Devise: Weniger ist mehr (10g/m² bis maximal 15g/m²). Die Bodenrenovierung war nun abgeschlossen.
Nach einer Trocknungszeit von sechs Stunden konnte der Boden begangen
werden, ausgehärtet war die Oberfläche nach einer Woche. Das Ergebnis der Renovierungskur kann sich sehen lassen: Die rötlich gelben Dielen kommen in ihrer vollen Schönheit zur Geltung und erzählen mit ihren nuancenreichen Schattierungen von einer 200- jährigen Geschichte.
Alle sind sich einig: Der Aufwand hat sich jedenfalls sehr gelohnt.