Wenn im Treibereibetrieb Gervens die Tulpen geerntet und zur Vermarktung vorbereitet werden, ist die ganze Familie im Einsatz. Nicht nur die beiden Chefs, Vater Peter und Sohn Peter, sondern auch die Ehefrau des Seniors und die Großeltern sind mit dem „Tulpenvirus“ infiziert und packen mit an. Zweimal am Tag, morgens und mittags, werden die vermarktungsfähigen Pflanzen in den Treibhäusern von Hand geerntet. Die Tulpen befinden sich auf hüfthohen Tischen in Blumenerde.
Bei der Ernte werden die Pflanzen mitsamt der Zwiebel aus der Erde gezogen und in Körben gesammelt. Der Anbau findet in „Sätzen“ statt. Dabei erreichen14 verschiedene Tulpensorten die Erntereife nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Folge: Der Betrieb ist in der Lage, immer frische Ware anzubieten. Rund zwei Millionen Tulpen pro Jahr liefert das Familienunternehmen an die Blumenversteigerung nach Straelen-Herongen.
„Wir liefern Klasse statt Masse“, erklärt Gervens senior. Reine Farben und ein guter Wuchs sind wichtig, nur perfekte Blüten haben eine Chance. Deshalb werden die verwendeten Tulpenzwiebeln mit größter Sorgfalt ausgesucht. Gerade die Herkunft der Zwiebeln ist ein wichtiger Produktionsfaktor. Bei der Zusammenstellung des Sortiments hilft dem Seniorchef seine 20-jährige Berufserfahrung.
Der Leidenschaft für seine Produkte hat die lange Zeit keinen Abbruch getan: „Wenn es im Winter und Frühjahr schnell dunkel wird, bringen die Tulpen Farben zu den Menschen — das ist einfach schön.“
Auf 1200 m² bietet der Betrieb seinen Pflanzen ideale Bedingungen. Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt im Kühlraum treiben die Tulpenzwiebeln bei 18,5 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent im Treibhaus Stängel, Laub und Blüte aus. „Durch die gezielte Kältezufuhr simulieren wir für die Pflanze den Winter“, erläutert Peter Gervens junior.
In Folge strecken sich die Zellen der Zwiebeln und ermöglichen dadurch den späteren Wachstumsprozess.
So werden die Tulpenzwiebeln gesetzt
Die Basis des Anbaus bildet Blumenerde, darüber wird eine dünne Sandschicht gestreut. Der Sand stabilisiert die Zwiebel und ist wichtig für die jungen Sprosse. Während Erde anfälliger für Sporen und Pilzerkrankungen ist, bleibt Sand keimfrei und bietet so einen Schutz für die Jungpflanzen.
Die Gervens legen bei der Treiberei Wert auf ein vielfältiges Angebot: „Wir bieten alle erhältlichen Farbtöne an. Besonders gut gehen zur Winterzeit rote und weiße Tulpen, zum Frühlingsbeginn steigt dann die Nachfrage nach gelben und orangefarbenen Tulpen an.“ Das Geschäft läuft gut. Der exklusive Vertrieb über Landgard verschafft dem Treibereibetrieb eine breite Kundschaft und hervorragende Absatzmöglichkeiten. Gervens senior: „Seit ich 1988 mit den Tulpen angefangen habe, sind wir jedes Jahr gewachsen. Das ist auch für die nächsten Jahre unser Ziel.“