Allein an einem Rasenmäher führen die VDE-Prüfingenieure 50 verschiedene Einzelprüfungen durch. Erst wenn alle Prüfungen bestanden sind, vergeben die Ingenieure das begehrte VDE-Dreieck. Eine der vielen Prüfungen ist die Messung der Stillstandserkennung. Insbesondere bei Schneidewerkzeugen ist die Stillstandszeit nach dem Abschalten des Rasenmähers ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Ein Rasenmäher muss sich automatisch nach dem Loslassen des Handschalters abschalten, damit es bei einem Sturz oder sonstigen Unfall zu keinen Verletzungen durch das Schneidewerkzeug kommt.
Prüfung im High-Tech-Labor
Innerhalb von drei Sekunden, nachdem der Benutzer den Schalter losgelassen hat, müssen die Scheren eines Rasenmähers mit einer Schnittbreite von 600mm aus der größten Drehzahl heraus zum Stillstand kommen. Um die Stillstandszeit zu prüfen, installieren die VDE-Prüfingenieure unter den Schneidewerkzeugen eine Videokamera mit Sensorik und Zeiterfassung. Die Auswertung erfolgt über Software an einem angeschlossenen PC. Auch die Materialeigenschaften wie Brand- oder Kriechwegverhalten untersuchen die VDE-Mitarbeiter. Im modernen High-Tech-Institut nehmen sie Kabel und Leitungen genauso unter die Lupe wie kleinste Komponenten. Für Bernd Franke vom VDE-Institut ist die Liste unsicherer Produkte lang: "Bei Geräten mit Sicherheitszeichen wie dem VDE-Prüfsiegel kann der Verbraucher allerdings sicher sein, dass das Produkt nach anerkannten Normen auf alle Gefahrenpotentiale hin überprüft wurde." Deshalb heißt die Devise: Augen auf beim Elektrokauf! (spp)