Die Tradition des Osterfeuers ist in ganz Deutschland verbreitet. Früher diente der Brauch dazu, die keimende Saat vor bösen Geistern zu schützen und den Winter zu vertreiben. Heute zünden die örtlichen Vereine ihre Osterfeuer allerdings mehr zum geselligen Beisammensein an. Dabei werden nicht nur die bis zu fünfzehn Meter aufgetürmten Holzstöße verbrannt. Viele grillen auch und schenken Bier oder Glühwein aus. Außerdem organisieren Vereine zu Ostern oft Fackelzüge. In der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag bricht manche Gruppe etwa gemeinsam zu einer Wanderung zum Osterfeuer auf. In manchen norddeutschen Regionen ist es sogar Tradition, dass Gruppen sich den Streich erlauben, nachts das Osterfeuer im Nachbarort vorzeitig anzuzünden – deswegen organisieren Vereine dort vielfach Nachtwachen am Feuerplatz.
Risiken beim Osterfeuer nicht unterschätzen
Doch dass die Bräuche rund um Osterfeuer und Fackelzug auch Gefahren mit sich bringen, bedenken viele ehrenamtlich Engagierte nicht. Jedes Jahr ereignen sich deshalb kleinere, aber auch größere Unfälle. Teilnehmer eines Fackelzuges können beispielsweise Verbrennungen erleiden oder in der Dunkelheit stolpern und sich den Knöchel verstauchen. Bei einem Osterfeuer im Raum Ulm verletzten sich zwei Frauen durch einen umstürzenden Holzbalken. Verletzt sich ein Teilnehmer, greift die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung des Vereins aber nur, wenn die Veranstaltung dem satzungsgemäßen Zweck dient. Das ist aber nur gegeben, wenn zum Beispiel ein Traditions- oder Heimatverein sich laut Satzung um die Ausrichtung eines Osterfeuers kümmert, nicht aber wenn ein Sport-, Jugend oder Feuerwehrverein ein Osterfeuer organisiert. Dient die Veranstaltung also nicht dem Vereinszweck, ist eine zusätzliche Absicherung nötig. Fehlt ein Schutz vor dem persönlichen Haftungsrisiko, haftet der Vorstand im Ernstfall mit seinem Privatvermögen. Der Verein Deutsches Ehrenamt e.V. hilft den Vorständen sich auf eine Veranstaltung wie das Osterfeuer richtig vorzubereiten und sich rechtlich abzusichern. Er sorgt dafür, dass das Ehrenamt nicht zum persönlichen Risiko wird.
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