Winterpoesie im Ziergarten
bbs/Du. Ehe man sich versieht, ist man mittendrin – im Winter. Während einige Mitmenschen sich einigeln und den Beginn des Frühlings aus der warmen Höhle heraus herbeisehnen, zieht es andere Zeitgenossen auch bei kaltem Wetter in die Natur. Zu ihnen gehört die Christrose, ein Juwel der Winterzeit. Sie hebt sich mit ihren meist cremeweißen, zum Teil rosafarbenen oder grünlichen Blütenblättern dezent von der Landschaft ab. Der Legende nach haben sich die Tränen von himmlischen Prinzessinnen bei ihrem Auftreffen auf die Erde in die Blütensterne der Christrosen verwandelt. Seitdem blühen diese filigranen Schönheiten ausgerechnet in der kältesten und unwirtlichsten Zeit des Jahres und faszinieren durch ihre Robustheit.
Mit auffälligen gelben Blüten und intensivem Duft warten die Zaubernuss und die Mahonie auf. Nach einem nächtlichen Schneefall erwecken sie morgens den Anschein, als trügen sie weiße Wintermäntel aus feinem Zuckerguss über ihren Gewändern. Traumhaft schön schimmert der Schnee auf den Gräsern und Zweigen, Eiszapfen an den Bäumen schaffen durchsichtige Kristallwelten und die rosafarbenen Blütendolden des Schneeballs (Viburnum) sind von winzigen Eiskristallen überzogen.
Während sich zum Jahresende fast alle Pflanzen in den Winterschlaf verabschieden, drängen seine auffallenden Blüten bei milder Witterung schon im November ins Freie. Zarte Farbtupfer in der dunklen Jahreszeit sind auch die leuchtend gelben Blüten des Echten Winterjasmins (Jasminum nudiflorum). Diese aus China stammende Kletterpflanze liebt die wärmenden Strahlen der Wintersonne und gedeiht am besten an gut geschützten Plätzen auf der Südseite von Mauern und Spalieren.