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 - Richtig gepflückt und gelagert bleibt der Apfel über den gesamten Winter ein knackiger Vitamingenuss.
Foto: Obst Gößl
Vitamine für den Winter pflücken
Es ist Erntezeit im Garten. Damit Äpfel lange frisch bleiben, sollten sie behutsam gepflückt, nicht abgerissen werden. Tipps für den richtigen Dreh und eine geeignete Lagerung gibt’s von der DIY Academy zum Auftakt der fruchtigen Saison im Garten.
Grundsätzlich gilt: Das Obst ist reif, wenn es sich leicht pflücken lässt. Pflück- und Genussreife können sich jedoch gerade bei Äpfeln stark unterscheiden. „Erntereif ist ein Apfel, wenn er sich leicht abnehmen lässt und im Lager seine volle Reife erlangt, ohne an Aroma zu verlieren“, lautet der Tipp von Gartenexperten der DIY Academy.
Kernobst schmeckt auch im Winter noch besonders lecker, wenn es kühl und dunkel aufbewahrt wird, am besten in einem Kellerraum mit Lüftungsmöglichkeit. Nur gesunde und unbeschädigte Früchte sind lagerfähig. Madige, überreife sowie übergroße und damit zur längeren Aufbewahrung ungeeignete Früchte werden bereits bei der Ernte aussortiert. Äpfel ohne Stiel sollten ebenfalls sofort verbraucht werden, da sie zur Fäule neigen.
 - Apfelbaum im Kübel als Säulenobstbaum
In einem großen Garten lassen sich auch klassische Apfelbäume pflanzen, auf denen Kinder klettern und unter deren Schatten lauschige Baumbänke gebaut werden können. Leider gibt es immer seltener Gärten, die noch ausreichende Flächen für solche ausladenden Bäume zur Verfügung stellen.
Wer nur wenig Platz hat und gerne einen Apfelbaum oder Kirschbaum pflanzen möchte, kann heute auf kleinbleibende Sorten zurückgreifen. Es gibt mittlerweile auch Säulenobstbäume oder Zwergobstbäume. Sie sind so schlank, dass sie in einem großen Kübel wachsen können und die eigene Ernte auch auf dem Balkon möglich machen.
Ein solcher Zwergapfelbaum benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Einige Sorten tragen nach der üppigen Blüte im Frühjahr dann gesunde Äpfel, die im Sommer und Herbst laufend geerntet werden können. Wer seinen Apfelbaum oder Birnbaum im Garten aufmerksam beobachtet, dem fällt auf, dass im Frühsommer viele Früchte herunterfallen. Mit diesem sogenannten Junifruchtfall befreien sich die Bäume von ungenügend befruchteten und überzähligen Früchten. Das passiert vor allem in Jahren, wo es eine kühle und feuchten Witterung im Frühjahr, insbesondere während der Obstblüte gegeben hat. Dadurch werden die Blüten schlecht befruchtet und die daraus entstandenen jungen Früchte werden vom Baum unzureichend versorgt und dann im Juni abgeworfen.
Gesteuert wird der Junifruchtfall vom Stoffwechsel des Obstbaumes. Ein ausreichend befruchteter Apfel bildet Wachstumsregulatoren oder Pflanzenhormone und fordert damit den Baum auf, ihn mit allen notwendigen Nährstoffen, Zucker und Wasser zu versorgen.
Früchte, die im Frühjahr nicht genügend befruchtet wurden, bilden auch nur wenige Hormone. So erhält der Baum keine Rückmeldung von der Frucht und bildet eine Korkschicht am Stielansatz der Früchte. Durch diese Trennschicht ist die Frucht von der notwendigen Nährstoffversorgung abgeschnitten und fällt im Juni vom Baum. Übrigens kann der Hobbygärtner am Blütenbüschel bereits Ende Mai sehen, welche Früchte im Wachstum zurückgeblieben sind.
Die verbleibenden Äpfel reichen auf jeden Fall für eine ausreichende Ernte. Für die Obstbauern bedeutet der Junifruchtfall weniger Arbeit, denn sie müssen nicht so stark von Hand ausdünnen wie in normalen Jahren. Vor allem auf kleinfrüchtige Apfelsorten, wie Elstar, Rubinette, Pinova und Gala, wirkt sich der starke Fruchtfall günstig aus, denn die verbleibenden Äpfel werden dicker.
(Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen)
Mit der passenden Ernteausstattung wird die Apfelernte zum Kinderspiel.  - Professionelle Apfelpflücktasche (Foto: planto GmbH)
Einhändigen Kletterpartien und beschädigte Früchte kann man mit einer Pflücktasche oder Pflückschürze vermeiden, da man so beide Hände zum Pflücken frei hat. Profi-Pflücktaschen wie z.B. die von Planto bieten Komfort und pratische Details: - bis zu 7 Kilo Früchte gleichzeitig ernten
- gepolsterte Nackenriemen gegen Einschneiden
- Einfaches Ausleeren durch "Aushaken"
Besonders pfiffig: Mit Hilfe der Karabinerhaken aus Messing lässt sich die Tasche nach unten hin aufklappen. Auf diese Weise müssen Sie Äpfel, Pflaumen und Co nicht noch einmal anfassen, sondern können sie sanft in die bereitgestellten Kisten oder Körbe gleiten lassen. Das Ergebnis: Unbeschädigte und damit länger haltbare Früchte und ein zufriedener Gärtner.
Erhältlich ist die Profi-Pflücktasche zum Beispiel unter www.orangerie-shop.de. ![]()  - Obstpfücker
Bei großen alten Apfelbäumen hat man oft das Problem, dass man auch mit der Leiter nicht an die obersten Früchte herankommt. Um auch die hoch sitzenden Äpfel ernten zu können, benötigt man einen "Obstpflücker". Es handelt sich um einen Metallrahmen mit weichen Kronzacken, an dem ein Auffangbeutel aus Stoff befestigt ist. Der Pflücker ist mit einem langen Stil ausgestattet, der oft längenvariabel austauschbar ist. Mit den Zacken wird dann das Obst sanft vom Baum gestreift.
Tipp: wenn die Zacken so scharf sind, dass sie die Früchte beschädigen, kann man sie mit Klebeband oder Schaumfolie umwickeln.
Gut aufgehoben fühlen sich die Früchte in klassischen Holz- und Obstkisten. Im optimalen Fall liegen sie nebeneinander, ansonsten in höchstens zwei Lagen übereinander. Empfehlenswert ist auch eine hohe Luftfeuchtigkeit, Kondenswasser sollte allerdings vermieden werden. In zu trockenen Kellern helfen feuchte Tücher oder Schalen mit Wasser.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Das gelagert Obst sollte ab und zu auf Druck- bzw. Faulstellen untersucht, beschädigte Äpfel aussortiert werden. Wer diese kleinen Tipps befolgt, kann auch noch an Weihnachten knackiges Frischobst, aber auch köstlichen Bratapfel oder herrliches Apfel-Zimt-Kompott genießen!
Mehr Tipps für die Lagerung von Äpfeln gibt es beim BUND Lemgo.
Obstlagerung in kontrollierter Atmosphäre ist auch für kleinere Mengen möglich. Dass Verbraucher fast das ganze Jahr über Äpfel aus heimischer Erzeugung kaufen können, ist der Lagerung in kontrollierter Atmosphäre zu verdanken, der so genannten CA-Lagerung (controlled atmosphere).
In großen Lagern mit großen Partien einheitlicher Sorten kein Problem. Nun gibt es auch für Direktvermarkter ein System, das eine CA-Lagerung ermöglicht. Das System "Mat Tiempo" besteht aus einer Kunststoffbox mit einem dicht schließenden Deckel und einer Membran, die den Gasaustausch steuern kann. Die Boxen sind genauso groß wie gängige Apfelkisten und fassen 300 kg Äpfel, 170 kg Kirschen oder 220 kg Zwetschgen.
Die kleinen Lagerungsmengen machen das System flexibel. Wird eine Box nicht ganz gefüllt, wird sie mit nicht Wasser aufsaugendem Material ausgefüllt, das die überflüssige Luft verdrängt. In der kontrollierten Atmosphäre können Kirschen bis zu 25 Tage, Zwetschgen bis zu 50 und Äpfeln bis zu 330 Tagen gelagert werden.
Mit Hilfe der integrierten Membranen im Deckel lässt sich der Gasaustausch regulieren. Je nach Obstart und Sorte werden die Membranen mehr oder weniger geöffnet. Die Membranen lassen nur wenig Sauerstoff in die Boxen hinein, dafür aber Kohlendioxid aus den Boxen heraustreten. Allerdings sollten nur einwandfreie Früchte eingelagert werden.
Der Reifegrad der Früchte sollte dem bei CA-Lagerung entsprechen. Vor dem Verschließen der Boxen müssen die Früchte heruntergekühlt werden. In der Schweiz wurde das Lagerungssystem am Beratungszentrum für Obst und Beeren im Inforama Oeschberg positiv getestet. Ebenso hält die Forschungsanstalt Agroscope das System grundsätzlich für viel versprechend, weitere Versuche seien aber nötig.
Das Lagerungssystem in Boxen dürfte vor allem für Direktvermarkter interessant sein, weil es erlaubt, Erntespitzen zu brechen und den Markt gleichmäßiger und länger mit frischer Ware zu beliefern. Über das Lagerungssystem berichtete der "Schweizer Bauer". aid, Renate Kessen Die Verbraucherzentrale Hessen meint zu diesem Verfahren der Apfellagerung:
"Schon lange wird im Fruchthandel die so genannte CA-Methode (Controlled Atmosphere = Kontrollierte Atmosphäre) praktiziert. Im CA-Lager wird der Sauerstoff niedrig gehalten, dafür der Kohlendioxid-Gehalt herauf gesetzt. Bei circa 4 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchtigkeit wird der Apfel in eine Art Winterschlaf versetzt, was die weitere Reifung sehr stark verlangsamt. So kommen die eingelagerten Früchte auch 2-3 Monate nach der Ernte wie frisch in den Handel. Der Vitamingehalt sinkt zwar, dies erfolgt aber wesentlich langsamer als bei den Lagermöglichkeiten im Haushalt. Für den Verbraucher ist dieses Verfahren gesundheitlich völlig unbedenklich"
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