Im Herbst bieten viele Bäume und Sträucher in Gärten und Parks ein faszinierendes Farbenspiel. Bevor sich viele sommergrüne Laubgehölze in die Winterruhe verabschieden, leuchten ihre Blätter gelb, orange oder rot.
Der herbstliche Laubfall ist eine kluge Strategie der Natur, mit der sich Pflanzen vor Trocken- oder Kälteschäden im Winter schützen. Während bei Nadelbäumen die Verdunstung im Winter wegen der kleinen Blattoberfläche und der dicken Wachsschicht auf den Nadeln relativ gering ist, sähe es bei zahlreichen Laubgehölzen mit großen Blättern ganz anders aus:
Eine etwa 100 Jahre alte Buche kann über ihre Blätter an einem Tag mehrere hundert Liter Wasser verdunsten. Wenn der Boden gefroren ist, hat der Baum jedoch keine Möglichkeit mehr, über seine Wurzeln Wasser aufzunehmen - schwere Trockenschäden wären die Folge.
Die sommergrünen Bäume und Sträucher entziehen ihren Blättern deshalb bereits im Herbst wichtige Nährstoffe, die sie einlagern, damit sie sie im nächsten Jahr wieder nutzen können. Durch den Entzug des grünen Blattfarbstoffes Chlorophyll aus den Blättern werden Farbstoffe sichtbar, die im Sommer durch das Blattgrün überlagert wurden oder die beim Abbauprozess in den Blättern entstehen.
Dort, wo der Stängel des Blattes am Baum ansetzt, bildet sich zum Schluss eine Korkschicht, die die Verbindung zwischen Baum und Blatt unterbricht. Der Wind hat so leichtes Spiel, wenn die Blätter nicht sogar von selber zu Boden fallen.
Die Korkschicht dient nicht nur als Trenngewebe, sondern sorgt auch schützend dafür, dass an dieser Stelle keine Krankheitserreger in den Baum eindringen können. (Quelle: PdM)