Der Buchsbaum ist in Privatgärten ein sehr beliebtes und weit verbreitetes immergrünes Ziergehölz. Es tritt als kunstvoll geformte Solitär-Gehölz, als Kugel, Kegel, Kubus oder als Hecke oder Fläche auf.
In den letzten Jahren zeigten sich europaweit neue Fälle des Buchsbaumsterbens. Bei Laboruntersuchungen wurde als Auslöser ein Pilz mit der Bezeichnung Cylindrocladium buxicola diagnostiziert, der in Deutschland bisher kaum in Erscheinung trat. Nun breitet sich die Erkrankung auch in Deutschland aufgrund der milden Witterung und langanhaltender Regenfeuchte rasant aus. Der Pilz tritt ausschließlich an Buchsbaum auf, wobei die Sorten „Blauer Heinz“ als anfällig und „Suffruticosa“ als besonders anfällig gelten. Andere Sorten sind robuster, ein Befall kann aber auch hier auftreten. Die Diagnose bleibt für den Laien nicht einfach, neben Hygienemaßnahmen helfen nur chemische Hilfsmittel und die Erfahrung des Fachmannes.
Fehldiagnose: Buchsbaumkrebs
Sehr häufig entpuppt sich eine vermeintlicher Cylindrocladium buxicola -Befall als eine von Volutella buxi verursachte Erkrankung, auch als „Buchsbaumkrebs“ bezeichnet. Auch hier finden sich anfangs fahlgrüne Blattverfärbungen, ein Absterben von Trieben und Ästen aus ansonsten vitalen Pflanzen. Ein Befall mit Volutella ist am hellrosa bis apricot-farbene Sporenbelag auf der Unterseite abgestorbener Blätter zu erkennen. Auch der Pilz Fusarium buxicola kann zu ganz ähnlichen Absterbe-Erscheinungen führen, er wird aber selten diagnostiziert. Ein geschulter Blick und viel Erfahrung sind hier gefragt.
Symptome Pilzbefall mit Cylindrocladium buxicola
Dem Befall mit dem neuen Pilz Cylindrocladium buxicola ist nur schwer beizukommen. Wichtigste Symptome sind die meist dunkelbraunen Flecken auf den Blattunterseiten, die mit fortschreitendem Krankheitsverlauf zusammenfließen, dazu kommt später ein heller, mehliger Sporen-Belag. Wenn hauptsächlich die jüngsten diesjährigen Teile der Pflanzen betroffen sind, erscheinen die Flecken eher orange-braun mit dunklem Rand. An befallenen Trieben sind dunkle, fast schwarze Streifen erkennbar: Schließlich kommt es zu Blattausfall und auch zu Triebsterben. Bereits 1997 gab es eine erste Befallswelle in England. Auch aus Frankreich, Holland, Belgien und Irland gibt es vermehrt Schadensmeldungen.
Roland Lütkemeyer, Gartengestalter und Vorstand der Gärtner von Eden in Gütersloh: „Im Privatgarten haben wir oft wertvolle Buchspflanzungen und Buchssolitärs zu betreuen, da ist der Schock bei Befall groß. Generell nehmen wir verdächtige oder gar sichtlich erkrankte Pflanzen vom Händler nicht an. Schwarze Verfärbungen der Triebe und Blattverlust sind hier wichtige Alarmzeichen. Bei Befall des Gartens sehen wir im Einsatz von Chemie nur eine unterstützende Ergänzung der klassischen Hygienemaßnahmen - er kann diese aber nicht ersetzen. Ein Fungizid-Spektrum wird noch getestet, weil es kein spezielles Mittel im Handel gibt. Bis dahin ist der Fachmann des Vertrauens gefragt, der das sichere Auge hat und die konservativen Techniken kennt“
Ansonsten kann man auf einen heißen Sommer hoffen: Die optimalen Wachstumsbedingungen für den Pilz liegen bei Temperaturen bis 25°C, höhere führen zu einem drastischen Einbruch; ein anhaltend heißer Sommer sollte den Befall deutlich mindern.
Ein Risiko bleibt: der Pilz bildet auch mikroskopische Dauersporen aus (Chlamydosporen), die für eine mehrjährige Überdauerung sorgen können. Ein Grund mehr, professionell vorzugehen und die Pflanzen zu stärken. Wer frühzeitig kontrolliert und die entsprechenden Maßnahmen einleitet, muss also keinen Totalverlust seiner geliebten und teuren Buchsanlage befürchten.