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 - Verschiedene Hosta in Kübeln (Foto-Autor: P. Behrens)
Topfgärten und Kübelpflanzen haben eine besondere Ausstrahlung und eine uralte Tradition. Vor vielen Tausend Jahren setzten die Ägypter Topfpflanzen bereits zu dekorativen und kultischen Zwecken ein. In der Antike begrünten Wohlhabende Menschen ihre Innenhöfe und Dachterrassen mit Pflanzen in Töpfen und Kübeln.
Dekorative Gefäße mit attraktiven Bepflanzungen erhöhen die Lebensqualität auf kleinstem Raum. Mit ihnen lassen sich Eingangsbereich, Balkon, Terrasse oder Garten individuell und flexibel gestalten. Stauden eignen sich besonders gut, um dauerhafte, blühende Farb- und Formkombinationen im Topf zu kreieren.
 - Staudenarrangement im Kübel
(Autor: D. Ketz)
 - Staudenarrangement im Kübel, Landesgartenschau Bingen
(Autor: D. Ketz)
 - Gräser wie das Pennisetum sind eine interessante Alternative für die Kübelbepflanzung
(Autor: P. Behrens)
Die Funkie (Hosta), die Staude des Jahres 2009, ist für die Topfkultur prädestiniert. Gerade Terrassen oder Balkone in schattigen Lagen können mit Hilfe der attraktiven Blattschöpfe mobil begrünt werden. Imposante blaubereifte Blatthorste von ca. 60-70 cm Höhe bildet die Blaublattfunkie (Hosta sieboldiana `Elegans´). Die Sorte `June´ bleibt mit 30 cm hohen cremegelben Blättern mit grünem Rand deutlich kleiner und eignet sich wie die 40 cm hoch werdende Weißrandfunkie (Hosta undulata `Albomarginata´) auch für kleinere Gefäße.
Neben Funkien (Hosta) lassen sich Gräser sehr gut in Töpfe pflanzen. Immergrüne Gräser wie Segge (Carex) oder Waldmarbel (Luzula) sehen auch im Winter attraktiv aus.
Imposante Größen von 100-300 cm, erreicht das Chinaschilf (Miscanthus sinensis in Sorten). Die zahlreichen Sorten beeindrucken mit panaschiertem, teilweise feinem Blattwerk und unterschiedlichen Höhen, so dass die Pflanzen gleichzeitig als Sichtschutz verwendet werden können. Für ein leuchtend rotes Blattfeuerwerk sorgt die Rutenhirse (Panicum virgatum `Shenandoah´) vor allem im Herbst.
Hosta oder Gräser als Einzelpflanzen in schönen Gefäßen unterstreichen formale Gartensituationen, begrüßen am Eingang oder können die Wegeführung betonen.
 - Verschiedene Hosta in Kübeln (Autor: K. E. Haun)
 - Ungewöhnliche Pflanzgefäße: Stauden in Schuhen (Autor: N. Krauth)
Wer möchte nicht gerne beim Betreten der Terrasse oder des Hauseingangs mit einer Duftwolke begrüßt werden. In Töpfen sorgen Federnelken (Dianthus plumarius-Hybriden in Sorten), Waldphlox (Phlox divaricata in Sorten), Kräuter wie Thymian (Thymus), Salbei (Salvia) oder Lavendel (Lavandula) für ein intensives Dufterlebnis in unmittelbarer Hausnähe.
Langanhaltende Blütenpracht bringen Stauden wie Mädchenauge (Coreopsis), das sich vor allem in gelben Farbtönen zeigt. Blau und weiß blühen Salbei (Salvia nemorosa in Sorten) oder die Polsterglockenblume (Campanula poscharskyana in Sorten).
Einen besonders langen Blütenschmuck trägt die violett blühende Duftnessel (Agastache Hybride ´Blue Fortune´) oder Katzenminze (Nepeta faassenii), die ihre blauen oder weißen Blüten mehrmals im Jahr zeigt.
Steinquendel (Calamintha) und Dost (Origanum laevigatum-Hybride `Herrenhausen´) sind Dauerblüher mit rosaroter und violetter Blüte, die zudem fantastische Bienenweiden sind.
Um ganzjährig attraktive Topfgärten zu erhalten, ist es wichtig, Gerüstpflanzen oder immergrüne Stauden wie Elfenblume (Epimedium), Schlangenbart (Ophiopogon), Bergenie (Bergenia) oder immergrüne Gräser wie Segge (Carex) oder Waldmarbel (Luzula) einzusetzen.
Die Attraktivität einer Topfpflanzung kann mit Hilfe von frühblühenden Blumenzwiebeln wie Krokus (Crocus), Traubenhyazinthe (Muscari), Blausternchen (Scilla) oder Tulpen (Tulipa) noch gesteigert werden.  - Hosta in Kübeln (Autor: B. Banse)
 - Ein Arrangement aus verschieden großen Hosta Pflanzen in Terrakotta-Töpfen (Autor: U. Härlen)
Damit man lange Freude an einer dauerhaften Pflanzung im Topf hat, gilt es einige Punkte zu beachten. Das Gefäß sollte groß genug gewählt werden, damit die Pflanze es nicht irgendwann sprengt. Eine regelmäßige Düngung und Bewässerung ist Voraussetzung für gutes Wachstum im Topf.
Zum Düngen verwendet man einen langsam wirkenden Dünger oder Flüssigdünger, der nach der Packungs-Angabe ausgebracht werden sollte. Von März bis Juli haben Kübelpflanzen einen zusätzlichen Nährstoffbedarf, danach ist die Düngung einzustellen, damit die Pflanzen ihr Wachstum rechtzeitig vor dem Winter abschließen können und unempfindlicher gegen Frost werden. Dem Substrat kommt eine sehr wichtige Bedeutung zu. Es sollte strukturstabil sein und gut drainieren und dabei eine gute Wasser- und Nährstoffkapazität haben. Pflanzen im Topf sollten regelmäßig umgepflanzt werden.
Jüngere Kübelpflanzen alle 1-2 Jahre, bei älteren Pflanzen reicht ein Abstand von ca. 3-4 Jahren. Die Bewässerung erfolgt in der Regel von Hand. Unterstützend lässt sich eine elektronische Bewässerung einrichten, die zeit- oder feuchtegesteuert ist. Eine weitere Möglichkeit ist es Töpfe, Kästen und Kübel mit Wasserspeicher zu verwenden, um die Gießarbeit zu minimieren.
Als Gefäße für die Kübelstauden eignen sich Ton, Terracotta, Stein-, Metall oder Plastiktöpfe. Bei Ton- und Terracotta-Gefäßen ist auf eine ausreichende Winterhärte zu achten.
 - Die Pflanzen der Familie Sempervivum sind auch für flache Gefäße geeignet (Autor: B. Banse)
 - Ein Arrangement aus verschieden großen Hosta Pflanzen in Terrakotta-Töpfen (Autor: U. Härlen)
Pflanzen im Topf sind im Winter gefährdeter als ihre ausgepflanzten Artgenossen. Viele Pflanzen, vorwiegend Immergrüne, erfrieren jedoch nicht, sondern vertrocknen eher, weil der Topf durchgefroren ist und somit kein Wasser zur Verfügung steht. Es ist daher empfehlenswert die Gefäße in frostfreien Perioden ab und zu zugießen und mit Jute, Noppenfolie, Stroh oder anderen isolierenden Materialien einzubinden und vor Frost zu schützen. Ein anderes Problem ist, dass die Pflanzen im Winter zu nass stehen und Schaden nehmen, weil das Wasser nicht abfließen kann. Eine mindestens 5-10 cm hohe Drainageschicht aus Blähton, Steinen oder ähnlichem, sowie ein gutes Strukturstabiles Substrat und Anbringen von Topffüßchen unter den Töpfen verhindern das.
Topfgarten mal anders: Ein Topfgarten lässt sich auch mal anders und origineller gestalten. Dazu können nicht alltägliche Gefäße, zum Beispiel alte Wanderschuhe, bunt bemalte Dosen, alte Autoreifen, Koffer und weitere originelle Behältnisse mit Stauden bepflanzt und so zum nicht alltäglichen Hingucker werden.
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