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 - Die schwarze Wegameise im Detail, Foto: J.B. Nielsen,cc
Ameisen gehören zu den staatenbildenden Insekten, etwa 12.000 verschiedene Arten lassen sich unterscheiden. In Deutschland gehören die rote Waldameise, die schwarze Wegameise (Lasius niger) und die gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) zu den bekanntesten vorkommenden Ameisenarten.  - Ameisen und Blattläuse, Foto: LWK NRW
Die Ameisen sind Allesfresser, d.h. dass sie nicht nur andere Insekten wie Raupen und Fliegen verspeisen, sondern auch Pflanzenteile wie Samen, Pollen und Früchte. Manche Arten, wie die schwarze Wegameise pflegen sogar eine Symbiose mit anderen Schädlingen: diese Ameisen ernähren sich von den "süßen" Ausscheidungen der Schild- und Blattläuse - dem Honigtau. Die Wegameise beschützt daher die Blattläuse gerne gegen ihre natürliche Feinde wie beispielsweise die Marienkäfer.
Deshalb gilt hier: wer die Ameisen bekämpfen will, sollte zunächst die Blattläuse los werden.
Die Freßlust der Ameisen auf alles Süße lässt sich bei der Bekämpfung sehr hilfreich einsetzen. Ameisen siedeln sich gerne im Garten unter Weg- oder Terrassenplatten an. Auf der Suche nach Nahrung ist dann der Weg ins Haus nicht mehr weit. Nester auf der Terrasse kann man am schnellsten durch Abgießen mit heißem Wasser beseitigen. Nisten sich die Ameisen im Haus ein, ist es oft schwierig das Nest aufindig zu machen und zu entfernen. Hier kann folgender Trick helfen: Einen umgestürzten Blumentopf, gefüllt mit Erde, Holzwolle und zerknülltem Zeitungspapier, als Nisthilfe an die „Ameisenstraße“ stellen. Nach einiger Wartezeit ziehen die Ameisen in den Topf. Dann eine Schaufel unter den Topf schieben und das Ameisenvolk umsiedeln.
Achtung: Nicht zu nah am Urprungsort abstellen, denn Ameisen finden auf 10-20 Meter Entfernung zu ihrem Ursprungsnest zurück! Da die Tiere durch undichte Stellen, beispielsweise in der Dämmung, von außen ins Haus gelangen, heißt es unbedingt diese zu verschließen. Ansonsten besetzen trotz Umsiedlung immer wieder neue Völker die günstige Nistgelegenheit. Helfen diese einfachen Maßnahmen nicht die Ameisen zu entfernen, kann auf die chemische Bekämpfung zurückgegriffen werden.
Es gibt unterschiedliche Sprüh-, Nebel- und Stäubemittel mit verschiedenen Wirkstoffen, die auf Nester und Ameisenstraßen aufgebracht werden. Hierbei werden jedoch lediglich die Arbeitstiere erreicht und getötet. Nachhaltiger wirken richtig eingesetzte Ameisenköder. Die Ködermittel werden von den Arbeitstieren in das Nest gebracht und tilgen damit auch die Königin und entsprechende Larven. Zunächst sollte mit einer Zuckerlösung angeködert werden. Wird der angenommene Köder regelmäßig angesteuert, wird das Futter gegen einen Giftköder ausgetauscht. Weg- und Wiesenameisen bauen ihre Nester gerne im Rasen oder Beeten. Hier lassen sich die ungebetenen Gäste schnell durch einfaches Harken vertreiben. Darüber hinaus sind Ameisen geruchsempfindlich. Ameisenmittel mit ätherische Ölen können das Ameisenvolk in Haus und entsprechende Kräuterpflanzen im Garten verscheuchen.
Zu den natürlichen Feinden der Ameisen gehört unter anderem der Ameisenlöwe. Die so bezeichneten Larven der Ameisenjungfern bauen auf Sandböden Trichterförmige Fallen, in denen sie am Grund eingegraben auf kleinere Insekten warten, die in die Trichter hineinfallen. Der Ameisenlöwe, der zum "Insekt des Jahres" 2010 ernannt wurde, kommt in Mitteleuropa nur noch selten vor. Gerade im Garten zählen Ameisen aber auch zu den Nützlingen: sie vertilgen Insekteneier von Möhrenfliegen, Schnecken und kleineren Raupen, beseitigen tote Tiere und abgestorbene Pflanzenteile. Durch ihre unterirdischen Aktivitäten lockern die Ameisen den Boden auf und bereiten ihn so für weitere Nützlinge wie den Regenwurm vor. Außerdem verteilen die Wegameisen als Samensammler die Samen von Bodennah wachsenden Kräuterpflanzen wie Bärlauch. Und auf dem Komposthaufen angesiedelt, sind die Ameisen eine willkommene Hilfe bei der Kompostbereitung. Es wird viel darüber diskutiert, ob Ameisen nützlich oder schädlich sind. Als Allesfresser beseitigen sie im Garten beispielsweise tote Tiere und abgestorbene Pflanzenteile und sind somit durchaus nützlich. Andererseits pflegen sie Blattläuse, deren Honigtau-Ausscheidungen für Ameisen ein unwiderstehliches Nahrungsmittel sind. Da sie die natürlichen Feinde der Blattläuse aggressiv von den Blattlauskolonien vertreiben und die Kolonien sich dadurch stark vergrößern können, muss man zeitweilig mit geeigneten Mitteln eingreifen, meint die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.
Im Hausgarten ist oft die Gelbe Wegameise oder Wiesenameise zu finden. Sie nistet häufig in Rasenflächen. Diese zwei bis vier Millimeter großen Ameisen legen unterirdische Bauten an, die an der Bodenoberfläche durch maulwurfartige Erdhügel zu erkennen sind. Diese sind teilweise von Gräsern und Kräutern durchwachsen. Die Gelbe Wegameise ernährt sich hauptsächlich vom zuckerhaltigen Honigtau der Wurzelläuse.
Die Vorliebe für Süßigkeiten kann der Hobbygärtner bei der Bekämpfung einkalkulieren. In der Nähe der Bauten werden Gläser mit Honigresten, Zuckersirup oder Marmelade aufgestellt, damit die Ameisen abgefangen werden. Wenn die Tiere auf dem Kompost aussetzt werden, können sie bei der Kompostbereitung sehr behilflich sein.
Ameisen können mit Wermutjauche vertrieben werden, die in die Bauten gegossen wird. Dazu 300 Gramm frisches oder 30 Gramm getrocknetes Kraut in zehn Liter Wasser etwa 14 Tage vergären lassen. Außerdem mögen Ameisen den Geruch von Aromapflanzen nicht, den mediterrane Kräuter, zum Beispiel Lavendel, Thymian oder Majoran, verbreiten (s.a. Duftpflanzen). Der Hobbygärtner kann diese Kräuter im Garten auspflanzen oder auch Pflanzenteile auslegen, um die Ameisen zu vertreiben.
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