|
 - Holzwurm in der Vergrößerung (Quelle: Wikipedia Foto: Siga)
Er frisst alles – zumindest jede Holzart. Und der Holzwurm, auch als Nagekäfer bekannt, hat zumeist großen Hunger. Möbel und Balken können bald keine Lasten mehr tragen, wenn der Holzwurm einmal begonnen hat, Löcher durch das Holz zu fressen. Deshalb heißt es: Ein Holzwurm, bzw. auch Hausbock und Splintholzkäfer (die ebenso zu dieser Gruppe gehören), muss so schnell es nur geht bekämpft werden. Sonst kann der Schaden sehr groß ausfallen. Meistens fällt der Holzwurm durch Löcher mit 1 bis 2 mm Durchmesser auf, aus denen Bohrmehl quillt. Dies ist vor allem ein Zeichen dafür, dass die Larven darin noch tätig sind.
Zumeist findet man den Nagekäfer bevorzugt in Kellern, Dachböden, Kirchen, Brennholzlagern und leerstehenden Gebäuden. Denn diese sind im Gegensatz zu Wohnräumen nicht beheizt. In Wohnräumen ist dem Holzwurm das Holz schlichtweg zu trocken, weil die Holzfeuchte zumeist nur zwischen 8 – 10 Prozent liegt. Sollte der Holzwurm dennoch in Wohnräumen auftauchen, wurde das Holz zu oft angefeuchtet, z.B. durch Wischen.
Dabei verweilen Holzwürmer gerne an einem Ort. Dort, wo sie aufgewachsen sind, legen sie auch ihre Larven ab und lassen sie dort schlüpfen. Sollten Sie also einmal mit Holzwurmbefall zu tun haben, achten Sie darauf, dass Sie den Holzwurm gründlich bekämpfen. Sonst haben Sie nach zwei bis vier Jahren erneut dasselbe Problem. Solange benötigen die Larven in der Regel, um zu schlüpfen. Wer einen Holzwurm also tatsächlich vernichten will, der muss vor allem dessen Larven loswerden.  - Larve eines Holzwurms (Quelle: Wikipedia Foto: Kai-Martin Knaak)
Bevor man den Nagekäfer allerdings bekämpfen kann, muss man zunächst wissen, wie dieser überhaupt aussieht. Denn ein Holzwurm ist dem Brotkäfer sehr ähnlich. Zumeist wird der Nagekäfer 3 bis 5 mm lang, hat eine dunkelbraune Farbe und einen ovalen Umriß. Sein Kopf wird von einem Halsschild geschützt. Drei leicht vergrößerte Endglieder stellen die Antennen dar. Die Larven des Holzwurms sind stark gekrümmt, besitzen jedoch starke Kieferzangen, mit denen sie das Holz auffressen. Jedes Weibchen legt ca. 20 bis 30 Eier in einen Holzriss ab. Deren Larven schlüpfen nach 3 Wochen, bohren sich in das Holz ein und entwickeln sich darin bis zu 4 Jahre. Sobald die Larve ausgewachsen ist, verpuppt sie sich und der ausgewachsene Käfer verlässt das Holz.  - Von Holzwürmern durchlöchertes Holz (Quelle: Wikipedia Foto: Kai-Martin Knaak)
Besonders Splintholz ist beim Nagekäfer beliebt. Farbiges Kernholz von Kiefer, Lärche, Douglasie und Eiche wird dagegen nur bei nachhaltigem Befall angegriffen.
Die Holzwürmer bearbeiten dabei über Jahre hinweg das gleiche Stück Holz, bis sie es geradezu aufgelöst haben.
Besonders Frühholz ist anfällig für Nagekäfer. Damit sind die hellen Bereiche in den Jahresringen gemeint, die sich zumeist im Frühjahr bilden. Das festere Spätholz hingegen wird verschont. Doch genau dadurch entsteht eine Lamellenstruktur im Holz und es verliert seine Festigkeit.
Weiterhin befallen Holzwürmer nur totes und verbautes Holz. Lebendes oder sehr frisches Holz meiden sie hingegen. Allerdings spielt das Alter des Holzes für den Befall keine Rolle. Ob ein jahrhunderte alter Dachstuhl oder eine erst wenige Jahre alte Gartenbank ist dem Holzwurm unwichtig. Hauptsache er kann sich in totem und feuchtem Holz niederlassen. Leute mit Bankirai bzw. Bangkirai Holzfußboden machen sich gelegentlich Sorgen, dass ihr Holz von Holzwürmern befallen sei. Dies hängt damit zusammen, dass Bankirai häufig sogenannte Pinholes aufweist. Das sind Wurmlöcher, die durch den Ambrosiakäfer entstehen, der am lebenden oder frisch gefällten Baum aktiv ist. Doch im Schnittholz stellt er keine Gefahr mehr dar. Deshalb werden im Handel die kleinen Löcher als üblich angesehen und sind kein Holzfehler.
Wenn Sie mehr über Bangkirai erfahren möchten, lesen Sie unter Terrassenholz nach. Zunächst fallen die bereits erwähnten Löcher mit 1 bis 2 mm Durchmesser auf, die bei Holzwurmbefall vermehrt auftreten. Von der Anzahl dieser Löcher kann man zumeist auch auf die innere Zerstörung des Holzes schließen.
Weiterhin treten auf, wie z.B. der blaue Fellkäfer oder auch der Hausbuntkäfer. Doch während die Larven des Holzwurms in ihren Löchern verweilen, kommen die Larven der anderen Parasiten öfter ans Tageslicht und fallen dadurch schneller auf.
Zudem ist der Ausstoß von Bohrmehl besonders auffällig. Je mehr Bohrmehl Sie vorfinden, desto größer ist auch der Befall durch den Holzwurm. Zunächst hängt die Methode der Bekämpfung der Holzwürmer auch ein wenig von deren Auftreten ab. Sollten Sie mit einer großen Anzahl von Holzwürmer zu tun haben, ist es zumeist besser, wenn Sie entweder mit chemischen Mitteln, wie dem Holzwurm Spray, arbeiten – dabei bitte strikt alle Sicherheitshinweise des verwendeten Mittels beachten – oder Sie wenden sich an einen professionellen Kammerjäger.
Sollte hingegen nur ein kleiner Bereich des Holzes oder auch nur ein Möbelstück befallen sein, können Sie folgende natürliche Methoden ausprobieren, ohne, dass Sie chemische Hilfsmittel benötigen. - Holzwürmer können nur in Holz überleben, dass auch entsprechend feucht ist. Sollten Sie also z.B. ein altes befallenes Möbelstück haben, welches Sie retten und von den Holzwürmern befreien möchten, stellen Sie das Möbel in einen zentralbeheizten Raum. Aufgrund der zunehmenden Austrocknung des Holzes werden die Larven absterben. Dabei brauchen Sie keine Angst zu haben, dass andere Holzteile im Raum befallen werden, weil diese bereits genügend ausgetrocknet sind.
- Weiterhin reagieren Holzwürmer sehr stark auf Hitze. Zumeist reichen 55 Grad Celsius aus, um die Holzwürmer vernichten zu können. Dies hat mit deren Eiweißkern zu tun. Dadurch, dass Holzwürmer aus zu einem großen Teil aus Eiweiß bestehen, können Sie dieses durch Hitze zersetzen und somit den Holzwurm vernichten. Nehmen Sie deshalb das entsprechende Stück Holz und legen es z.B. in den Backofen oder die Sauna und lassen es dort bis zu einer Stunde bei genannter Temperatur ruhen.
- Handelt es sich um kein „mobiles“ Stück Holz, sondern um einen festen Balken, können Sie folgenden Trick versuchen: Holzwürmer lieben Eicheln. Legen Sie deshalb ein paar Eicheln in die Nähe der befallenen Stelle. Die Holzwürmer werden von dem Geruch magisch angezogen. Sobald es die Würmer aus den Löchern gezogen hat, können Sie sie vernichten.
- Eine weitere Variante ist das Borsalz gegen Holzwürmer. Es wirkt in ausreichender Dosierung ebenso vorbeugend wie bekämpfend gegen Holzwürmer. Doch da das http://www.fachwerk.de/sitemap/Salz.htmlSalz nicht weit in den Holzquerschnitt eindringt, dadurch er relativ spät, genauer erst beim Ausfliegen der Vollinsekten, aufgenommen wird, können noch Insekten ausfliegen und bereits vorhandene Larven eine Zeit lang weiterfressen. Doch bei dauerhafter Behandlung mit Borsalz sollte der Holzwurm vollständig vernichtet werden.
An dieser Stelle nochmals der Hinweis, dass es vor allem die Larven sind, die vernichtet werden sollten. Während man ausgewachsene Holzwürmer relativ leicht vernichten kann, sind es auf Dauer die Larven, die Ärger bereiten. Kontrollieren Sie also genau, ob Sie die Holzwürmer tatsächlich rückstandslos bekämpft haben, damit Sie wenige Jahre später nicht von vorne beginnen müssen.  Besonders weil es dem Holzwurm auf die Feuchte des Holzes ankommt, sorgen Sie dafür, dass gelagertes Holz gut trocknen kann bzw. trocken liegt. Holz sollte im Freien also nie direkt auf dem Boden aufliegen, weil die Bodenfeuchte die Trocknung ansonsten verhindert und das Holz sogar weiter durchfeuchtet. Zudem legen Sie Holz am besten immer unter eine Plane, um es vor Regen zu schützen.
Bei Holz im Außenbereich können Sie mit wetterschützenden Mitteln arbeiten, die Sie wie eine Glasur auf das Holz auftragen. Diese enthalten zumeist zwar keine Wirkstoffe gegen die Insekten selbst, sind aber wasserabweisend und lichtschützend, wodurch das Holz nicht zu sehr anfeuchten kann.
Eine Ausnahme bildet der Holzwurmtod von Westfalia. Dieser Holzwurmtod ist eine Holzglasur, die Sie auf das Holz streichen müssen. Es beinhaltet einen Wirkstoff gegen Holzwürmer, wodurch diese erst gar nicht auftreten können. Für 2,5 l zahlen Sie lediglich 15,99 €.
Im Innenbereich wiederum sollten Sie nur Mittel verwenden, die mit dem blauen Engel gekennzeichnet sind, weil Sie ansonsten Ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen.
Da Sie in Wohnräumen in der Regel aufgrund des trockenen Holzes vor Holzwürmern geschützt sind, können sich Ihre Kontrollen auf den Dachstuhl und ähnliches konzentrieren. Überprüfen Sie dort gelegentlich, ob Feuchtigkeit in das Holz dringt.
Und sobald Sie erste Anzeichen für einen Holzwurmbefall feststellen, sollten Sie mit der Holzwurm Bekämpfung beginnen. Wenn Sie sich für das Thema Holzschädlinge interessieren, haben Sie vielleicht auch Interesse an folgenden Themen:
Oder gelangen Sie zurück zur Übersicht:
|
|