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Holz ist der wichtigste und verbreitetetste Baustoff aus der Pflanzenwelt. Er ist ein nachwachsender Rohstoff, der auch in unserem Heimatland geerntet wird. Der Transport vom Wald zur Verarbeitung bzw. Verkaufsstelle und Baustelle kann sehr kurz gehalten werden. Wir sollten daher, wenn möglich, nur heimische Hölzer verwenden. Die Eigenschaften der verschiedenen Holzarten unterscheiden sich beträchtlich. Folgendes gilt allerdings für fast alle Hölzer: - sie sind im Verhältnis zum Gewicht sehr stabil und elastisch,
- sie sind bei Temperatur-Schwankungen sehr formstabil,
- sie dämmen und speichern Wärme gleichermaßen,
- sie gleichen kurzfristige Feuchtigkeitsschwankungen aus,
- sie passen sich der Luftfeuchtigkeit ihrer Umgebung an,
- sie reagieren empfindlich auf Feuchtigkeitsschwankungen, sie quellen bei Wasseraufnahme und schwinden beim Trocknen. In Extremfällen kommt es zu Schwindrissen, die sich nie mehr ganz schließen,
- sie erhöhen als einziger Baustoff nicht die natürliche Radioaktivität.
Durch Zerkleinern der alten Hölzer ist eine teilweise Wiederverwertung von Holzteilen möglich. Holz ist ein lebendiger Baustoff, der durch sein vielfältiges Aussehen, seinen Geruch und seine angenehme Oberfläche eine positive Ausstrahlung auf seine Umgebung hat.
Bei der Holzbauweise sind wir vor das Problem gestellt, dass Holz verwittert, altert und von Schadinsekten (z. B. Holzwurm (Pochkäfer), Holzwespen) oder Pilzen befallen werden kann. Feuchtes Holz ist ein idealer Nährboden für Pilze, die sich gut entwickeln können, wenn die nötige Wärme hinzukommt. Die Larven der Holzwespen fühlen sich am wohlsten, wenn das Holz frisch und saftig ist und die Temperatur bei 25 Grad liegt.
Ausgehend von der Definition des Holzschutzes - es sind alle Maßnahmen, die die natürliche Verwitterung und die Zerstörung durch Pilze oder Schadinsekten verhindern, um dadurch eine lange Lebensdauer zu erreichen - kann unser Ziel, das Holz zu schützen, durch nachfolgende, umweltverträgliche Maßnahmen erreicht werden. Im Nachfolgenden einige Resistenzklassen verschiedener Holzarten, anhand derer wir uns beim Kauf des Holzes orientieren können:
Nadelhölzer Laubhölzer Fichte: 4 Ahorn: 5 (= nicht resistent) Kiefer: 3 - 4 Birke: 5 Douglasie: 3 Eiche: 2 Tanne: 4 Robinie: 1 (= sehr resistent) Lärche: 3 Teak *: 1
* Ausländische (tropische) Hölzer sind für unsere Zwecke nicht erforderlich! Unter konstruktivem Holzschutz versteht man alle baulichen Maßnahmen, die dazu beitragen, auf den chemischen Holzschutz zu verzichten, d. h. - möglichst hartes Holz verwenden (z. B. Douglasie, Lärche, Eiche, Robinie, u. U. Kiefer),
- Winterholz ist ideal, da es im Januar geschlagen wurde, in einer Zeit, in der sich der Saft der Bäume zurückgezogen hat und somit das Holz von Natur aus resistenter gegen Schadinsekten ist (es ist aber auch teurer wegen des erhöhten Aufwandes beim Schlagen),
- das Holz muss im trockenen Zustand eingebaut werden (es soll nicht tagelang bei Regen auf der Baustelle liegen),
- es darf nicht direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden, da dadurch Oberflächentemperaturen bis zu 80 Grad entstehen können und es somit zur Rissbildung kommt,
- möglichst großen Dachüberstand (sofern dies im Bebauungsplan erlaubt ist) und eine schnellstmögliche Ableitung des Regenwassers.
Zum physikalischen Holzschutz gehören der optische Holzschutz, die Härtung der Oberfläche, die Verbesserung der Wasserableitung und die Veredelung. Diese Punkte sind durch nachfolgende Maßnahmen zu erreichen:
- atmungsaktive Wachse für Innenräume wählen,
- Lasuren = Anstriche, die keine deckenden Pigmente enthalten. Lasuren haben den Vorteil, dass sie vor einer Nachbehandlung nicht entfernt werden müssen, das Holz kann unter ihnen gut quellen und schwinden, die Poren bleiben offen.
- Lacke als Überzug für Holzoberflächen. Sie machen das Holz widerstandsfähig gegen mechanische Einflüsse. Zu beachten ist bei ihnen, dass es wasserlösliche Acryllacke sein müssen, da diese beim Trocknen anstelle eines Lösungsmittels Wasser abgeben. Auch die Lacke mit dem blauen Umweltengel enthalten immer noch Lösungsmittel, wenn auch in reduzierter Menge. Mittlerweile gibt es ein reichhaltiges Sortiment von Bioprodukten auf dem Markt.
Beachten wir beim Bauen diese Punkte, dann ist der chemische Holzschutz in unseren Breiten nahezu unnötig! Will man jedoch nicht auf ihn verzichten, sollte man nur holzteerhaltige Mittel verwenden. Mit Holzteer erreicht man den besten Schutz, der sich ohne Gefahr für Gesundheit und Umwelt mit dem Pinsel erreichen läßt. Holzteer entsteht, wenn Holz erhitzt wird und die ausgedampften Stoffe beim Abkühlen flüssig werden. Achtung - es ist darauf zu achten, dass nur Produkte verwendet werden, die kein PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) enthalten. Von chemischen Holzschutzmitteln mit folgenden Inhaltsstoffen (sie sind in der Regel auf den Packungen deklariert) ist aus dem Vorsorgeprinzip heraus Abstand zu halten, da es zumindest widersprüchliche Untersuchungen bezüglich ihrer möglichen schädlichen Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt gibt:
- PCP - haltige Mittel,
- Lindan - haltige Mittel,
- Endosulfan - haltige Mittel,
- Karbolineum - haltige Mittel.
Der beste Holzschutz liegt bei der richtigen Auswahl des Holzes und beim konstruktiven Holzschutz. Dass dies die beste Lösung ist, beweisen die typischen Schwarzwaldhäuser, die mit überstehenden Dächern die Fassaden und Holzbalken vor Regen und somit das Holz jahrzehntelang vor Verwitterung schützen. Die Laube
- Meibohm, K., "Die Ökolaube", Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Berlin, 1992.
- Kur, F., "Bauen und Wohnen mit Naturbaustoffen", Compact Verlag, München, 1990.
Herausgeber: Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. Steinerstraße 52, 53225 Bonn Telefon: 0228 / 47 30-36 /-37 Telefax: 0228 / 47 63-79 Text: Wolfgang Braunagel
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