Das Grillvergnügen kann schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn Kleinkinder flüssige Grillanzünder mit Getränken verwechseln und davon trinken. Schon kleinste Mengen dieser paraffinhaltigen Öle können beim Verschlucken in die Lunge kriechen und dort schwere chemische Entzündungen auslösen. Darauf wies das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin. Bei der dortigen Erfassungsstelle für Vergiftungen wurden in den vergangenen fünf Jahren 38 Unfälle mit flüssigen Grillanzündern gemeldet. In 35 Fällen waren Kleinkinder betroffen. Flüssige Grillanzünder gehören nicht in die Reichweite von Kindern. Das BfR rät Eltern, auf feste Grillanzünder in Würfel- oder Riegelform auszuweichen.
Deshalb sollten Sie die Garten- und Grillsaison mit einem Chemikalien-Check im Haushalt eröffnen. Öle auf Paraffin- und Petroleumbasis sollten ausrangiert, auf jeden Fall aber kindersicher aufbewahrt und deutlich als giftige Chemikalien gekennzeichnet werden. Speziell für Öllampen oder Gartenfackeln sind im Handel weniger gefährliche Ersatzstoffe, zum Beispiel auf Rapsölbasis, erhältlich.
Hat ein Kind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auch noch so kleine Mengen an flüssigem Grillanzünder, Gartenfackel- oder Lampenöl getrunken, gelten folgende Regeln:
- Kein Erbrechen auslösen!
Erbrochenes, und damit das Öl, kann in die Lungen eindringen.
- Sofort mit einem Giftinformationszentrum in Verbindung setzen!
Selbst bei den kleinsten Symptomen, wie unmittelbarem, anhaltendem Husten muss das Kind bei einem Arzt oder in einer Klinik vorgestellt werden. Das betreffende Produkt möglichst in der Originalverpackung mitnehmen, damit der behandelnde Arzt konkrete Produkthinweise an ein Giftinformationszentrum gegeben kann. Je mehr Informationen vorliegen, desto gezielter kann geholfen werden.
Eine Gesundheitsgefährdung geht auch vom krebserregenden Benzo(a)pyren, einem aromatischen Kohlenwasserstoff, aus. Es entsteht vorwiegend beim Grillen auf Holzkohle, aber nicht durch die Holzkohle selbst, sondern durch herabtropfendes Fett, das sich in der Glut zersetzt. Durch den Rauch schlagen sich die Stoffe dann auf dem Grillgut nieder. Fettes Fleisch wird daher in der Regel stärker mit Benzo(a)pyren und anderen Zersetzungsprodukten behaftet sein als mageres.
Dies lässt sich durch die Verwendung von Grills mit senkrecht gestelltem Glutbett verhindern. Bei Gas- bzw. Elektrogrills wird wesentlich weniger Benzo(a)pyren freigesetzt.
Aus Gründen des Umweltschutzes sollten Sie
- Rauchentwicklung vermeiden,
- keine Grillkohle aus Tropenholz verwenden,
- abfallarm Einkaufen (keine in Kunststoff eingeschweißte Ware, keine Dosengetränke).
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