1908 gründete der Berliner Blumenladenbesitzer Max Hübner eine "Blumenspenden-Vermittlungsvereinigung". Die Idee war, ein überregionales Netzwerk für die Verbreitung von Blumen zu besonderen Anlässen durch örtliche Blumengeschäfte zu schaffen. So konnten jetzt auch, beispielsweise zu famliären Anlässen, Blumengrüße aus weiter Ferne übermittelt werden. Für die Blumengeschäfte brachte dies eine Ausweitung ihres Auftragsvolumens - eine klassische "Win-Win-Situation".
Schnell fanden sich in den USA und in Großbritannien Nachahmer für das Vertriebssystem - zunächst als Konkurrenz zu der ab 1927 in ganz Europa operierenden deutschen "Fleurop-Interflora". 1949 fand man sich dann weltweit unter einem Dach zusammen: Seit 1949 werden, so der heutige Stand, in 150 Ländern von 58.000 Floristen jährlich 25 Millionen Aufträge durch die Interflora, Inc. abgearbeitet - ein "Global Player" der ersten Stunde.
Doch ist Fleurop nicht nur der älteste, sondern auch der beste und günstigste
Blumenversender auf dem deutschen Markt? Wir machen den Test.
- Blumensträuße und Arrangements
- Geschenkideen (z.B. Swarowski-Herz an Blumenstrauß)
- zusätzlich können Musical-Karten zu einzelnen Sträußen gebucht werden
- Online-Kalender für Geburtstage und Termine
- kostenlose Grußkarten
- Zweiter Zustellungsversuch: Trifft der Bote den Kunden nicht an, kommt er ein zweites Mal
"Fleurop deluxe":
Der Premiumdienst von Fleurop. Exklusive Sträuße zu exklusiven Preisen, zusammengestellt von einem "Floral Designer" werden kombiniert mit Angeboten zu Champangner, Schmuck und anderen luxuriösen Artikeln. Highlight des Angebotes ist das 645 € teure, 65 cm breite Herz aus langstieligen Rosen mit dem beziehungsreichen Namen "Deep Love" - definitiv die preisliche Obergrenze des deutschen Online-Blumenmarktes.
Bestellen
- Bestellt werden können Blumen via fleurop.de
- Kostenpflichtige Bestell-Hotline 0180/353 87 67 (9 Cent/Min., Festnetz)
- persönlich im Fleurop-Partner-Blumengeschäft
- gegen Zusatzgebühren können Sträuße auch vergrößert werden
Bezahlen
- Kreditkarten (VISA, Mastercard, American Express)
- EC-Lastschrift für deutsche Kunden
Nicht möglich:
- Lieferkosten: 6,00 € (auch im Fleurop-Deluxe Segment)
- Die Lieferzeiten variieren nach den Öffnungszeiten des örtlichen Fleurop-Partnerfloristen
- Bei Bestellungen bis 14 Uhr und gegen eine Gebühr von 2,50 € wird am selben Tag geliefert
- Samstagbestellungen werden bis 10 Uhr am selben Tag geliefert
- Lieferungen sind auch Sonntags möglich
Man ist in den Händen von Profis - dies merkt man bei Fleurop sofort. Auch die Sträuße des niedrigeren Preissegments werden durchweg frisch geliefert, halten sich bis zu einer Woche kommen pünktlich an.
Die Unterstützung durch die örtlichen Floristen macht sich bezahlt: Dort kennt man den Geschmack der Kunden und fügt den Sträußen manchmal individuelle Extras hinzu. Für den Blumenhändler ist jeder Fleurop-Strauß auch eine Visitenkarte: Vielleicht schaut der mit Blumen Beschenkte ja auch einmal persönlich vorbei.
Die Preise sind allerdings im allgemeinen etwas hoch: Für einen einfachen Blumenstrauß über 20 € - das können andere billiger und nicht einmal schlechter bereitstellen. Die Traditionsmarke "Fleurop" wird eben auch ein Stück weit mitbezahlt.
Übersichtlichkeit kennzeichnet den Online-Auftritt von fleurop.de. Vor sanften Pastelltönen wird, begleitet von ob der Blumengrüße verzückt lächelnder Models, die Angebotspalette präsentiert.
Direkt auf der Startseite finden sich drei Sträuße im Preisbereich von etwa 20 bis 30 Euro; es wird auf den weltweit möglichen Versand hingewiesen sowie auf den Premium-Bereich "Fleurop deluxe".
Die Sträuße sind mit Namen wie "Die besten Wünsche", "Alles Liebe zum Geburtstag" oder, saisonal, "Herbstklopfen" versehen - somit bleiben keine Fragen hinsichtlich des Verwendungszweckes offen. Die Preisgestaltung erfolgt transparent; auf zuzügliche Versandkosten wird hingewiesen.
Eines kann man definitiv feststellen: Fleurop hat die Zielgruppe fest im Blick, das Layout dürfte Männer und junge Frauen eher weniger ansprechen. Die überwiegende Nutzung durch Geschäftskunden spiegelt sich jedoch im Seitenaufbau nicht wieder: Überwiegend sind die Angebote für den privaten Bereich gestaltet, können aber problemlos auch für Business-Anlässe verschickt werden.
Die "Fleurop-Deluxe"-Sparte hat klar Luxuskunden im Visier - zu Luxuspreisen. Für Privatkunden dürfte das Angebot eher uninteressant sein, dennoch liefert es einige interessante Anregungen zum Thema "Blumen und Design". Das angebotene Preissegment erstreckt sich von 100 € aufwärts - eher nichts für einen spontanen Blumengruß. Das Ambiente der Seite macht sehr auf "edel" - ob die Kunden dies honorieren oder eher mit einem Schmunzeln bedenken bleibt eine offene Frage.
Fleurop ist im Social-Media-Bereich breit aufgestellt:
- Twitter-Account von Fleurop Informationen rund um den Blumenversand in Echtzeit - regelmäßige Aktualisierungen und derzeit 413 Follower
- Facebook: Fleurop ist gleich zweimal vertreten. Einmal mit einer konventionellen Fanpage (siehe unten), zum anderen mit einem "virtuellen Blumengruß"-Plugin namens "Fleurop ID" mit dem sich Sträuße direkt aus Facebook heraus bestellen lassen. Das Plugin wirkt allerdings auf den ersten Blick noch nicht völlig ausgereift.
- Das Youtube-Angebot sieht eher mager aus: 6 Videos und 5 Follower lassen noch keine riesigen Ambitionen erkennen. Interessanterweise sind die aktuellen Fleurop-TV-Spots nicht im YouTube-Angebot enthalten. Die sonstigen Videos wirken auch nicht sehr professionell - hier ist noch Luft nach oben.
Fliegende Blütenblätter von mir zu Dir: Die Fleurop-Werbung ist technisch aufwändig und gut gemacht, aber alles in allem ein bißchen konservativ. Die voll auf Romantik setzende Botschaft des Werbevideos will vor allem die Freude übermitteln, die ein Blumengruß bietet - der Informationsgehalt tendiert gegen null.
Fleurop ist allerdings ein Markenartikel an sich; dies macht weitere Erklärungen überflüssig. Welche Produkte das Unternehmen vertreibt, ergibt sich aus dem Namen. Dennoch könnten, um eine jüngere oder E-Commerce-erfahrenere Zielgruppe anzusprechen, etwas Pep und Informationsgehalt nicht schaden. Der moderne Konsument informiert sich gern darüber, was er für sein Geld bekommen kann - hier besteht noch klar Nachholbedarf.
In der Presse ist man sich einig: Fleurop ist der beste Blumenversender. Es ist allerdings ein wenig auffällig, dass der Testsieger Fleurop zweimal von Publikationen der gleichen Zeitschriftenfamilie ermittelt wurde.
Computerbild (Testsieger, 2007)
Bild am Sonntag (Testsieger, 2009):
- Zitat: "Floristisch am individuellsten gestaltet, reichlich Beiwerk, ausgesuchte Qualität, Blumen haben richtigen Reifegrad." [...] "Testergebnis: Sehr gut"
In einem Spezialtest der Stiftung Warentest zum Thema "Schnittrosenversand" kam Fleurop ebenfalls auf den ersten Platz:
- Zitat:"Fleurop ist teuer, aber gut"
blumenversand.ratgeber.de verwies Fleurop zusammen mit Floraprima hingegen nur auf den zweiten Platz: Abstriche gemacht wurden hier in punkto Auswahl und Preisgestaltung.
pro:
- Erfahrung am Markt
- Markenartikel "Fleurop"
- übersichtlicher Online-Auftritt
- professionell
- gute Testurteile
- Qualität und Frische durch den Blumenhändler vor Ort
- gute und schnelle Lieferungen
contra:
- Wiederum der Blumenhändler vor Ort: Man weiß nicht, was man kriegt
- Preisgestaltung
- etwas biederer Online-Auftritt
- konvervative Werbung
Fazit:
Wer bei Fleurop kauft, kauft bei einer Institution. Dies muss man freilich auch bezahlen können. Dafür bekommt man allerdings ausgezeichnete Qualität und stärkt seinen lokalen Blumenhändler. Wenn es um Qualität geht und der Preis nicht alles ist: Daumen hoch für Fleurop!
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