Hochdruckreiniger sind unschlagbar: Wie kein anderes Reinigungsgerät lösen sie mit Wasserdruck, Hitze und Reinigungsmitteln selbst hartnäckigste Verschmutzungen im Außen- und Innenbereich. Der Markt für Hochdruckreiniger ist heutzutage groß und unübersichtlich. Es wird stets viel Druck und Leistung versprochen, kommt diese aber wirklich an der Düse an? Wir untersuchen neun Hochdruckreiniger hinsichtlich Leistung, Qualität und Reinigungswirkung.
Alles begann bei der US-Army: 1945 brachten die US-Soldaten eine neue Reinigungsmethode für schlammverkrustete Jeeps und Panzer mit nach Deutschland – den Hochdruckreiniger. Mit der Wartung dieser damals noch großen, schweren und ausschließlich benzinbetriebenen Geräte wurde die in Winnenden/BW ansässige Firma Alfred Kärcher beauftragt – der Ideentransfer fruchtete schnell: 1950 erschien der erste deutsche Hochdruckreiniger Kärcher DS 350.
Was anfangs als reines Industriegerät vermarktet wurde, setzte sich ab Mitte der 80er Jahre schnell auch in Privathaushalten durch. Heutzutage gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Hersteller von Hochdruckreinigern – nicht alle sind gelb, aber sie funktionieren alle nach demselben Prinzip.
Im Handel werden drei Klassen von Hochdruckreinigern unterschieden:
- Einstiegsklasse: Drücke von 80 - 100 bar
- Mittelklasse: 150 - 200 bar
- Höchstdruckklasse: über 1000 bar
In einem Hochdruckreiniger warmes oder kaltes Wasser durch eine Kolbenpumpe auf Hochdruck gebracht und tritt, mit Reinigungsmitteln versetzt oder ohne, am Sprühkopf der Hochdrucklanze mit kraftvollem Druck aus. Dabei ist der am Sprühkopf entstehende Druck für die Reinigungswirkung entscheidend und ein wichtiges Qualitätskriterium – neben Verarbeitung, Dichtigkeit und Förderleistung.
| Durchfluss | Druck | Leistung | Preis |
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Bosch Aquatak Clic 135
| 450 l/h | 135 bar | 2,1 kW | 369,21 € |
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Kärcher K2.38M
| 360 l/h | 110 bar | 1,4 kW | 109,99 € |
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Kränzle 1151T
| 600 l/h | 130 bar | 2,8 kW | 565,00 € |
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Makita HW 101
| 360 l/h | 100 bar | 1,3 kW | 62,90 € |
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Einhell BT-HP 160
| 360 l/h | 160 bar | 2,0 kW | 91,73 € |
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Nilfisk C120.3-6-PC
| ~400 l/h | 120 bar | 1,65 kW | 124,28 € |
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Brixton Tristar HR-5556
| 300 l/h | 70 bar | 1,5 kW | 49,99 € |
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Mannesmann 12986
| 360 l/h | 120 bar | 1,75 kW | 119,00 € |
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Benzin-HDR Lavor
| 540 l/h | 160 bar | ~4,5 kW | 459,00 € |
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Nicht ganz billig: Boschs Aquatak Clic 135 ist gut verarbeitet, funktioniert und hat ein überzeugendes Zubehörangebot. Allerdings werfen die nicht unbedingt herausragenden Eckdaten des Geräts die Frage auf, was den im Vergleich zur Konkurrenz, insbesondere der Gelben aus Winnenden, deutlich höheren Preis ausmacht. Wie so oft bei Bosch sind es zweifelsohne die gute Verarbeitung und die guten Ideen am Gerät; so lässt sich der Hochdruckreiniger im liegenden Zustand per Fußschalter wie ein Staubsauger bedienen. Auch ist das Gerät vergleichsweise kompakt und bietet mit seinem 2,1 kW-Motor viel Leistung, die auch an der Düse ankommt - dies ist nicht selbstverständlich. Auch nicht ein stabiler Schlauch von neun Metern Länge, der sich automatisch ins Gerät zurückzieht.
Alles in allem: Qualität hat ihren Preis. An diesem Gerät werden Sie lange Freude haben.
Der sprichwörtliche Klassiker: Nicht nur in Deutschland sagt man zu hochdruckreinigen auch "kärchern", wie unter anderem auch Nicolas Sarkozy einmal in umstrittener Weise demonstrierte. In unserem Test trat Einsteigermodell K2.38M gegen die anderen Testkandidaten an und zeigte, dass beim deutschen Marktführer auch für wenig mehr als 100 Euro viel zu erwarten ist.
Das Gerät ist gut verarbeitet, kompakt und hat im Vergleich der Preisklasse ordentlich Druck. Der Zusatz von chemischen Reinigungsmitteln ist problemlos möglich, die Reinigungswirkung der Geräteklasse angemessen. Hervorzuheben ist, dass der Kärcher mit nur 1,4 kW Aufnahmeleistung 360 l/h und 110 bar Druck erreicht; dies macht ihn zum energieeffizientesten Gerät des Vergleichs. Das Zubehörangebot geht ebenfalls in Ordnung, lediglich eine Möglichkeit zum "Einklinken" der Hochdrucklanze am Gerät in Arbeitspausen wäre wünschenswert.
Zusammengefasst: Kärcher ist unter den Hochdruckreinigern auch heute noch eine Referenz – völlig zu recht.
Nicht billig, aber stark: Der Kränzle-Hochdruckreiniger K 1151 T ist mit über 500 Euro das teuerste Gerät in unserem Test, bringt dafür allerdings auch ordentlich Leistung. So sind 130 bar Arbeitsdruck zweifellos ein Wort, die Pumpe schafft dabei 600 l/h weg – dies gelingt nicht einmal dem getesteten Benzingerät.
Der Kränzle glänzt mit Hightech und hochwertigen Materialien: Keramikbeschichtete Pumpenteile, Messingaustrittsdüsen, "Vario-Jet-Sprühlanze"... klingt alles nicht schlecht, aber braucht man das wirklich? Vom Preis her definitiv ein semiprofessionelles Gerät ist der maximale Druck von 130 bar eher noch in der Einstiegsklasse zu verorten. Zugegeben: Der Sprühstrahl ist ausgezeichnet verteilt, der Druck an der Düse stimmt. Dennoch ist der Kränzle kein Schnäppchen. Wer ihn sich aber leisten kann, bekommt sicherlich einen Hochdruckreiniger fürs Leben.
pro:
- Verarbeitung
- Bedienung
- Design
- technische Ausstattung
contra:
- Preis
- recht wenig Druck für den hohen Preis
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Der Makita HW 101 überrascht: Erstens ist Makita eher für die Herstellung hochwertiger Elektrowerkzeuge zum Schrauben und Bohren bekannt, zweitens ist der Preis für ein Gerät des japanischen Herstellers vergleichsweise niedrig. Mit 100 bar Druck und 360 Litern Förderleistung pro Stunde erhält man hier das klassische Einstiegsgerät zum günstigen Preis, welches aber gut verarbeitet ist und sich im Praxistest durch einen gut bündelbaren und scharfen Strahl auszeichnet. Mit 1,3 kW ist das Gerät zudem der Stromsparkönig des Vergleichs.
Fazit: Gelegenheitsnutzer brauchen nicht unbedingt mehr – auf gewisse Komfortfunktionen muss freilich verzichtet werden.
Kraft pur: Wer sich für den Einhell entscheidet, erhält ein puristisches Kraftpaket ohne große Einstellmöglichkeiten und offene Fragen – bis auf die Lebensdauer. Unter Vollast lässt sich sogar Farbe mit dem Gerät entfernen. Negativ anzumerken ist allerdings die Tatsache, dass die angeblichen 160 Bar Druck nur unter Vollast erreicht werden, als Arbeitsdruck werden, sozusagen im Kleingedruckten, nur 90 Bar angegeben. Da nur ein Schalter am Gerät vorhanden ist, womit der Druck nicht geregelt werden kann, stellt sich die Frage, wie viel tatsächlich an der Düse ankommt.
Auch negativ aufgefallen ist der fehlende interne Reinigungsmitteltank. Hier wurde eine etwas provisorisch wirkende Lösung gewählt, bei der ein kleiner Tank vor die Druckdüse gesetzt wird. Positiv hingegen ist, dass der Einhell als einziges Gerät mit einer Warmwasser-Vorlauftemperatur von 60 °C betrieben werden kann. Ansonsten ist die Verarbeitung nicht überragend, aber solide.
Zusammengefasst: Ordentlich Druck für wenig Geld – mit gewissen Einschränkungen bei Bedienung und Verarbeitung muss man leben.
Was früher WAP war, ist heute Nilfisk: Der Hochdruckreiniger mit der etwas kryptischen Modellbezeichnung C120.3-6-PC ist ein ordentliches Gerät mit umfangreichem Zubehör und kleinen technischen Gimmicks. Dazu gehört beispielsweise die "Anti-Drill-Vorrichtung" für den Hochdruckschlauch; diese soll ein Verdrallen der Zuleitung verhindern. In der Praxis funktioniert dies ganz gut, allerdings wirkt der Schlauch ein bisschen zu filigran: Kontakt mit scharfen oder rauen Materialien sollte nur dosiert erfolgen. Positiv hervorzuheben sind das recht geringe Gewicht und die Möglichkeit zur Aufbewahrung aller Zubehöreinrichtungen am Gerät.
Unterm Strich: Schönes Gerät mit ordentliche Power zum recht günstigen Preis – empfehlenswert!
Man darf skeptisch sein: Kann ein akzeptabler Hochdruckreiniger für unter 50 Euro angeboten werden? Unser Fazit: Eher nicht. Der Brixton Tristar HR-5556 bietet außer einer dubiosen Herkunft, die sich immerhin zu einer niederländischen Import/Export-Firma zurückverfolgen lässt, nur wenig. Mit 70 bar und 300 l/h Durchflussleistung stellt er das Schlusslicht unseres Vergleichs dar. Die Verarbeitung ist billig, das Gerät ist ziemlich laut und wirkt insgesamt nicht hochwertig. Kleine Arbeiten kann es jedoch übernehmen, für anspruchsvollere Reinigungsaufgaben, insbesondere mit großer Zeitdauer, kann der HR-5556 definitiv nicht empfohlen werden.
Klares Urteil: Nur billig reicht nicht.
Nicht schön, aber funktionell: Mit 120 bar liegt der Mannesmann 12986 im Mittelfeld unseres Tests und macht eine ganz gute Figur. Das einzig Störende ist hingegen, dass er gegenüber den anderen Testkandidaten von Markenherstellern mit keiner Leistung herausragt. Zudem wirkt das Design etwas altbacken. Seine Aufgaben erfüllt der Mannesmann aber ausgezeichnet, mit ordentlich Druck geht er dem Schmutz an den Kragen. Drucklanze und Druckschlauch geben keinen Anlass zur Klage.
Fazit: Er kann es – nicht besser und nicht schlechter als die anderen auch.
Wie zu Großvaters Zeiten: Auch der erste deutsche Hochdruckreiniger wurde mit einem Benzinmotor angetrieben. Das archaische Kraftpaket der italienischen Firma Lavor ist, bedingt durch sein Antriebskonzept, nicht ganz billig, dafür aber höchst leistungsstark: Mit rund 4,5 kW aus einem Viertakt-OHV-Motor erzeugt er rund 160 bar Druck – Spitzenwert im Test. Obendrein arbeitet das Gerät natürlich unabhängig vom Stromnetz. Mit 540 l/h reiht sich der Lavor direkt hinter dem Kränzle ein; eine stabile Wasserzufuhr sollte das Gerät schon haben.
Wie bei allen Geräten mit Verbrennungsmotor ist eine Anwendung in Innenräumen nur eingeschränkt möglich, Abgase und Lärmentwicklung sind recht erheblich. Zudem ist ein Verbrennungsmotor natürlich wartungsintensiver, auch kann es bei kaltem Wetter Startprobleme geben.
Unter dem Strich ist der Lavor aber mehr als ein Kompromiss für eine stromnetzunabhängige und kraftvolles Hochdruckreinigung.

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Unser Testsieger ist gelb – und vom Marktführer. Der
Kärcher K2.38M bietet einfach das rundeste Paket zum besten Preis. Gute Verarbeitung, gute Handhabung und ansprechende Leistung machen das Gerät zum besten Kauf für Privathaushalte. Für den Kärcher spricht auch die hohe Verfügbarkeit von Zubehör, die Ersatzteilversorgung und die Energieeffizienz.
Nicht zuletzt der Preis ist eine Überraschung: Mit rund 110 Euro liegt der Kärcher klar im unteren Mittelfeld unseres Tests; klar unter weniger bekannten Konkurrenten.
Gut gefallen hat uns auch der
Bosch Aquatak Clic 135; lediglich der Preis war im Vergleich deutlich zu hoch. Auch der
Kränzle ist ohne Fehl und Tadel – nur sind 565 Euro auch kein Schnäppchen für ein Gerät, das zwar ausgezeichnet arbeitet aber nicht haushoch seinen Konkurrenten überlegen ist. Eine kleine Geheimempfehlung, für Bauernhöfe und Schrebergartenbesitzer, ist der
Benzin Hochdruckreiniger von Lavor: Stark, unabhängig und für sein Antriebskonzept recht günstig: Sollte man sich überlegen.

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Wie schon gesagt: Der
Kärcher K2.38M ist für seine Leistung ziemlich günstig - dies macht ihn auch zum Preis-Leistungs-Sieger. Wer allerdings ebenfalls recht ordentliche Arbeit abliefert ist der
Einhell BT-HP 160; dem Kärcher ist er allerdings in den Bereichen Ausstattung und Qualität leicht unterlegen.
Überhaupt nicht zu empfehlen sind Produkte unterhalb von 50 Euro: Ein Hochdruckreiniger ist ein Hochleistungsgerät mit präzise gefertigten Bauteilen – wenn diese lange, gut und sicher funktionieren sollen kostet dies Geld. Dieses sollte man bereit sein zu investieren.