In der Realität wird meist viel weniger gelüftet, vor allem während der Heizperiode. Manche vergessen das Lüften ganz einfach oder halten die Fenster geschlossen um Heizkosten zu sparen. Unter dieser falschen Energiesparmaßnahme leidet nicht nur die Wohnhygiene. Sondern in schlecht gedämmten Häusern entsteht durch feuchte Raumluft und kalte Wandoberflächen auch ein Klima, in dem Schimmelpilze wachsen können.
Um feuchte, verbrauchte Raumluft nach draußen zu befördern und den Luftaustausch so zu dosieren, dass möglichst wenig Heizwärme verloren geht, haben sich Lüftungsanlagen bewährt. Man unterscheidet zwischen so genannten Abluftanlagen und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.
Die Grundbestandteile einer Abluftanlage sind Ventilatoren und Zuluftventile. Mit Hilfe der Ventilatoren wird aus der Küche, Bad und WC kontinuierlich Luft abgesaugt, wodurch in der ganzen Wohnung ein leichter, vom Menschen nicht feststellbarer Unterdruck entsteht. Über die Zuluftventile in der Außenfassade strömt Frischluft zum Druckausgleich in die Wohnräume nach. Die Luft strömt unter den Türen hindurch über den Flur in die Küche und die übrigen Nassräume. Die Ventilatoren sind so eingestellt, dass die Wohnung exakt so viel Frischluft bekommt, wie für einen hygienischen Luftwechsel nötig ist.
Eingebaut werden die Zuluftventile entweder in die Außenwände oder in die Fensterrahmen. Um an Wintertagen kühle Zugluft zu vermeiden, sollten sie über den Heizkörpern sitzen. Eine Abluftanlage für ein Einfamilienhaus ist mit 2.000 bis 4.000 Euro relativ preiswert und lässt sich ohne weiteres auch nachträglich einbauen.
Mit der abgesaugten Luft wird der Wohnung aber auch Wärme entzogen. Fachleute rechnen während einer Heizperiode mit 15 bis 25 Kilowattstunden Wärmeverlust pro Quadratmeter Wohnfläche. Das entspricht 1,5 bis 2,5 Litern Heizöl. Ist anstelle einer Abluftanlage eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut, bleibt diese Energie größtenteils erhalten. Eine solche Lüftungsanlage kostet mit mindestens 5.000 Euro aber auch mehr als eine einfache Abluftanlage.
Wie jede andere Haustechnik auch müssen Lüftungsanlagen kontrolliert und gewartet werden. Zum Beispiel sind die Filter regelmäßig auszutauschen. Die Wartungsarbeiten kann der Hausbesitzer erledigen. Die Planung und Installation einer Lüftungsanlage sollte allerdings stets einem Fachmann vorbehalten bleiben.
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