Ungeschütztes Holz hat vorallem die Witterung als Feind: Sonnenlicht, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen bewirken Vergilbung, Vergrauung, Rissbildungen durch Schrumpfung und Ausdehnung, Fäulnis und Schimmelbildung.
Die UV-Strahlen des Sonnenlichtes bauen Lignin ab - einen wichtigen Holzbestandteil: Die Holzoberfläche vergilbt, vergraut, wird wasserempfindlich, Beschichtungen haften nicht mehr ausreichend.
Holz versucht ständig, seinen Feuchtegehalt dem der Luftfeuchtigkeit anzupassen. Ungeschütztes Holz unterliegt großen Feuchtigkeitsveränderungen und Temperaturschwankungen, die zu Rissbildungen durch das Schrumpfen und das Wiederausdehnen von Holz führen.
Ungeschütztes Nadelholz kann außerdem durch Bläuepilze verfärbt werden. Die Folgen sind höhere Holzfeuchtigkeit durch eindringendes Wasser, Rissbildung bis hin zu Fäulnisschäden, durch die die Stabilität eines Holzaufbaus mit der Zeit zersetzt wird.
Wer mit Holz baut, kann ein Leben lang Freude daran haben. Denn dieser natürliche Rohstoff kann tatsächlich Hunderte von Jahren überleben, wenn einige wenige, aber effektive Vorsorgemaßnahmen getroffen werden.
Und nicht zu vergessen: Regelmäßige Nachbehandlung erhält die Schönheit und den Schutz! Eine wirkungsvolle Vorsorgemaßnahme ist der konstruktive Holzschutz.
Dies bedeutet, dass durch die Art der Holzkonstruktion bereits darauf geachtet wird, Wasser und Feuchtigkeit so wenig wie möglich ans Holz heranzulassen. Oder aber das Wasser so schnell wie möglich wieder vom Holz abzuleiten.
Generell unterscheidet man zwischen zwei Holzarten: den Nadelhölzern und den Laubhölzern.
Nadelhölzer im Außenbereich sind besonders gefährdet: Kiefer, Fichte, Tanne, Lärche, Hemlock, Douglasie...Sie sind insbesondere durch verfärbende Pilze, die sogenannte Bläue, bedroht.
Laubhölzer sind widerstandsfähiger: Eiche, Robinie, Teak, Meranti, Merbau - um nur einige zu nennen. Aber auch diese und selbst widerstandsfähige Exotenhölzer werden an der Oberfläche durch Witterungseinflüsse im Laufe der Zeit unansehnlich und sollten deshalb geschützt werden.
Nur Nadelholz außen muss mit einer wirkstoffhaltigen Grundierung gegen Bläue geschützt werden. Laubholz hingegen benötigen keine Grundierung als Bläueschutz.
Grundierungen dringen tief ins Holz ein und bilden eine Barriere gegen Pilzbefall. Allerdings schützt die Grundierung nur gegen Schädigung durch Pilzbefall.
Gegen UV-Strahlen und Nässe muss zusätzlich Lasur oder Holzfarbe aufgebracht werden, um einen wirksamen dekorativen Oberflächenfilm zu bilden. Für erdnah verbaute Holzteile sollten besonders widerstandsfähige Holzarten wie Eiche und Bangkirai oder kesseldruckimprägnierte Hölzer verwendet werden.
Holz im Außenbereich sollte jährlich einmal - am besten im Frühjahr - überprüft werden und zwar aus nächster Nähe. Besonderes Augenmerk verlangen diejenigen Holzflächen, die der direkten Witterung ausgesetzt und nach Süden oder Westen ausgerichtet sind sowie waagerechte Flächen.
Ein einfacher Test zeigt, ob eine Renovierung nötig ist. Legt man ein nasses Tuch 2 bis 3 Minuten auf die Holzoberfläche, sieht man beim Entfernen, ob sich das Holz unter der Lasur dunkel verfärbt hat.
Wenn ja, hat es Feuchtigkeit aufgesaugt und muss renoviert werden. Dazu braucht man normalerweise nur die losen Anstrichteile mit einem Schleifvlies anzuschleifen und kann dann sofort wieder mit der neuen Lasur oder Holzfarbe darüber streichen.
Ein Erstanstrich mit Lasuren, Holzfarben und Holzlacken ist kein Problem, wenn die Grundregeln für Nadelhölzer und Laubhölzer beachtet werden.
Lasuren bilden durchsichtige, transparente Farbschichten. Die Holzstruktur und vor allem die Maserung bleiben sichtbar und werden betont, offenporige Lasuren lassen das Holz atmen. Auch lassen sich einfache Hölzer, wie zum Beispiel Fichte, optisch in "Mahagoni" verwandeln. Lasuren lassen sich leicht verarbeiten und renovieren.
Holzfarben sind deckend pigmentiert, der Holzuntergrund scheint nicht mehr durch. Die Farbwirkung ist dadurch satter und intensiver. Die Holzstruktur, nicht aber die Maserung, bleibt sichtbar und fühlbar. Holzfarben halten das Holz atmungsaktiv, sind feuchtigkeitsregulierend, reißen nicht und blättern nicht ab. Der deckende Anstrich schützt das Holz optimal vor Sonneneinstrahlung.
Lacke können farblos oder farbig sein. Sie bilden dickere Schichten als eine Lasur oder Holzfarbe und verlaufen zu einer glatten Oberfläche. Im Gegensatz zu Holzfarben decken Buntlacke aber die Holzmaserung und Holzstruktur völlig ab. Lacke können, speziell auf nicht maßhaltigen Bauteilen außen, reißen und abblättern. Der Renovierungsaufwand ist beträchtli
Holzschutz und Holzveredelung sind zweierlei Dinge. Und das aus gutem Grund! Der Holzschutzexperte BONDEX vertritt eine ganz klare Philosophie: "Soviel Schutz wie möglich, sowenig Wirkstoffe wie nötig."
Dieser Grundgedanke ist gut für's Holz, für die Umwelt und vor allem für den Menschen. Konkret heißt dies: Nur da, wo chemischer Holzschutz notwendig ist, kommt er auch hin. Also nur im Außenbereich - und zwar im Holz - und nur bei bläue-gefährdeten Hölzern.
Zusätzlich muss mit einer Lasur ein physikalischer Schutzfilm gegen Umwelteinflüsse aufgebaut werden. In allen anderen Fällen genügt dieser physikalischer Schutz, der immer auch einen dekorativen Aspekt beinhalten kann.
Eigentlich ist es wie bei der menschlichen Haut: Eine Hautcreme schützt nach innen, die Kleidung nach außen. BONDEX spricht in diesem Zusammenhang von "Systemschutz".
Letztlich ist es eine Geschmacksfrage, ob man sein Holz lasierend oder deckend veredelt. Allerdings ist eine konsequente Trennung manchmal gar nicht nötig, wie hier an einigen Beispielen zu sehen ist.
Eine Kombination aus lasierten Flächen und deckend gestrichenen Elementen kann besonders reizvoll wirken.
Allerdings sollte man sich bei der Farbwahl von den Experten des Fachhandels beraten lassen: Durch den täglichen Umgang mit Farben ist hier eine hohe Kompetenz, sowohl in technischer wie auch in gestalterischer Hinsicht vorhanden.
Zu beachten ist auch, dass lasierende Farbtöne auf unterschiedlichen Holzarten recht unterschiedlich wirken können; ein Probeanstrich ist besonders bei größeren Vorhaben empfehlenswert.
Hinzu kommt, dass je nach Produkt und Anwendung zwei bis drei Anstriche empfohlen werden. Schon dadurch verändert sich der endgültige Farbton.
Farblose Lasuren und Imprägnierungen sind außen nicht alleine einzusetzen, weil sie keine Pigmente enthalten, die gegen UV-Strahlen schützen könnten.
Ein wertvoller Tipp für das professionell und gekonnte Einfärben für Holz im Garten: Bei dem aus mehreren Schichten vorgenommenen Anstrich wird zuerst mit einer farblosen Lasur begonnen.
So zieht die farblose Lasur in die helleren und saugfähigeren Jahresringe der Maserung ein. Im nächsten farbigen Anstrich lagern sich dort nicht mehr Pigmente ab als auf den dunkleren Jahresringen: so bleibt das natürliche Helligkeitsverhältnis und die Maserung erhalten.
Holzschutz-Lasuren und Holz-Farben sind in vielen dekorativen Tönen erhältlich. Farbtonkarten helfen bei der Auswahl von Standard-Tönen.
Aber es gibt auch eine ganz andere attraktive Alternative: Individuell gemischte Lasuren oder Holzfarben in Tausenden von Farbtönen. Mischsysteme bieten hier viele gestalterische und individuelle Möglichkeiten.
Anleitung für eine mehrschichtige Unterkonstruktion als konstruktiven Holzschutz für den Bau einer Holzterrasse