Zunächst wollen wir Ihnen allerdings erklären, wie ein Humidor im Allgemeinen aufgebaut ist.
Ein Humidor besitzt einen sogenannten Korpus, der die Außenkiste bildet. Dieser Korpus hat eine Einage aus Holz, die man wiederum Lining nennt. Einen Humidor baut man komplett mit Deckel, um sicherzustellen, dass die Teile auch genau aufeinanderpassen. Erst später wird der Deckel vom Korpus getrennt. Außerdem werden sowohl Korpus als auch Deckel mit Pappelsperrholzplatten ausgelegt. Dabei stehen die Platten des Korpus ein wenig über, weshalb die Platten des Deckels entsprechend kürzer sein müssen. Dadurch sorgt man für das Ineinandergreifen beider Teile, womit wiederum die erforderliche Luftfeuchtigkeit im Humidor gehalten werden kann.
Der Bau des Humidors den wir Ihnen vorschlagen, gelingt in fünf einfachen Schritten.
Bevor Sie mit dem Bau beginnen, möchten wir Sie auf Folgendes hinweisen: Nicht jeder hat eine Kreissäge zur Verfügung. Sollten Sie eine solche tatsächlich nicht Ihr Eigen nennen, fragen Sie beim Schreiner oder im Baumarkt nach, ob man Ihnen die entsprechenden Teile zuschneiden kann.
Korpus
Beginnen Sie mit der Mehrschichtverbundplatte der Stärke 1,5 cm und zeichnen darauf die Innenseiten der Einzelteile auf. Zwischen den Bauteilen sollten Sie 5 cm Platz lassen, weil sie auf Gehrung geschnitten werden. Folgende Teile werden für den Korpus benötigt:
- 2 Teile: 27 x 22 cm
- 2 Teile: 22 x 11 cm
- 2 Teile: 27 x 11 cm
Lining
Beim Zuschneiden der Teile für das Lining müssen sie nicht darauf achten, dass ein Zwischenraum übrig bleibt, denn werden die Teile nicht auf Gehrung geschnitten. Für das Lining benötigen Sie:
- 2 Teile: 27 x 22 cm
- 2 Teile: 27 x 8,7 cm
- 2 Teile: 21 x 8,7 cm
- 2 Teile: 27 x 1 cm
- 2 Teile: 21 x 1 cm
Nach dem Aufzeichnen benötigen Sie die Kreissäge, um die Teile auszuschneiden. Achten Sie darauf, dass die Kreissäge auf 45° Gehrung nach außen gestellt ist. Bedenken Sie: Nur ein falscher oder schiefer Schnitt wirkt sich auf den gesamten Humidor und dessen Geschlossenheit aus. Demnach ist genaueste Präzision gefragt. Möchten Sie nach dem Schneiden ganz sicher gehen, können Sie die Teile zunächst einmal probeweise zusammensetzen und schauen, ob alles passt.
Ist dies der Fall, kann alles verleimt werden. Damit ist der gesamte Korpus INKLUSIVE Deckel gemeint. Der Deckel wird erst später abgetrennt. So stellen Sie sicher, dass Deckel und Korpus haargenau aufeinanderpassen und abschließen.
Benutzen Sie Gehrungsklammern zur Fixierung der Leimkanten. Solche Klammern sorgen dafür, dass das Holz sowohl gepresst als auch in Form gezogen wird. Den Leim sollten Sie über Nacht trocknen lassen. Erst am nächsten Tag nehmen Sie die (übrigens wiedervewendbaren) Klammern ab. Damit haben Sie Ihren Korpus fertiggstellt.
Das Lining ist dafür verantwortlich, wie gut die Luftfeuchte im Inneren des Humidors gehalten wird. Deshalb ist auch bei diesem Schritt Genauigkeit gefragt. Allerdings wird vorher noch der Deckel vom Korpus abgetrennt.
Wieder kommt die Kreissäge, diesmal mit Anschlag, zum Einsatz. Den Anschlag stellen Sie auf 4 cm sowie im rechten Winkel ein. Das Sägeblatt sollte soweit versenkt werden, dass lediglich 2 – 3 cm vom Blatt herausragen. Der Korpus ist beim Schneiden der Länge nach über das Sägeblatt zu führen und jeweils um 90° zu wenden. Beim letzten Schnitt sollten Sie Vorsicht walten lassen und darauf achten, dass Ihnen der Deckel nicht wegfliegt.
Schleifen Sie die Sägekanten so gerade wie möglich, damit der Korpus und der Deckel später so dicht wie möglich aufeinanderliegen können.
Anschließend können Sie sich dem Lining widmen. Verwenden Sie dazu die 0,5 cm starke Pappelsperrholzplatte. Schneiden Sie alle Teile aus und testen erneut, ob alles zusammenpasst. Danach werden wieder alle Teile geleimt und mit Schraubzwingen fixiert. Wieder sollte der Leim über Nacht trocknen.
Nach dem Trocknen sollten Sie testen, wie gut der Korpus und der Deckel aufeinanderpassen. Zwischen den beiden Teilen sollte ein 1 – 2 mm Spalt vorhanden sein.
Entscheiden Sie sich für eine Vorder- und eine Rückseite. Nehmen Sie dann zwei Scharniere und zeichnen die Position der Scharniere auf dem Humidor auf. Dann messen Sie noch, wie tief die Scharniere versenkt werden müssen.
Als nächstes kommt das Cuttermesser zum Einsatz: Schneiden Sie mit diesem um die Markierung für die Scharniere herum. Dann schneiden Sie innerhalb der Markierung etwas weg, damit die Scharniere eingesenkt werden können. Sobald die Senkungen für die Scharniere fertig sind, können Sie die Scharniere festschrauben.
Schleifen Sie die überstehenden Teile des Linings, damit der Deckel ohne Probleme schließen kann.
Damit der Humidor einen besseren Stand hat, bringen Sie an dessen Unterseite ein paar Filzpads an.
Im Deckel wiederum werden Hygrometer und Befeuchtungssystem angebracht.
Jetzt muss es Ihnen nur noch gelingen eine gewisse Grundfeuchte im Humidor zu erreichen, damit der Humidor überhaupt zur Lagerung von Zigarren benutzt werden kann. Nehmen Sie dazu eine Schale destilliertes Wasser und stellen sie in den Humidor. Anschließend müssen Sie ein paar Tage warten, damit er die Feuchtigkeit richtig aufnehmen kann.
Gefällt Ihnen das Erscheinungsbild Ihres Humidors noch nicht, suchen Sie sich ein ansprechendes Furnier und spannen es vor der Endmontage (4. Schritt) um den Humidor. Lackieren Sie das Furnier mit mehreren Schichten und schleifen den Humidor anschließend glatt. Dadurch erhält Ihr Humidor ein individuelles, edles Design.
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