Wer nur selten oder gelegentlich etwas bastelt, findet dazu in Haus und Wohnung sicher noch ein Plätzchen. Wenn es aber mehr wird und Sie sich zum richtigen Heimwerker entwickeln, dann reicht das auf die Dauer nicht mehr. Der Tisch im Wohnzimmer ist tabu; der würde schnell einige Schrammen abbekommen und dann nicht mehr sehr schön aussehen. Die Küchenplatte ist zwar stabiler und auch leichter zu säubern. Allerdings wird sich wohl kaum eine Hausfrau finden, die solches zulässt. Der richtige Heimwerker braucht also einen Platz, wo er seinem Hobby, das ja durchaus auch viel Nützliches produzieren kann, ungestört frönen kann. Eine Werkbank muss her - ohne sie geht es nicht.
Wer als Heimwerker diesen Entschluss gefasst hat, trägt sich natürlich auch mit dem Gedanken, die Werkbank selber zu bauen. Hier beißt sich die Katze natürlich in den eigenen Schwanz, da zum Bau einer eigenen Werkbank eine Werkbank ganz nützlich wäre. Dennoch sind die Vorteile einer selbst gebauten Werkbank eindeutig: Sie kann perfekt an den vorhandenen Raum und die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.
Trotzdem soll zuerst auf die am Markt vorhandenen Werkbänke eingegangen werden - einmal als günstige Bezugsquelle, zum anderen aber auch als Beispiellieferant für den späteren Eigenbau.
Zunächst einmal geht es wirklich um den Platz, wo die Werkbank in Zukunft stehen soll. Wer nur über geringen Platz verfügt, aber mit schwerem Gerät heimwerken will, sollte als Alternative auch über eine "auswärtige" Werkbank nachdenken. Das kann eine leerstehende alte Werkstätte sein, die man kostenlos - oder gegen ein gelegentliches gebasteltes Geschenk - benutzen darf, oder der Heimwerkerbereich bei einem Freund, den man sowieso jede Woche mindestens einmal besucht. Das kann immer noch besser sein als der ständige Ärger mit der Familie über den belegten, aber eigentlich anderweitig benötigten Platz, oder den eigenen Ärger darüber, dass man Werkzeuge und Werkstücke ständig wieder wegräumen muss.
Wenn sich aber doch ein Plätzchen findet, wo man eine Werkbank aufstellen kann - im Hobbykeller, in der Garage, unter dem Garagendach oder in einem festen Gartenhaus -, dann sollte man erst einmal ausmessen. Glücklich ist natürlich der, der über einen eigenen Raum für sein Hobby verfügen kann. Eventuell kann man ja auch eine nicht benutzte Terrasse mit Wänden versehen, oder ein festes Gartenhaus mit einem ausreichenden Stromanschluss versorgen. Allerdings haben Lösungen mit Räumen, die nicht über eine eigene Heizung verfügen, den Nachteil, dass sie im tiefen Winter doch zu kalt zu vernünftigem Arbeiten sind.
Wenn es nicht anders geht, hilft eine klappbare Werkbank. Diese gibt es im Handel schon für weit unter 100 € zu kaufen. Als Spanntisch, Bastelbank oder Klappwerkbank werden sie bezeichnet. Einmal gibt es sie in Tischform mit wegklappbarem, eventuell sogar fahrbarem Untergestell, dann aber auch mit Spannvorrichtungen und Werkzeugablagen. Da sollte man wirklich genau hinschauen und sich auch von irgendwelchen Gewichtsangaben nicht täuschen lassen. Oft ist das Produkt noch nicht einmal den sehr günstigen Preis wert und bringt dem Heimwerker nur weiteren Ärger. Auch so genannte Rollwerkbänke, die mehr einem Rollcontainer mit Arbeitsplatte entsprechen als einer Werkbank, sind nur bedingt zu empfehlen. Wenn es aber nicht anders geht - nicht zum billigsten, sondern zu einem auch qualitativ überzeugenden Angebot greifen. Doch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass solche Werkbänke nur bedingt einen kräftigen Hammerschlag aushalten. Dafür sind sie nicht gebaut.
Die nächste Frage nach dem Ausmessen der Räumlichkeit ist die, was man denn eigentlich heimwerken will. Wer sich als Uhrmacher betätigen will, braucht eine andere Ausrüstung als der, der mit seinen Kindern eine Seifenkiste bauen will. Wer am Auto schraubt, hat einen anderen Bedarf als der, der vorwiegend mit Holz arbeitet. Danach richtet sich nicht nur das Werkzeug und die Einrichtung, sondern auch die Werkbank.
Muss eine Werkbank eigentlich neu sein? Schon nach wenigen Stunden Gebrauch wird sie ihr "Fett" abhaben. Da könnte man sich auch überlegen, zu Gebrauchtem zu greifen. Günstig gibt es gute und massive Werkbänke, eventuell auch mit Schraubstock oder anderem Zubehör, bei einer Insolvenzversteigerung. Da muss man aber mit Bargeld und einer Transportmöglichkeit erscheinen, damit man die Werkbank gleich mitnehmen kann.
Jetzt sind doch noch einige Überlegungen hinsichtlich der Art der Werkbank nützlich. Wer grobe Arbeiten im Stehen bevorzugt, kann zu einer Werkbank mit Unterschränken greifen. Diese stören ja nicht beim Arbeiten, bieten aber dafür eine ganze Menge Platz, um Werkzeuge und Material übersichtlich unterbringen zu können. Dazu gehört dann meist ein schwerer Schraubstock, der auf der Werkbank montiert wird. Entsprechend massiv muss dann die Platte und auch das Untergestell sein. Einfaches Stahlblech reicht da für die Füße nicht aus, vor allem ist auch die Aufstellfläche zu klein, so dass bei einem massiven Einsatz schwerer Geräte auch der Boden in Mitleidenschaft gezogen werden kann - abgesehen von Schäden an der Werkbank. Da ist eine stabile Holzbank mit massiven Füßen besser geeignet. Wer dagegen gerne am Auto schraubt, zieht anstelle von Unterschränken einen Rollcontainer vor, in dem er alle gängigen Werkzeuge unterbringen und bei Bedarf einfach mit an den Arbeitsplatz nehmen kann.
Wer sich mit Schweißarbeiten beschäftigt, sollte wiederum von Holz Abstand nehmen. Da hat
Stahl seine Vorteile; er fängt kein Feuer. Für Arbeiten mit Holz wiederum hat die klassische Hobelbank mit ihren verschiedenen Spannmöglichkeiten ihre Vorteile. Doch Vorsicht: unterschätzen Sie nicht den Platzbedarf, wenn Sie mit Holzbalken oder Brettern hantieren. Eventuell sollte man solche Arbeiten dann doch mit einer transportablen Säge im Freien erledigen.
Soll es eher eine Werkbank zum Basteln, etwa für den Modellbau, sein, dann empfiehlt sich eine Bank mit höchstens einem Unterschrank, damit daneben noch ausreichend Platz vorhanden ist, um bequem an der Werkbank sitzen zu können. Für eine solche Anwendung kann man auch auf weniger massive Arbeitsplatten zurückgreifen.
Die Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit verschiedene Werkbänke einem ausführlichen Test unterzogen. Diese Tests können für Sie sehr nützlich sein, um einen Favouriten zu definieren. Bei diesen Werkbänken können Sie eigentlich nichts Falsch machen. Bei Werkbänken die keine gute Beurteilung bekommen haben, sollte besser sofort von Ihrer Kaufliste verschwinden, selbst wenn der Preis verlockend ist. Denn gerade bei einem Produkt wie einer Werkbank, die einiges aushalten und trotzdem etliche Jahre halten soll, sind einige Euro mehr gut angelegt, wenn man dafür entsprechende Qualität erhält.
Im folgenden Haben wir Ihnen die Testsieger aus den vergangenen Testberichte aufgelistet. Alle folgenden Werkbänke können also empfohlen werden - Sie müssen sich nur bzgl Größe und Preis Ihre eigene Meinung bilden:
Der Kauf einer Werkbank ist dann auch preislich interessant, wenn man entsprechendes Zubehör mit erwerben kann. Wer Schubladen und Inneneinrichtung selbst basteln will, benötigt da unter Umständen sehr viel mehr Zeit und Material, als dies der Spaß am Basteln wert ist. Da ist die Zeit anderweitig wohl günstiger angelegt. Es kann schon sinnvoll sein, nur diese Teile zu kaufen und einfachere Dinge selbst zu bauen. Dazu ein paar Beispiele:
Wenn die Werkbank in einer Nische Platz findet, ist eventuell an einer Seite noch Platz, den man mit einer eingepassten Erweiterung der Tischplatte gut nutzen kann. Auch die Begrenzungsleiste an der Rückseite und eventuell an den Seiten der Werkbank, die das Herabfallen von Schrauben und anderen Kleinteilen an schwer zugänglichen Stellen verhindert, kann man selbst anbringen. Diese Leiste kann man auch waagerecht abdecken und mit Löchern versehen, so dass man viele Werkzeuge griffbereit einstecken kann. Ebenso gehört zu einer Werkbank die sinnvolle Nutzung der Wand darüber. Da sind wieder gekaufte Systeme sicher günstiger als selbst gebastelte; doch gibt es meist auch hier noch Werkzeuge, für die man die richtige Halterung selbst basteln kann.
Für die Unterkonstruktion kommt es nur auf die Stabilität an. Da muss es nicht Eiche sein, Fichte reicht auch.
Das benötigen Sie:
- vier senkrechte Pfosten,
- zwei Querhölzer und
- zwei Längshölzer.
Kantholz der Abmessung 6 x 6 cm dürfte gut ausreichen. Für eine gute Auflage wäre das Auffüttern der Querhölzer sinnvoll. An der Rückseite müssen die Füße gut versteift werden, damit sie nicht umknicken können. Auch Querversteifungen sind notwendig. Die Höhe der Werkbank kann individuell gewählt werden. Aus dieser Höhe, abzüglich der Plattenstärke und der Stärke der Quer- und Längshölzer, ergibt sich die Länge der Pfosten. Die Länge der Querhölzer bestimmt die Breite der Unterkonstruktion. Da darf vorn schon noch etwas Raum sein.
Werkbank mit Schraubstock:
Falls später ein Schraubstock montiert werden soll, ist darauf zu achten, dass dessen Last möglichst von einem der Pfosten aufgenommen wird und nicht nur durch die Platte ausgehalten werden muss. Alles wird dann gut verdübelt, und fertig ist die Unterkonstruktion.
Die Arbeitsplatte für die WerkbankWährend man bei der Unterkonstruktion sparen kann, ist dies bei der Platte nicht der Fall. Hier ist besondere Stabilität gefragt, sie muss das meiste aushalten. Dazu sollte sie möglichst druckfest sein und auch noch leicht geputzt werden können. Für eine schwere Werkbank darf die Platte ruhig 5 cm stark sein. Wer auf einen schweren Schraubstock verzichtet und nur leichtere Arbeiten plant, kommt auch gut mit einer pflegeleichten Küchenplatte zurecht, die es in 4 cm Stärke gibt. Dünnere Platten sollte man nicht wählen. Auch die Platte sollte mit der Unterkonstruktion durch Dübel verbunden werden.
Ein Heimwerker hat nie genug Arbeits- und Ablagefläche. Wenn es der Platz erlaubt, ist deshalb auch eine Werkbank in L-Form möglich. Diese hätte den Vorteil, dass beide Seiten unterschiedliche Höhen haben können. Günstig ist dies vor allem, wenn man dadurch den Schraubstock niedriger montieren kann und sich die Montage- und Arbeitsfläche in bequemerer Höhe befindet. Dazu können sich auch die Platten in der Ecke überlappen. Der Zwischenraum ist dann für die Ablage längerer Werkzeuge, wie der Rohrzange und dem Nageleisen, gut geeignet.
Ob man neben dem Schraubstock, der Verankerung braucht, auch andere Maschinen wie eine Ständerbohrmaschine oder einen Schleifbock auf der Platte befestigt, hängt vom Platz und von der Beanspruchung ab. Meist brauchen solche Maschinen keine Befestigung. Was aber notwendig und bei gekauften Werkbänken meist nicht vorhanden ist, das ist eine Steckdosenleiste mit Schalter. Diese könnte beispielsweise an der Rückwand befestigt werden. Bohrmaschine, Schleifbock, aber auch andere Elektrowerkzeuge wie Stichsäge oder Schwingschleifer kommen ohne Strom nicht aus. Da ist es gut, wenn er gleich griffbereit in der Nähe ist.
Wenn die Werkbank für die "Großen" fertig ist, wollen auch die "Kleinen" nicht zu kurz kommen. So gibt es auch Werkbänke für Kinder, die man in verschiedenen Ausführungen kaufen, aber wieder auch basteln kann.
Die Werkbank aus Plastik mit Werkzeugen aus dem gleichen Material ist wirklich nur etwas für die ganz Kleinen. Die etwas Größeren sind da schon anspruchsvoller und wollen es den ganz Großen gleichtun. Wenn nichts Wichtigeres ansteht - und für den Nachwuchs ist ja nichts wichtiger -, dann sollte man da nachgeben und beim Basteln der Werkbank mithelfen. Der Materialaufwand ist nicht allzu groß. Geeignetes Holz ist in der Regel vorhanden oder leicht zu beschaffen. Auch hier kann man sich Anregungen in guten Spielwarenkatalogen holen, wie so eine Werkbank für Kinder aussehen könnte. Echtes Werkzeug sollte aber so lange tabu sein, wie der sichere Umgang damit noch nicht gewährleistet ist.
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