Ein beliebter Brauch ist es, den noch nicht aufgestellten Maibaum zu stehlen. Daher wird dieser auch ständig bewacht und nicht unbeaufsichtigt gelassen. Die Gemeinde eines anderen Dorfes lässt sich dabei einige Tricks einfallen, um an den Maibaum einer anderen Gemeinde zu gelangen. Eingelöst wird das Diebesgut, durch die jeweilige Gemeinde, meistens durch Bier und einer Brotzeit für alle. Jedoch gibt es unbeschriebene Regeln, die beim Maibaum stehlen jeder zu beachten hat:
- Nur bereits gefällte Bäume dürfen gestohlen werden.
- Der Stamm muss bereits im Dorf sein und darf nicht aus dem Wald entnommen werden, da es sich dabei um Holzdiebstahl handelt und strafrechtlich verfolgt werden kann.
- Es darf nur der Maibaum eines anderen Dorfes gestohlen werden. Der eigene Maibaum ist nur zu bewachen und darf auch Nicht spaßeshalber entfernt werden.
- Bei dem Diebstahl darf man nicht entdeckt werden. Selbst wenn man erwischt wird, muss man kampflos den Stamm zurück geben. Gewalt in jeglicher Hinsicht ist strengstens untersagt und würde den ganzen Brauch in frage stellen. Ebenfalls muss der Stamm ganz bleiben und darf nicht zersägt, zerschnitten oder beschädigt werden.
- Bereits aufgestellte Maibäume sind tabu
- Bei erfolgreichem Diebstahl treten die Parteien in Verhandlung und dürfen nur erfüllenswerte Bedingungen stellen.
- Scheitert jedoch jegliche Verhandlung wird das Diebesgut einige Wochen im eigenen Dorf als Schandbaum aufgestellt und danach zersägt und versteigert. Während der Zeit wird eine Tafel angebracht, auf der die eigentlichen Besitzer verspottet werden.
- Der ganze Brauch soll friedlich, ohne Gewalt und ohne jeglichen Streit geschehen. Das ganze soll als Spaß angesehen und auch so an die Generationen weitergegeben werden.
Bei all den Bräuchen gibt es auch die Tradition, am 1. Mai der Herzensdame seine Liebe zu zeigen. In der Regel bringen junge, unverheiratete Männer am Haus der Singlefrauen eines Dorfes, kleine Maibäume an. Diese bleiben ca. einen Monat hängen und werden anschließend von den jungen Männer, unter verlangen einer Antwort oder Geste, wieder abgeholt. In vielen Regionen ist bei einem Schaltjahr die Geschlechterrolle getauscht. Dann bringen die Frauen die Maibäumchen an.
Auch in den Großstädten ist das Maibäumchen verschenken eine beliebte und gleichzeitig romantische Geste. Viele Menschen kommen ursprünglich aus ländlichen Gegenden und sind in die Stadt gezogen. Auch hier möchten sie ihren Traditionen treu bleiben und einen Maibaum an ihre Liebste verschenken. Jedoch ist das Fällen eines Baumes im Wald strengstens Verboten und wird strafrechtlich verfolgt. Hohe Geldstrafen, Schadensersatzforderungen und Strafverfolgungen sind das Resultat einer solchen Tat.
Wenn Sie jedoch selber Ihrer Liebsten eine Freude machen und Sie mit einem selbstgebastelten Maibaum oder Maiherz überraschen wollen, dann haben wir die besten Bastelanleitungen für Sie zusammengestellt: Maibaum basteln
König Max I. Joseph zu Ehren wurden in Bayern Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten weiß-blauen Maibäume aufgestellt. Genauso spektakulär wie beliebt ist aber auch das Stibitzen der bis zu 40 Meter langen Traditions-Stangen. Sobald ein Baum im Wald auserkoren wurde, ist er vor den Burschenschaften der Nachbargemeinde nicht mehr sicher.
Der Maibaum-Klau geht um, mit dem Ziel, anschließend eine hohe Ablöse in Form von Bier und Brotzeiten auszuhandeln. Langfinger müssen sich aber geschickt anstellen, Bewacher ausspionieren oder Wachhunde mit Wurst besänftigen. Nicht weniger abenteuerlich als das Klauen ist das Aufstellen des Maibaums, das den ganzen Vormittag und viele kräftige Männer in Anspruch nimmt. Am 1. Mai gleicht an vielen Orten die Szenerie: Bier, Brotzeiten, Blasmusik und jede Menge Geselligkeit – auch das zählt zum Brauchtum rund um den Maibaum.
(Quelle: Tourismusverband München-Oberbayern e. V.)